Archiv für den Monat: Mai 2014

Teaching Right Livelihood – jeder kann die Welt verändern!

Von Monika Griefahn

Teaching Right Livelihood (v.l.): Monika Griefahn, Dipa Barua, Sima Samar und Raul Montenegro.

 

Die Träger des Right Livelihood Awards – des „Alternativen Nobelpreises“, sind allesamt Vorbilder für persönliches Engagement, Durchsetzungskraft und Überzeugung. Es sind Leute, die die Welt verbessern, und darum ist es nur folgerichtig, wenn wir die Gedanken und Visionen des Preises und seiner Preisträger in schulisches Lernen integrieren. Wir animieren junge Leute, auch Vorbild zu sein! Unter diesen Vorzeichen stand die Lehrerfortbildung „Teaching Right Livelihood“ an der Universität in Kassel vergangene Woche. Ich durfte sie eröffnen, und wie immer in der Gegenwart von Preisträgern fühlte ich mich irgendwie auf dem richtigen Weg. Ich hoffe, die Lehrerinnen und Lehrer sind genauso gestärkt und inspiriert aus der Tagung hervorgegangen wie ich.

Im Juni 2012 hat Ellen Christoforatou, die Geschäftsführerin des Zentrums für Lehrerbildung ist, bereits einen Grundstein gelegt mit der Herausgabe einer Handreichung für Lehrkräfte und Lehrerbildner mit englischsprachigen Unterrichtsmaterialien zum Thema „Teaching Right Livelihood“. Die Konferenz war ein weiterer Meilenstein.

Drei Preisträger waren zugegen, berichten aus ihren Projekten, von ihren Erfolgen und Schwierigkeiten: Dr. Sima Samar, Prof. Dr. Raúl Montenegro und Dipal C. Barua. Sima Samar, die sich in Afghanistan für Menschenrechte einsetzt, speziell für die Rechte der Frauen; Raúl Montenegro aus Argentinien, der sich in beeindruckender Weise für den Schutz der Umwelt und natürlicher Ressourcen engagiert; Dipal C. Barua, der 2007 ausgezeichnet wurde, weil er die Verbreitung von Solartechnik und anderer erneuerbarer Energiequellen in Dörfern in Bangladesch maßgeblich vorantreibt.

Ich fand besonders klasse, was Raul Montenegro gesagt hat: Die Preisträger seien keine Helden, keine Führungspersönlichkeiten. Sie seien ganz normale Menschen, die ihre Fähigkeiten nutzten, um etwas zu verändern in der Welt. Die Dinge so zu sehen, eröffnet ungeahnte Möglichkeiten, denn es bedeutet, dass jeder in der Lage ist, die Welt zu verändern! Die Konferenz versuchte, dies durch eine Kombination aus wissenschaftlicher Tagung und schulpraktischen Foren zu vermitteln. Wenn die Lehrer diese Einstellung in die Schulen weitertragen, werden in der nächsten Generation viele mutige und entschlossene Menschen heranwachsen. Darauf freue ich mich!

Nach der Wahl: Stärkt die Demokratie in Europa

Von Monika Griefahn

Eines hat die Personalisierung der Europawahl mit Spitzenkandidaten auf jeden Fall gebracht: Die Wahlbeteiligung ist gestiegen von 43,3 auf 47,9 Prozent. Das ist keine überragende Beteiligung, aber es zeigt doch: Mehr Menschen konnten für Europa interessiert werden. Auch die Medien haben sich vor der Wahl ins Zeug gelegt, informiert und eine neue, positivere Öffentlichkeit für europäische Themen hergestellt. Der SPD-Kandidat Martin Schulz hat ein Mammutprogramm absolviert. 200 Wahlkampfauftritte haben sich gelohnt, denn die SPD hat ihr Ergebnis im Vergleich zum vergangenen Mal um 6,5 Prozent verbessert.

Langsam also bekommt Europa die Aufmerksamkeit, die es schon lange haben sollte. Denn: Umwelt- und Verbraucherthemen, Fragen des Binnenmarktes, Forschung, Kultur – all diese Themen entscheidet heute auch das Europäische Parlament in Straßburg. Die CO2-Emissionen bei Neuwagen zu begrenzen, die Handy-Roaming-Gebühren zu senken – Entscheidungen wie diese haben direkten Einfluss auf die Bürger der EU-Länder, und sie werden „in Europa“ gefällt. Soll Europa langfristig Erfolg haben, müssen wir die Demokratie in Europa weiter stärken. Das Parlament benötigt mehr Entscheidungsbefugnisse, die Kommission weniger.

