Archiv für das Jahr: 2014

Monika Griefahn im TV: Lust auf Konsum! Schnäppchen erlaubt?

Sonntag, 10. August 2014, in Sat.1 Weck up

Aufzeichnung der Weck-Up-Sendung „Lust auf Konsum! Schnäppchen erlaubt?“ mit diesem Thema weckt der Fernsehsender Sat.1 am Sonntag, dem 10. August, ab 8 Uhr seine Zuschauer auf. Mit dabei: Monika Griefahn. Sie diskutiert mit Thomas Tanklay, dem TV-„Schnäppchen-König“, und dem Journalisten und Autoren Caspar Dohmen über Konsum, das Wegwerfen und Wiederverwenden und natürlich über Cradle to Cradle.

Wecker stellen, angucken!

Verstehen. Umdenken. Gestalten!

Von Tim Janßen, Geschäftsführer des Vereins „Cradle to Cradle – Wiege zur Wiege“

Banner Cradle-to-Cradle-Kongress

„Verstehen. Umdenken. Gestalten!“ – unter diesem Motto steht der erste „Cradle to Cradle“-Kongress. Der Cradle to Cradle e.V. lädt alle Menschen, die Gesellschaft gestalten und verbessern wollen, dazu am Samstag, den 15. November 2014, nach Lüneburg ein.

Endlich! Termin und Ort stehen fest, viele spannende Referenten haben zugesagt, die Anmeldephase ist gestartet und die Vorbereitungen laufen jetzt so richtig auf Hochtouren. Ein nächster Meilenstein auf unserem Weg, die gegenwärtige Welt in eine Cradle to Cradle-Welt zu transformieren, steht kurz bevor.

Im Frühjahr 2012 wurde der gemeinnützige Cradle to Cradle e.V. mit Sitz in Hamburg gegründet. Seitdem hat sich einiges bewegt! Nun wollen wir mit dem Kongress alle Vertreter gesellschaftlicher Gruppen zusammenbringen, um das Cradle to Cradle-Konzept als Lösungsansatz für viele drängende Herausforderungen der Gegenwart zu diskutieren. Mit dem 1. Cradle to Cradle Kongress fordern wir zum Mitdenken auf und bieten gute Kontaktmöglichkeiten sowie einschlägige Referenten.

Mit dabei sind unter anderem Stef Kranendijk (ehem. CEO Desso) als Koryphäe der Cradle to Cradle Bewegung und Mann der Praxis, Christiane Benner, Vorstand der IG Metall (Cradle to Cradle Kampagne „Besser statt billiger“), Maximilian Gege, Gründer und Vorsitzender des Bundesdeutschen Arbeitskreises Umweltbewußtes Management (Baum e.V.), Michael Schmidt-Salomon (Philosoph, Schriftsteller und Begründer der Giordano-Bruno-Stiftung) und Michael Braungart, Mitbegründer des Cradle to Cradle Konzepts.

Die Cradle to Cradle-Denkschule beschreibt eine Kreislaufwirtschaft, in der alle Produkte zirkulieren. Dafür müssen sie so beschaffen sein, dass sie bzw. ihre Materialien für biologische oder technische Kreisläufe konzipiert sind. Das bedeutet zum Beispiel, dass Produkte wieder auseinandergebaut und ihre Materialien sortenrein getrennt werden können. Im Prinzip muss also jedes Produkt von Anfang an neu gedacht werden. Es muss so konzipiert sein, dass es beim Recycling nicht an Wert verliert und in anderen Kreisläufen nützlich ist.

Wissenschaftler und Wirtschaftsvertreter, engagierte Bürger und Kulturschaffende – sie alle können und sollen bei dem Kongress mitdiskutieren über die Welt, in der wir leben wollen. In einem Mix aus Vorträgen, offenen Foren und Fachworkshops sollen die Grundzüge des Konzepts und die gesellschaftlichen Bereiche, in denen es wirken kann, deutlich werden. Schwerpunktthemen sind in diesem Jahr die Bereiche Architektur, Textil und Bildung.

