Archiv für den Monat: August 2014

Im Sinne der Nachhaltigkeit: Spenden statt wegwerfen!

Von Dr. Juliane Kronen und Svenja König, Foto: Karin Desmarowitz

innatura - Sachspendenvermittlung fŸr soziale Zwecke

Haben Sie sich auch schon einmal gefragt, was eigentlich mit all den Waren passiert, die aufgrund von Fehletikettierung, Überproduktion oder ausgelaufenen Sonderaktionen aus dem Sortiment genommen werden oder gar nicht erst in den Verkauf gelangen? Die Antwort auf diese Frage ist leider so einfach wie erschreckend: Der Großteil dieser absolut neuen und unversehrten Produkte wird vernichtet. Es bedarf keiner langen Überlegungen, um sich vorzustellen, wo überall diese Waren dringend benötigt werden würden – von der umweltpolitischen Problematik mal ganz zu schweigen. Ökologische wie wirtschaftliche und soziale Nachhaltigkeit sieht anders aus.

Genau dieser Umstand brachte uns auf die Idee zur Gründung von innatura. Die innatura ist eine gemeinnützige GmbH, die eine Plattform für die Vermittlung fabrikneuer Sachspenden an gemeinnützige Organisationen und Einrichtungen betreibt – die Grundidee: „Spenden statt wegwerfen“.

Die Herstellerfirmen spenden die fraglichen Produkte an innatura, die die notwendigen Lagerkapazitäten hat und zudem sicherstellt, dass die Ware nicht auf dem Schwarzmarkt landet, sondern ausschließlich einem guten Zweck zugeführt wird. Für eine Vermittlungsgebühr, die nur einen Bruchteil des regulären Marktpreises ausmacht, können soziale Einrichtungen die benötigten Produkte bei innatura bekommen (das sind u.a. Wasch- und Reinigungsmittel sowie Hygieneartikel, Spielzeug und Kleidung).

Von dem Konzept profitieren also neben den Herstellerfirmen, die so ihre soziale Verantwortung wahrnehmen und steigern können sowie etwas für die Erreichung ihrer Umwelt- und Nachhaltigkeitsziele tun, vor allem auch die gemeinnützigen Organisationen!

Natürlich steht hier zunächst ganz profan der Aspekt des Geldsparens im Vordergrund. Weiter gedacht bedeutet diese Tatsache aber, dass das gesparte Geld nicht mehr für Verwaltungs- und Betriebskosten aufgewendet werden muss, sondern für die eigentlichen Aufgaben der Organisation „frei“ wird. Direkt gesagt: Wenn ein Kinderheim für 10 Großpackungen Markenwaschmittel nicht mehr 170 Euro, sondern nur noch knapp 40 Euro bezahlt, bleiben 130 Euro, die in Freizeit- und Therapieangebote oder Geburtstagsgeschenke für die Kinder investiert werden können.

Jede gemeinnützige Organisation, die eine entsprechende Freistellung vom Finanzamt nachweist, kann von innatura profitieren. Hierzu muss sie sich lediglich unter http://www.innatura.org/shop/registrierung/ registrieren. Die Anmeldung ist kostenlos und unverbindlich. Mittels eines Online-Katalogs können die Organisationen Produkte aussuchen und bestellen, was sie benötigen – es gibt weder einen Mindestbestellwert noch eine Verpflichtung zu regelmäßiger Abnahme von Waren.

Dr. Juliane Kronen und Svenja König arbeiten bei der innatura gGmbH.
www.facebook.com/innatura

Let’s make Music as Friends (Leonard Bernstein)

Von Monika Griefahn

Let's make music as friends

Die Waffen ruhen nicht. Im Nordirak, in Gaza und Israel. In der Ukraine sterben sinnlos Kinder, Frauen, Männer. Warum ist dort kein Dialog möglich? Warum gibt es keine Verständigungsmöglichkeiten? Und darüber hinaus entwickeln demokratisch gewählte Staatsoberhäupter wie Putin oder Erdogan immer autoritärere Züge.

Könnte es nicht alles einfacher sein? Es gibt doch gute Vorbilder! Nelson Mandela hat zur Versöhnung aufgerufen und dafür die Wahrheits- und Versöhnungskommission eingerichtet. Künstler haben immer wieder beispielhafte Initiativen gestartet, das Miteinander zu lernen. Wie zum Beispiel Daniel Barenboim mit dem West-Eastern Divan Orchestra, in dem junge Musiker aus Palästina und Israel, aber auch aus Ägypten, Syrien, dem Iran und dem Libanon, aus Jordanien, Tunesien und Andalusien zusammen Musik machen. Oder auch Justus Frantz mit seiner Philharmonie der Nationen ist zu nennen. Begründer einer Kultur – und zwar im Sinne von praktizierter Kultur – der Versöhnung und Verständigung hier in Deutschland war aber Leonard Bernstein mit der Orchesterakademie auf dem Schleswig-Holstein-Musikfestival im Jahre 1987, an dem auch Yehudi Menuhin intensiv mitwirkte. Und diese Idee lebt bis heute fort!

Auf der Nord-Art

Ich durfte es in Rendsburg gerade selbst erleben, wie 120 junge Musiker aus 34 Ländern, alle unter 26 Jahren, bravourös die 5. Sinfonie von Gustav Mahler meisterten, obwohl sie sich fünf Wochen zuvor noch nicht einmal gekannt hatten. Sie verständigten sich unter der klugen Anleitung von Pedro Halffter.