Ein Skandal ist unter diesem Gesichtspunkt die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom Februar, die Drei-Prozent-Hürde für den Einzug ins Europäische Parlament mit der Begründung zu kippen, das Parlament sei – sinngemäß – noch nicht wichtig genug. Nun haben viele Splitterparteien einzelne Sitze im Parlament. Was bringt das nun außer einer Fragmentierung des Parlaments?

Wichtig ist jetzt, dass die nationalen Regierungschefs das Votum ernst nehmen. Es wurden Spitzenkandidaten um den Kommissionsvorsitz ins Rennen geschickt, und die Wähler haben entschieden. Merkel und Co. dürfen sich diesem Votum nicht entgegenstellen, wollen sie das Fünkchen Interesse und Vertrauen, das die Wähler dieses Mal gezeigt haben, nicht wieder zerstören.

Nach den ersten Berichten zum überraschend schlechten Abschneiden der rechtspopulistischen Wilders-Partei in den Niederlanden hatte ich Hoffnung, die Prognosen über hohe Wahlergebnisse der EU-feindlichen Parteien würden sich zerstreuen – aber das war leider nicht der Fall. Dass der Front National in Frankreich stärkste Kraft geworden ist, ist eine Katastrophe, genauso wie die rechtsextremistischen und rechtspopulistischen Parteien in anderen Ländern Erfolge zu verbuchen haben – die UKIP in Großbritannien, zum Beispiel. Es ist insbesondere an den nationalen Regierungen, diese Kräfte aufzufangen und für ein starkes Europa zu werben. Natürlich kann auch das neue europäische Parlament für sich werben, in dem nach wie vor die Europa-Befürworter eine stattliche Mehrheit haben.

Denn vergessen dürfen wir nicht: Seit es den europäischen Vereinigungsprozess gibt, leben wir friedlich zusammen. Fast 70 Jahre ohne Krieg in Europa, 70 Jahre Austausch und 70 Jahre Völkerverständigung – das ist auch das Verdienst dieses Prozesses.

Deutscher Computerspielpreis vergeben

Von Felix Falk (Geschäftsführer der USK)

Am 15. Mai 2014 wurde in München bereits zum sechsten Mal der Deutsche Computerspielpreis vergeben. In ihrer Rede erinnerte Monika Griefahn als eine der Initiatorinnen des Preises an seine Bedeutung und an die Notwendigkeit für seine Weiterentwicklung und Stärkung in den kommenden Jahren. Als Vorsitzende des Beirats der Stiftung Digitale Spielekultur ist sie dem Thema glücklicherweise auch nach ihrer Zeit als Bundestagsabgeordnete bis heute eng verbunden geblieben.
Mit Felix Falk

Wie bereits in der Vergangenheit hatten auch in diesem Jahr kleine Aufreger im Vorfeld der Preisvergabe für Diskussionen gesorgt. Die Kategorie Bestes Serious Game wurde in diesem Jahr nicht vergeben, zwei Jurymitglieder legten ihr Amt nieder, um gegen den Juryaward zu protestieren, der in bestimmten Fällen für USK 18er-Spiele vergeben werden kann (bis jetzt aber noch nie vergeben wurde) und die Kulturstaatsministerin hatte die politische Verantwortlichkeit an den Minister für Verkehr und digitale Infrastruktur abgegeben. Noch immer, so scheint es, sind einige Vertreter sowohl aus der Politik als auch aus der Branche nach sechs Jahren nicht warm geworden mit dem Deutschen Computerspielpreis. Das betrifft zwar bei weitem nicht die Mehrheit, ist aber dennoch schade, denn unabhängige Jurys, Veränderungen von Kriterien und wechselnde politische Gegebenheiten gibt es bei vielen Preisen und auch Diskussionen dazu sind berechtigt und müssen geführt werden.

Selbst der Deutsche Filmpreis hat als jahrzehntelange Institution alle Jahre wieder seinen kleinen Eklat. Man erinnere sich an Til Schweigers Austritt aus der Filmakademie. Trotzdem würde niemand den Deutschen Filmpreis grundsätzlich in Frage stellen, weil sein politischer und gesellschaftlicher Wert von allen anerkannt wird. Der Respekt, der den Gewinnern und Beteiligten von den Gästen auf der Veranstaltung selbst und von der breiteren Community im Nachgang (z.B. in den Sozialen Netzwerken) zuteil wird, zeugt davon.