Der Kongress findet am 15. November ab 9.30 Uhr an der Leuphana Universität in Lüneburg statt, ist aber ausdrücklich keine rein wissenschaftliche Veranstaltung. Interessierte können sich auf der Kongress-Internetseite anmelden und erhalten dort auch weitere Informationen.

Wir freuen uns auf viele interessierte Teilnehmer!

Woodcube – Bauen mit Zukunft?

Von Monika Griefahn

Woodcube Hamburg-Wilhelmsburg„Cradle to Cradle“ – abgekürzt „C2C“ – ist meine Leidenschaft. Und am sogenannten „Woodcube“ in Hamburg kann man gut sehen, was genau C2C von anderen Recyclingideen und sonstigen Nachhaltigkeitsansätzen unterscheidet. Der Woodcube ist ein Haus nahezu komplett aus Holz, das für die Internationale Bauausstellung 2013 im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg entstanden ist.

Diverse Hauser sind dort für die Bauausstellung unter energieeffizienten und vermeintlich innovativen Gesichtspunkten gebaut worden. Die Betrachtung nach einem Jahr ist ernüchternd: In einigen Häusern stehen die Wohnungen leer, in anderen gibt es Probleme mit der aufwändigen Technik, die für die Entlüftung und Bewirtschaftung der Passivenergiehäuser nötig ist.

Nicht so im Woodcube, den wir vor Kurzem besichtigt haben. Die Raumatmosphäre fühlt sich gut an, die Bewohner haben weniger Allergiebeschwerden als vorher, das Ganze kommt mit einem Minimum an Technik aus.

Und das Interessante ist: Der Brandschutz bei richtig gebauten Holzhäusern ist wesentlich höher als bei Stahl-Beton-Konstruktionen. Leider haben sich die Genehmigungsbehörden beim Woodcube in Wilhelmsburg nicht getraut, diesem Umstand Rechnung zu tragen, so dass hier das Treppenhaus aus Beton errichtet werden musste.

Sie glauben mir nicht und meinen, ein Holzhaus brenne doch schneller als eines aus Beton? Falsch. Man muss nur einige Dinge beachten: das Holz muss – wie von alters her bekannt – im Winter geschlagen sein, wenn es „saftlos“ ist, es muss trocknen, bevor es verbaut wird, und es sollten auch keine Elemente aus Woodcube Hamburg-WilhelmsburgMetall in den Wänden vorhanden sein, da diese viel schneller heiß werden als Holz. Im Woodcube werden die Wände durch Holzdübel verbunden, die in ihren Löchern quellen und die Schichten unlösbar zusammenhalten. Holzhäuser halten 100 Jahre und mehr, wenn man diese Grundsätze und eine durchdachte Bautechnik beachtet. Wie mag es sein mit den gängigen, styroporgedämmten Gebäuden? Zerkrümelt die Isolierung nicht irgendwann? Auf jeden Fall hat man eine Menge unrecyclebaren Müll, wenn diese Häuser abgerissen werden müssen. Da ist mir der Woodcube 100.000 Mal lieber!

Das Wohnklima in Holzhäusern ist harmonisch und angenehm – jeder, der in einem wohnt oder mal gewohnt hat, weiß das. Die 32 Zentimeter dicken Schichtwände des Woodcube sind schon von der Grundausstattung her sehr warm und brauchen auch kein extra Lüftungssystem. Das könnte schimmeln. Für mich ist ein zentrales Wohlfühlargument auch, dass man die Fenster normal benutzen kann und lüftet, wenn einem danach ist.

Die sachkundige Erklärung von Matthias Korff, dem Bauherrn, begeisterte nicht nur mich, sondern auch die junge Harburger Regionalgruppe des Cradle-to-Cradle-Vereins, mit der ich gemeinsam das erste mehrstöckige Referenzgebäude am Inselpark besuchte.

