Dicke Luft im Hafen?

Von Petra Reinken

Ökumenisches Forum Hafencity - Podium und Zuhörer Wie schlimm ist es nun wirklich mit der Luftbelastung durch den Schiffsverkehr im Hamburger Hafen? Lebt es sich gesünder in der Hafencity mit den Emissionen der Schiffe oder am Rödingsmarkt mit den Emissionen durch den Autoverkehr? Wo soll die saubere Energie herkommen, die all die Schiffe benötigen, und bemühen sich die Verantwortlichen aus Hafen und Stadt sowie die Reeder genügend um Nachhaltigkeit und Lebensqualität? All diese Fragen wurden beim Ökumenischen Forum Hafencity unter dem Thema „Dicke Luft im Hafen“ aufgeworfen – und teilweise auch beantwortet. Auf dem Podium: Monika Griefahn in ihrer Funktion als Direktorin für Umwelt und Gesellschaft bei AIDA Cruises, Lutz Birke von der Hamburg Port Authority (HPA), Umweltpastor Jan Christensen sowie Malte Siegert vom Naturschutzbund Deutschland (NABU).

Dass Anwohner sich Sorgen machen, ist nachvollziehbar, schaut man auf die Zahlen: 10.000 Schiffe, so hieß es, kämen pro Jahr in den Hamburger Hafen, 200 Mal sollen 2015 Kreuzfahrtschiffe dort anlegen. Dass die HPA sich Wachstum, einen höheren Warenumschlag und mehr Wertschöpfung zum Ziel gesetzt hat und gleichzeitig die Umwelt und die Lebensqualität erhalten will, brachte einige Zuhörer zum Zweifeln.

Dennoch wurde deutlich: Die Hafenwirtschaft arbeitet daran, IT-gestützte Logistik aufzubauen, um Verkehrsströme besser zu lenken. Sie will Energie im Hafen selbst erzeugen und Energie effizient nutzen. Teil des Energiekonzepts ist der Landstromanschluss in Altona, der bis Juni 2015 realisiert werden soll, und die Infrastruktur an Land für die LNG Power Barge.

Diese „Barge“ ist quasi ein Schiff mit einem Blockheizkraftwerk, das mit Gas betrieben wird. Schiffe, die im Hafen liegen, können damit ihren Energiebedarf sauberer decken als wenn sie die eigenen Motoren laufen ließen. AIDA Cruises, informierte Monika Griefahn, würde diese Energie abnehmen können. Auf den Schiffen der Kreuzfahrtreederei würden zudem seit diesem Jahr sukzessive Filter eingebaut, die Schwefel, Stickoxide und Rußpartikel erheblich reduzierten.

Was blieb nach zwei Stunden Vortrag und Diskussion? Zum einen der Eindruck, dass der Energiebedarf der Hafenwirtschaft beängstigend hoch ist. Zum anderen der Eindruck, dass alle Beteiligten das Thema „auf dem Zettel“ haben und Konzepte vorliegen, um Schadstoffe zu reduzieren. Und es blieb die einhellige Aussage, dass trotz allem der Schiffsverkehr die ökologischte Art des motorisierten Transportes sei. Immerhin.

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