Es ist dem Deutschen Computerspielpreis und denjenigen, die sich wie Monika Griefahn und viele andere jedes Jahr aufs Neue für seine Weiterentwicklung und Stärkung engagieren, nur zu wünschen, dass sein Wert und seine großen Potentiale von noch mehr der Beteiligten erkannt wird. Je stärker das der Fall wird, desto konstruktiver und erfolgreicher lassen sich die Diskussionen um seine Weiterentwicklung und Verbesserung führen. Wie sehr sich das lohnt, zeigten nicht zuletzt die Reaktionen der strahlenden Gewinner dieses Jahres und deren beeindruckende Spiele auf der Bühne.
Bei der Verleihung des Deutschen Computerspielpreises

Pioniere der grünen Umwelttechnik

Von Monika Griefahn

Zum Start der weltgrößten Umwelttechnologiemesse IFAT stand in diesem Jahr Anfang Mai in München die Verleihung der GreenTec Awards 2014. Die vielen Nominierten eröffneten mit ihren inspirierenden Projekten und Ideen Bereiche für neue Innovationen.
Besonders gefreut habe ich mich, dass die „Balkonbienen“ gewonnen haben. Auf einer Technikmesse deutlich zu machen, dass Bienen bedroht sind und unseren Schutz brauchen, ist lobenswert. Und dass jeder einen Teil beitragen kann, in dem er Bienen auf seinem Balkon ansiedelt. Eine großartige Initiative!

Aber auch andere Preisträger zeigen, dass Tüftler und Techniker viel erreichen können. So wurde das Start-up akvoFloatTM prämiert, das den Energiebedarf bei Wasserentsalzungs-anlagen um mindestens 50% reduziert. Das bringt die Welt doch ein Stück weiter, auch Zugang für die 3 Mrd. Menschen zu schaffen, die noch nicht das Trinkwasser vor der Haustür haben. Nennenswert zudem der Preis an die Firma Saperatec, die es schafft mit einer Mikroemulsion Verbundstoffe zu trennen und damit wieder als Rohstoff nutzbar zu machen.

80% der Abwässer aus aller Welt gehen immer noch ungeklärt in unsere Flüsse und Meere. Nur folgerichtig bekam auch der Entwickler PUROO von schlichten, aber effektiven Hauskläranlagen einen Preis.

Neben diesen vielen spannenden Auszeichnungen in unterschiedlichen Kategorien, konnte ich im Rahmen der Veranstaltung auch neue Partner für unseren Verein Aida Freunde der Meere und Aktivitäten gegen Plastikmüll im Meer finden: „Healthy Season“ sammelte alte Fischernetze aus dem Meer, um die Grünen Teppiche der Gala herzustellen und „One Earth-One Ocean“ sammelt Müll an vielen Stränden und macht wieder Öl aus Plastik. Aufmerksam wurde ich auf diesen Verein, weil er auch diese wunderbare indonesische Grafik ausstellte.

GreenTec Award

Miwai – Eco Fashion in Berlin

Von Monika Griefahn

Unscheinbar auf der einen Seite in einem Souterrain, andererseits prominent gegenüber des Eingangs zum Kino der Kulturbrauerei hat es Inez Bjørg David gewagt: nach dem Versandhandel auch einen Laden zu eröffnen mitten im Prenzlauer Berg für ökologische Mode. Miwai heißt der Onlineshop mit einem Laden in Berlin, bei dessen Eröffnung ich dabei sein konnte.

Und das ist die Herausforderung, der sie sich stellt: schick soll die Mode sein, fair hergestellt und eben ökologisch. Aber was ist das? Viele verstehen ganz Unterschiedliches darunter: die Veganer Plastikschuhe, die aber unter Umständen noch Weichmacher drin haben, die Recycler Taschen aus Autoreifen und LKW-Planen, die giftige Stoffe ausdünsten können…

Nur konsequent, dass sich Inez David ganz genau um ihre Produkte kümmert und auch auf dem Cradle to Cradle Kongress Verstehen. Umdenken. Gestalten! am 15. November 2014  ein Textilbündnis mit entwickeln will.

Toll Inez, danke für deine Initiative und danke für ein weiteres Highlight bei deiner Ladeneröffnung: deine Schwester Anna David, frisch eingeflogen aus Dänemark, mit einem unplugged  Konzert! Da haben sich die Fans gestapelt!

Miwai Eröffnung 1bearbeitet1