Matthias Korff wird übrigens auch Rede und Antwort stehen im Forum Architektur beim ersten Cradle-to-Cradle-Kongress am 15. November in Lüneburg. Eine Anmeldung ist in Kürze möglich – save the date!

Mehr zum Woodcube in Hamburg finden Sie hier.

Was „Abrissbirnen“ mit Demokratie zu tun haben…

Von Manuela Wilczek

Mauerrest, Berlin


Wow – drei Tage Demokratie hautnah!

Ich habe eine Informationsfahrt unserer Bundestagsabgeordneten Svenja Stadler selbst mitgemacht, um das Berlin kennenzulernen, in dem Geschichte geschrieben und Politik gemacht wird. Und es war total gelungen: Höhepunkt der 3-Tages-Reise für mich war die Bundestagsdebatte, die ich live im Parlament verfolgen konnte.

Denn da ging es um die Novelle zum Erneuerbare Energien Gesetz (EEG). Dieses Gesetz begegnet mir bei meiner Arbeit immer wieder, insofern hätte das Thema spannender nicht sein können. Live mitzuerleben, wie die Opposition Wirtschafts- und Energieminister Sigmar Gabriel als „Abrissbirne“ für die erneuerbaren Energien beschimpft, und zu sehen, wie er souverän kontert, das war schon was! Diskussion und Abstimmung – ich habe hautnah miterlebt, wie Demokratie funktioniert! Sehr beeindruckend!

Das weitere Programm war auch klasse: Wir schauten uns die Stadt unter historischen und politischen Gesichtspunkten an, besuchten den Bundesrat und die neue Synagoge. Die Diskussion mit Svenja Stadler selbst im Paul-Löbe-Haus war auch ein toller Höhepunkt. Svenja Stadler stand uns Rede und Antwort, und immer wieder blitzten ihre Augen vor Begeisterung. Das hat mir imponiert. Sie hat Lust auf Politik und Gestaltung der Gesellschaft, und das zu sehen, motiviert einen auch selbst, sich einzumischen.

Klar aber, dass in diesen Zeiten der Fußball nicht fehlen durfte. Ich habe mich zwar nicht in das Getümmel der Weltmeisterschafts-Fans auf der Fanmeile gestürzt. Aber bei der Stadtrundfahrt war der Trubel schon spürbar. Lautsprecher und Übertragungsleinwand waren so aufgestellt, dass sie das Brandenburger Tor verdeckten und die Quadriga scheinbar nicht mehr auf dem Tor, sondern über der Bühne thronte. Für ein paar Tage ist der Fußball eben auch hier König.

Strandascher für kippenfreie Ostseestrände

Von Monika Griefahn
Präsentation des StrandaschersMehr als 6000 Zigarettenstummel hatte der Verein „AIDA Freunde der Meere“, dessen Vorsitzende ich bin, 2013 bei einer Strandsammelaktion im Sand von Warnemünde gefunden. Viel zu viele, fanden wir, und haben darum jetzt den „Strandascher“ entworfen, der in diesem Sommer an zahlreichen Plätzen an der Mecklenburg-Vorpommerschen Küste kostenlos verteilt wird. Die Tourismuszentrale Rostock & Warnemünde und der Verband Mecklenburgischer Ostseebäder unterstützen uns bei unserem Bestreben, damit die Strände sauberer zu halten. Das ist ein tolles Gemeinschaftsprojekt, jetzt müssen die Raucher unser neues Angebot nur noch annehmen.

Der Strandascher passt in jede Hosentasche. Wer also am Strand raucht, kann seine Kippe einfach hineintun und sie dann bei nächster Gelegenheit korrekt entsorgen. Das ist wichtig, denn Zigarettenfilter sind nicht einfach biologisch abbaubar. Sie sind mit Kunststoff überzogen, und das verrottet nur sehr langsam. Es dauert Jahre, und darum haben die Kippen im Sand nichts verloren.