Mich bewegt jedes Mal, wenn ich eines der internationalen Jugendorchester erlebe. Und ich denke: Können wir das Miteinander nicht überall schaffen?

Was dort auf der Bühne geschieht in Sachen Verständigung und Kultur, geht über das bloße Konzert hinaus! Zeitgenössische Künstler aus China, den Baltischen Staaten, Deutschland, Mexiko, Polen, Südkorea und und und sind auch in der Büdelsdorfer Carlshütte auf der Nord-Art zu sehen. Die Ausstellung zeigt seit schon seit 1999 in den Sommermonaten zeitgenössische Kunst. Mehr als 200 Künstler aus aller Welt präsentieren ihre Bilder, Fotografien, Videos, Skulpturen und Installationen. Die Nord-Art läuft noch bis zum 12. Oktober und ist absolut empfehlenswert.

Nord-Art

Monika Griefahn im TV: Lust auf Konsum! Schnäppchen erlaubt?

Sonntag, 10. August 2014, in Sat.1 Weck up

Aufzeichnung der Weck-Up-Sendung „Lust auf Konsum! Schnäppchen erlaubt?“ mit diesem Thema weckt der Fernsehsender Sat.1 am Sonntag, dem 10. August, ab 8 Uhr seine Zuschauer auf. Mit dabei: Monika Griefahn. Sie diskutiert mit Thomas Tanklay, dem TV-„Schnäppchen-König“, und dem Journalisten und Autoren Caspar Dohmen über Konsum, das Wegwerfen und Wiederverwenden und natürlich über Cradle to Cradle.

Wecker stellen, angucken!

Verstehen. Umdenken. Gestalten!

Von Tim Janßen, Geschäftsführer des Vereins „Cradle to Cradle – Wiege zur Wiege“

Banner Cradle-to-Cradle-Kongress

„Verstehen. Umdenken. Gestalten!“ – unter diesem Motto steht der erste „Cradle to Cradle“-Kongress. Der Cradle to Cradle e.V. lädt alle Menschen, die Gesellschaft gestalten und verbessern wollen, dazu am Samstag, den 15. November 2014, nach Lüneburg ein.

Endlich! Termin und Ort stehen fest, viele spannende Referenten haben zugesagt, die Anmeldephase ist gestartet und die Vorbereitungen laufen jetzt so richtig auf Hochtouren. Ein nächster Meilenstein auf unserem Weg, die gegenwärtige Welt in eine Cradle to Cradle-Welt zu transformieren, steht kurz bevor.

Im Frühjahr 2012 wurde der gemeinnützige Cradle to Cradle e.V. mit Sitz in Hamburg gegründet. Seitdem hat sich einiges bewegt! Nun wollen wir mit dem Kongress alle Vertreter gesellschaftlicher Gruppen zusammenbringen, um das Cradle to Cradle-Konzept als Lösungsansatz für viele drängende Herausforderungen der Gegenwart zu diskutieren. Mit dem 1. Cradle to Cradle Kongress fordern wir zum Mitdenken auf und bieten gute Kontaktmöglichkeiten sowie einschlägige Referenten.

Mit dabei sind unter anderem Stef Kranendijk (ehem. CEO Desso) als Koryphäe der Cradle to Cradle Bewegung und Mann der Praxis, Christiane Benner, Vorstand der IG Metall (Cradle to Cradle Kampagne „Besser statt billiger“), Maximilian Gege, Gründer und Vorsitzender des Bundesdeutschen Arbeitskreises Umweltbewußtes Management (Baum e.V.), Michael Schmidt-Salomon (Philosoph, Schriftsteller und Begründer der Giordano-Bruno-Stiftung) und Michael Braungart, Mitbegründer des Cradle to Cradle Konzepts.

Die Cradle to Cradle-Denkschule beschreibt eine Kreislaufwirtschaft, in der alle Produkte zirkulieren. Dafür müssen sie so beschaffen sein, dass sie bzw. ihre Materialien für biologische oder technische Kreisläufe konzipiert sind. Das bedeutet zum Beispiel, dass Produkte wieder auseinandergebaut und ihre Materialien sortenrein getrennt werden können. Im Prinzip muss also jedes Produkt von Anfang an neu gedacht werden. Es muss so konzipiert sein, dass es beim Recycling nicht an Wert verliert und in anderen Kreisläufen nützlich ist.

Wissenschaftler und Wirtschaftsvertreter, engagierte Bürger und Kulturschaffende – sie alle können und sollen bei dem Kongress mitdiskutieren über die Welt, in der wir leben wollen. In einem Mix aus Vorträgen, offenen Foren und Fachworkshops sollen die Grundzüge des Konzepts und die gesellschaftlichen Bereiche, in denen es wirken kann, deutlich werden. Schwerpunktthemen sind in diesem Jahr die Bereiche Architektur, Textil und Bildung.

Der Kongress findet am 15. November ab 9.30 Uhr an der Leuphana Universität in Lüneburg statt, ist aber ausdrücklich keine rein wissenschaftliche Veranstaltung. Interessierte können sich auf der Kongress-Internetseite anmelden und erhalten dort auch weitere Informationen.

Wir freuen uns auf viele interessierte Teilnehmer!