Stiftungen sollen ihr Kapital umweltverträglich und fair anlegen

Von Monika Griefahn

Plakate Freiburg

Wie bei einem Familientreffen fühlte ich mich da: alte Mitstreiter und neue Preisträger, die die Stadt Freiburg mit ihrem Bürgermeister Dr. Dieter Salomon gemeinsam mit dem Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme von Prof. Eicke Weber eingeladen hatte. Das Treffen der Umweltpreisträger aus aller Welt beim internationalen Kongress der European Environment Foundation war eine wunderbare Runde, um sich auszutauschen, zu inspirieren und auch etwas zu lernen und nicht zu vergessen, auch Spaß miteinander zu teilen.

Ich habe zum Beispiel Ernst Ulrich und Christine von Weizsäcker getroffen, die jeder in ihrem Feld vieles bewegt haben: Ernst Ulrich zum Thema Energie und Christine zur biologischen Vielfalt. In Freiburg waren auch Dipal Barua, einer der Mitbegründer von Grameen Shakti, einer Organisation für Solar-Home-Anlagen in Bangladesh, (auch einer von den Trägern des „Alternativen Nobelpreises“), oder Jeremy Leggett, der schon gemeinsam mit mir Campaigner bei Greenpeace war und heute ein optimistisches Bild darüber malt, dass die Industrie gar nicht anders kann als in die Zukunft der Sonne zu investieren (Franz Alt wird es freuen…).

Aber wir erfuhren auch vieles über neue Projekte – zum Beispiel stellten sich die Macher des Fairphones vor. Es ist schon ein Trauerspiel, dass ein Studenten-Startup zeigen muss, wie es geht und Apple mit seiner Marktmacht es erst nach und nach anpackt: dass unsere elektronischen Geräte auch hergestellt werden können, ohne dass die Zulieferer und Erzarbeiter unter miesen Bedingungen arbeiten müssen. (Dafür macht Apple dann eine ganzseitige Anzeige in der Süddeutschen am 22. April 2014…).

Paul Walker, unsere Preisträger des Right Livelihood Awards 2014 („Alternativer Nobelpreis“) berichtete hier auch über seinen langen Kampf gegen Chemiewaffen.

Einen wegweisenden Entschluss fassten die Preisträger am Ende der Tagung: Viele sind durch Stiftungen ausgezeichnet worden, und eine Menge Stiftungskapital liegt in der Welt in nicht immer fairen und umweltverträglichen Anlagen. Wenn nur die Stiftungen, die Umweltpreisträger auszeichnen, ihre Investitionen in Kohle oder Atom zurückziehen würden, käme diese Industrie weltweit ins Straucheln. Zumindest wäre das ein wirksamer Schritt zu einem notwendigen neuen Klimaabkommen 2015 in Paris!

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