In dieser Badesaison erhalten Raucher die Strandascher rund um die belebtesten Hotspots an den Stränden im Raum Rostock. Sie werden beispielsweise ausgegeben bei Supreme Surf, im Besitos sowie bei ausgewählten Strandkorbverleihern in den Ostseebädern zwischen Boltenhagen und Graal-Müritz. Insgesamt haben wir 3000 Stück produzieren lassen.

Weitere Informationen gibt es auf der Website von „AIDA Freunde der Meere“. Auch der NDR hat über unsere Idee berichtet und einen schönen Beitrag gemacht, der – für eine begrenzte Zeit – in der NDR-Mediathek zu finden ist.

Bangladesh on its way to a „solar nation“

By Moritz Petersmann

Dipal Barua
Listening to Dipal Chandra Barua might cause astonishment every time one hears him talk about his work and his vision: He wants Bangladesh to be the world’s first „solar nation“!
This might sound like daydreaming at first, but if you have a closer look at the work of Dipal Barua, laureate of the Right Livelihood Award („Alternative Nobel Prize“), there is reason to be optimistic. At the conference „Teaching Right Livelihood“ in Kassel in May, I had the privilege to meet him and could participate in a workshop in which he presented his work and afterwards discussed his actions and vision with the audience.

One notices quickly that Dipal Chandra Barua not only complains about worldwide problems and wrongdoing, but is active himself. He gets down to the root of a problem and offers long-term solutions. Dipal Chandra Barua has already visited thousands of villages in Bangladesh and has gotten an idea of the situation. Often people living in these rural areas of Bangladesh had to get along without any connection to the electricity grid (in 1996 this was so for about 85 percent of the population). That is why they spent the time after sunset in absolute darkness. Their light source mainly consisted of kerosene-fueled lamps.

After the non-profit organization Grameen Shakti was established in 1996 the situation changed quickly in those rural areas. That is due to Dipal Chandra Barua’s model for implementing sustainable light and energy – both of which provides a win-win situation: On the one hand the rural population of Bangladesh gets the chance to raise its standard of living by installing its own solar home systems (SHS), on the other hand and at the same time they support the expansion of renewable, climate-friendly energy sources. A financial mechanism helps to reduce the cost of the installation of an SHS to the monthly cost of kerosene. The model is successful: Up to now about 3 million solar home systems have been installed in rural areas of Bangladesh. It is also remarkable that Dipal Chandra Barua with his Green Technology Center (GTC) explicitly supports and encourages women to complete a technical training. He does so with great success! Many women work as „green entrepreneurs“ in the growing market of renewable energies. This causes, in addition to the environmental benefits, a change in the reputation of women in the Bangladeshi society, in which the majority of the people belongs to the Muslim religious community.

Dipal Barua demonstrates how the expansion of renewable energies in developing countries can become a success: it takes a decentralized supply with renewable energy and additional value for health, education, and productivity. Now it remains to be seen whether Dipal Chandra Barua’s vision comes true a 100 percent, which would mean that 75 million people in Bangladesh benefit from the use of renewable energy.

Ein Weckruf auf der Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung

Von Moritz Petersmann

Vertreter des KIKA Nachhaltigkeitstages im Gespräch mit Andreas Jung (MdB)
Blickt man zurück auf die Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung vom 2. Juni 2014, bleibt besonders der „Weckruf“ von Konstantin Wecker in Erinnerung. Mit seiner Forderung nach mehr Poesie in der Politik prägte er die 14. Jahreskonferenz zum Abschluss nochmals entscheidend. Leider hatten sich zu diesem Zeitpunkt schon viele Teilnehmer verabschiedet.

Unter dem Motto „verstehen, vermitteln, verändern“ fand die diesjährige Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung im bcc Berlin Congress Center statt. Die Bandbreite der Themen war enorm, das zeigte gleich der Auftakt. Besonders Harald Welzer stach hervor. Er untersucht Bürgervisionen und lokale Initiativen, wie zum Beispiel die Elektrizitätswerke Schönau, die aus einer Bürgerinitiative heraus entstanden. Erfolgsbedingungen für solche Initiativen seien eine flexible Zielverfolgung, Vertrauensbeziehungen auf lokaler Kultur und Kunden als Teilhaber des Veränderungsprozesses, so Welzer. An die Politik richtete er die Forderung, dass das derzeitige Nischendasein dieser vielen lokalen Initiativen überwunden werden müsse!

Vom Nischendasein zum Mainstream, dieser Weg muss für Nachhaltigkeitsbestrebungen geebnet werden. Darüber herrscht Konsens. Wie dies tatsächlich geschehen soll, dazu gibt es unterschiedliche Ansätze. Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte sich dazu im Rahmen der Konferenz und betonte besonders, dass man weltweit eine Verbindung von Wohlstand und Nachhaltigkeit erreichen müsse, um sich erfolgreich auf den Weg zu einer Nachhaltigen Entwicklung zu machen. Die Rolle des Rates für Nachhaltige Entwicklung stellte sich im Gespräch mit Angela Merkel als die eines „Wachhundes“ heraus, der wachsam und teils bissig die Aktivitäten der Bundespolitik beeinflusst. Den Wachhund imitierten am Nachmittag dann auch drei jugendliche Vertreter des KIKA Nachhaltigkeitstages, als sie Andreas Jung (MdB) mit den dringlichsten Forderungen ihrer Agenda für Nachhaltigkeit konfrontierten.

Inwiefern es wünschenswert ist, dass Nachhaltigkeitsbelange mit Hilfe eines Wachhundes durchgesetzt werden, bleibt jedem selbst zu urteilen. Konstantin Wecker sprach am Ende zumindest jeden einzeln an, als er mehr Idealismus und mehr „zu sich selbst stehen“ forderte. Nachhaltigkeit muss im Grundgesetz verankert sein, der Würde des Menschen zuliebe, so Konstantin Wecker. Der Weg dorthin ist noch weit, aber je mehr Menschen dem Aufruf folgen, desto eher kommen wir der Idee einer nachhaltigen Entwicklung näher.

Konstantin Wecker

Conference of those who „make the world better“

By Monika Griefahn

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„Regional Conference“ – this sounds small and manageable. Manageable it was indeed, but the regional conference of the Right Livelihood Award Foundation covered geographically the entire continent of Africa and the Middle East. It took place in Sekem near Cairo, Egypt. About ten Right Livelihood laureates gathered there to share their experiences and to establish a platform for their concerns. Moreover, the conference gave the opportunity to heighten public awareness and to establish a closer cooperation among the laureates. This was seen as a central point to face the big challenges of today.

For me personally, it felt great to be back in Sekem again. The project situated there received the Right Livelihood Award (RLA) in 2003, and it made me feel good to see how it has developed and flourished.

To tell the story from the beginning, the following laureates took part at the conference:

–    Dr. Ibrahim Abouleish, Sekem-founder, Egypt (RLA 2003) and Helmy Abouleish, managing director of Sekem
–    Nnimmo Bassey, Nigeria (RLA 2010)
–    Matron Sr. Tenadam Bekele Wolde, Ethiopia (RLA 2009)
–    Jumanda Gakelebone, Botswana (RLA 2005)
–    Guillaume Harushimana, Burundi (RLA 2002)
–    Legborsi Saro Pyagbara, Nigeria (RLA 1994)
–    Jacqueline Moudeina, Chad (RLA 2011)
–    René Ngongo, Democratic Republic of Congo (RLA 2009)
–    Nomewende Joël Ouedraogo, Burkina Faso, (RLA 1990)

Nevertheless, other laureates had been prevented from being present at the conference: Raji Sourani from the Gaza strip (RLA 2013) was not able to come, as the frontier had been closed for months. Israeli Laureates Dr. Ruchama Marton (RLA 2010) and Adam Keller had to cancel their participation as they did not receive a visa. However, the conference was enriched from the European side by Dr. Hans Herren from Switzerland/Kenya (RLA 2013).

I have been using the name “Sekem” for several times now in this article. Sekem is a holistic initiative, which was built up in the middle of the desert in 1978. Nowadays it includes the production of biological food of demeter-quality, a pharmaceutical company with natural products and a clothes’ production site for clothes made out of bio cotton (in Germany these clothes are sold at “dm”, for example). Moreover, in Sekem one finds a kindergarden, a day nursery, a school for children with special needs and a training site for educators, teachers, carpenters, electricians and mechanical engineers. Additionally, in 2012 the Heliopolis University opened. It is a university for sustainable development with faculties of pharmaceutics, engineering and economic sciences.

The Sekem conference inspired us all! Important basic steps were taken to start cooperation among the laureates, who work in very different fields – human rights or ecological agriculture, for example. Questions of health also play a pivotal role very often – for example the problems of circumcised women on the African continent.

At Heliopolis University, we had the opportunity to talk to Egyptian organizations, mainly from the NGO sector. We noticed similar problems all across the different countries: The non-existing independence of the legal system in Chad has the same consequences as the Nigerian government, which is unwilling or incapable of helping the people in Ogoniland. By doing so, the Nigerian government does not implement an UN resolution to overcome the oilspill. Furthermore, the “bushmen” in Burkina Faso are not supported by their government as their right to their land is being ignored.

However, the conference also gave us hope: Sekem, the miracle in the desert built from nothing, gives work to more than 3000 people today as it needs the supply of hundreds of farmers in the Nile delta. Those farmers switched to ecological agriculture. Hans Herren proved to us that the future of nutrition does not lie in genetic engineering – therefore it does not lie in the hands of agricultural enterprises like Monsanto or Syngenta – but in the hands of family-run farms, which provide 75 percent of our food today.

The laureates at the conference agreed on a joint public relations work, petitions, and immediately started to gather signatures in favor of ecological agriculture. Great!

Sekem - Ibrahim Abouleish

Praxis an der Uni: Nachhaltigkeit in Unternehmen

Von Monika Griefahn

Achim LohrieSeit 2012 unterrichte ich an der Technischen Universität Hamburg-Harburg das Wahlpflichtfach „Umweltpolitik und Nachhaltigkeit“, und von Beginn an gehört zu meinem Konzept, Experten aus der Praxis in die Uni zu holen. So waren schon Abgeordnete aus dem Land- und Bundestag und aus dem Europäischen Parlament zu Gast, um aus ihrer Arbeit zu berichten. Wir haben außerdem mit Unternehmensvertretern und Vertreter von NGOs diskutiert. Jetzt war Achim Lohrie im Seminar. Er ist „Direktor Unternehmensverantwortung“ bei Tchibo und erzählte, wie das Unternehmen das Thema Nachhaltigkeit in seine Geschäftsstrategie verankert.

Nachhaltigkeit müsse in allen Unternehmensbereichen mitgedacht werden und in die Budgetplanung einfließen, stellte Lohrie klar. Auch im Bonussystem für die Mitarbeiter werde berücksichtigt, wie gut die Nachhaltigkeitsziele erreicht würden.

Tchibo setzt mehr auf Kooperation denn auf Kontrolle. Es würden Partner mit ins Boot geholt, die über spezifisches Know-how verfügten, zum Beispiel Zertifizierungsorganisationen. Kooperativ werde auch auf die Kaffee- und Baumwollbauern zugegangen. In Produktionsbetrieben erarbeite man mit Dialogtrainern und den Instrumenten des Brainstormings, mit Rollenspielen und ähnlichen Maßnahmen gemeinsame Ziele, die eine nachhaltige Produktion und Arbeit garantieren sollen. Es sei ein langer Prozess, zwei bis fünf Jahre dauere es manchmal, bis die Betriebe so arbeiteten, wie Tchibo es für sich beanspruche. Gleichzeitig führe das zu besseren Arbeitsbedingungen in den Betrieben und Wissen und Bildung auch für die Kinder.

Lohrie betonte jedoch auch die ökonomische Nachhaltigkeit. Es sei niemandem geholfen, wenn „wir am Endverbraucher vorbei optimieren“, meinte er. Einzelportionierung bei Kaffee zum Beispiel sei der Trend im Markt, dem könne sich Tchibo nicht verschließen, auch wenn die Kapseln Müll verursachten. Darum forsche man an Kapseln aus nachwachsenden Rohstoffen oder an Maschinen, die den Kapselmechanismus integriert hätten.

Ich hoffe, dass Besuche wie der von Achim Lohrie – aber genauso die Diskussionen mit Politikern und NGOs – den Studierenden in meinem Seminar helfen, die breite Palette gesellschaftlicher Akteure kennenzulernen. Die jungen Leute an der TUHH stecken allesamt in technischen Studiengängen. Aber technische Entwicklungen gesellschaftsfähig zu machen, dazu gehört auch, die Akteure der Gesellschaft zu kennen und zu verstehen. Das versuche ich rüberzubringen.

Dicke Luft im Hafen?

Von Petra Reinken

Ökumenisches Forum Hafencity - Podium und Zuhörer Wie schlimm ist es nun wirklich mit der Luftbelastung durch den Schiffsverkehr im Hamburger Hafen? Lebt es sich gesünder in der Hafencity mit den Emissionen der Schiffe oder am Rödingsmarkt mit den Emissionen durch den Autoverkehr? Wo soll die saubere Energie herkommen, die all die Schiffe benötigen, und bemühen sich die Verantwortlichen aus Hafen und Stadt sowie die Reeder genügend um Nachhaltigkeit und Lebensqualität? All diese Fragen wurden beim Ökumenischen Forum Hafencity unter dem Thema „Dicke Luft im Hafen“ aufgeworfen – und teilweise auch beantwortet. Auf dem Podium: Monika Griefahn in ihrer Funktion als Direktorin für Umwelt und Gesellschaft bei AIDA Cruises, Lutz Birke von der Hamburg Port Authority (HPA), Umweltpastor Jan Christensen sowie Malte Siegert vom Naturschutzbund Deutschland (NABU).

Dass Anwohner sich Sorgen machen, ist nachvollziehbar, schaut man auf die Zahlen: 10.000 Schiffe, so hieß es, kämen pro Jahr in den Hamburger Hafen, 200 Mal sollen 2015 Kreuzfahrtschiffe dort anlegen. Dass die HPA sich Wachstum, einen höheren Warenumschlag und mehr Wertschöpfung zum Ziel gesetzt hat und gleichzeitig die Umwelt und die Lebensqualität erhalten will, brachte einige Zuhörer zum Zweifeln.

Dennoch wurde deutlich: Die Hafenwirtschaft arbeitet daran, IT-gestützte Logistik aufzubauen, um Verkehrsströme besser zu lenken. Sie will Energie im Hafen selbst erzeugen und Energie effizient nutzen. Teil des Energiekonzepts ist der Landstromanschluss in Altona, der bis Juni 2015 realisiert werden soll, und die Infrastruktur an Land für die LNG Power Barge.

Diese „Barge“ ist quasi ein Schiff mit einem Blockheizkraftwerk, das mit Gas betrieben wird. Schiffe, die im Hafen liegen, können damit ihren Energiebedarf sauberer decken als wenn sie die eigenen Motoren laufen ließen. AIDA Cruises, informierte Monika Griefahn, würde diese Energie abnehmen können. Auf den Schiffen der Kreuzfahrtreederei würden zudem seit diesem Jahr sukzessive Filter eingebaut, die Schwefel, Stickoxide und Rußpartikel erheblich reduzierten.

Was blieb nach zwei Stunden Vortrag und Diskussion? Zum einen der Eindruck, dass der Energiebedarf der Hafenwirtschaft beängstigend hoch ist. Zum anderen der Eindruck, dass alle Beteiligten das Thema „auf dem Zettel“ haben und Konzepte vorliegen, um Schadstoffe zu reduzieren. Und es blieb die einhellige Aussage, dass trotz allem der Schiffsverkehr die ökologischte Art des motorisierten Transportes sei. Immerhin.