Archiv für den Monat: März 2015

Strong women and solar energy for daily life

By Monika Griefahn

Right Livelihood Laureates and observers at Asian Regional Confe

The commitment and assertiveness of our Laureates – the recipients of the Right Livelihood Award – surprises me again and again. It is overwhelming to experience their confidence and power. At the Regional Conference of Asia-Pacific Laureates, held at the Tata Institute of Social Sciences in Mumbai, I had the opportunity to hear of their work and discuss urgent challenges of our time. The conference saw a blossoming of fruitful discussions and sharing of ideas throughout the week – both inside and outside formal sessions. Laureates initiated and signed petitions related to addressing pressing challenges in their work.

At the conference, Huang Ming from China presented his portable solar stove, and Shrikrishna Upadhyay from Nepal reported about the power that one million people can exert when they understand themselves as part of a community. In that way, they have the ability to change their living conditions for the better.

Just like several times in the past, it was the women who impressed me most. Sima Samar from Afghanistan, Medha Patkar and Ruth Manorama from India, supported by human rights activist Basil Fernando from Hong Kong/Sri Lanka, analyzed convincingly at the pubic panel discussion how important the education and the health care of women is for the further development of a society.

Madha Patkar fights for female migrant workers, who do not even have the opportunity to go to school, because they don’t have permanent residence. And members of the Dalit caste (the former “untouchable” caste in India, which has been abolished by law) are still being thrown out of shops (I have seen it with my own eyes) and have few possibilities to receive training or education necessary for a good job.

Ruth Manorama is a charismatic fighter. She already has achieved a lot for the poorest of the poor. But not everybody in society is conscious of the need to not leave the poor behind.

Sima Samar is an impressive person, too. Since she found no hospital, no school and no university, which had answers to women’s needs, she simply founded her own training institutions and hospitals – adequate for women also. When I listened to the intensive debate among those strong personalities, I thought about the things women fight for in Germany, which are – compared to the issues of women in other parts of the world – very small problems. The public panel discussion on “Creating an Enabling Environment for Civil Society in the Asia-Pacific” saw an intense debate on which issues and strategy civil society in the region should adopt and focus on.

The week of the Asian Regional Conference was exhausting, but instructive. It showed that everywhere in the world there are people who fight for the good – and make progress. It ended with the first conference of the seven existing universities hosting Right Livelihood Colleges (Mumbai in India, Addis Ababa in Ethiopia, Port Harcourt in Nigeria, Valdivia in Chile, Lund in Sweden Bonn in Germany and Santa Cruz in the USA). All campuses try to pass on the spirit of innovation and opportunities. This is meant in a human, not only in a technical way, as our host, Prof. Dr. Swati Banerjee of the Tata Institute of Social Sciences, emphasised.

Geballte Frauenpower und solare Technik für den Alltag

Von Monika Griefahn

Right Livelihood Laureates and observers at Asian Regional Confe

 

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Immer wieder überraschen und überwältigen mich das Engagement und die Durchsetzungskraft unsere Alternativen Nobelpreis-Gewinner!

Vom 3. bis zum 6. März trafen sich die Preisträger aus dem asiatischen und pazifischen Raum auf Einladung der Tata-Universität, Centre for Livelihoods and Social Innovation (CLSI) in Mumbai, Indien. Da stellte nicht nur Huang Ming aus China seinen transportablen Solarkocher vor, sondern Shrikrishna Upadhyay aus dem Nepal vermittelte uns auch, welche Kräfte die eine Million Menschen, die im ländlichen Nepal ihre Lebensbedingungen gemeinschaftlich verbessert haben, mobilisieren konnten.

Monika Griefahn, Huang MingBesonders beeindruckend waren wieder einmal die Frauen: Sima Samar aus Afghanistan sowie Medha Patkar und Ruth Manorama aus Indien, unterstützt durch den Menschenrechtler Basil Fernando aus Hongkong/Sri Lanka, stellten sehr deutlich dar, wie wichtig die Bildung und Gesundheitsversorgung von Frauen für die Weiterentwicklung von Gesellschaften ist.

Madha Patkar streitet für die Wanderarbeiter/innen, die noch nicht einmal die Möglichkeit bekommen, zur Schule zu gehen, da sie keinen festen Wohnsitz haben. Und die Angehörigen der Dalit, der unteren Kaste in Indien, die es eigentlich laut Verfassung nicht mehr gibt, werden noch immer aus Geschäften gejagt (ich habe es selbst gesehen!) und bekommen auch viel weniger die Möglichkeiten, eine anständige Ausbildung zu machen. Ruth Manorama hat als charismatische Kämpferin schon viel für die Schwächsten in der Gesellschaft erreicht. Aber das Bewusstsein ist noch nicht überall in der Gesellschaft angekommen. Und Sima Samar hat aus Mangel an Einrichtungen mal eben selbst ein Krankenhaus, eine Schule und eine Universität und Ausbildungseinrichtungen – eben auch für Frauen – gegründet und vorangetrieben. Als ich dieser Diskussion „Transforming Livelihoods: Creating an Enabling Environment for Civil Society in the Asia-Pacific“ so zuhörte, fühlten sich unsere Diskussionen hier in Europa schon fast als Jammern auf hohem Niveau an.

Diese anstrengende und lehrreiche Woche, die aber auch zeigte, dass es überall Menschen gibt, die für das Gute eintreten und es auch erreichen, endete mit einer Ersten Konferenz der Right Livelihood Colleges. Das sind die sieben Universitäten (in Mumbai in Indien, Addis Abeba in Äthiopien, Port Hartcourt in Nigeria, Valdivia in Chile, Lund in Schweden, Bonn in Deutschland und Santa Cruz in den USA) weltweit, die genau das versuchen weiterzugeben: den Geist der Innovation und Möglichkeiten, und zwar in einer menschlichen und nicht nur in einer technischen Hinsicht – wie unsere Gastgeberin Prof. Dr. Swati Banerjee vom Tata-Institute for Social Sciences ihren Bildungsauftrag beschrieb.

Jeder kann „kompensieren“!

Von Monika Griefahn

Bei Aida haben wir eine wichtige Kooperation festgezurrt: Die Kreuzfahrtreederei und Atmosfair arbeiten beim Klimaschutz jetzt zusammen. AIDA kompensiert die CO2-Emissionen der dienstlich veranlassten Reisen mit dem Flugzeug oder Mietwagen über Atmosfair-Klimaschutzprojekte. Und AIDA-Gäste können den CO2-Ausstoß, den ihre Kreuzfahrt verursacht, ebenfalls kompensieren, indem auch sie Projekte unterstützten, die dem Klima und den Menschen helfen.

Das Geld aus dieser Kooperation fließt an ein Biomassekraftwerk im nördlichen Indien, das aus Ernteresten grünen Strom für 40.000 Haushalte produziert, 30.000 Tonnen CO2 jährlich spart und zusätzlich einen Beitrag zur Entwicklung der Region mit neuen Arbeitsplätzen und Einnahmequellen für Bauern bietet. Die Kompensationsprojekte sind so ausgelegt, dass sie selbst das Klima schützen, also zum Beispiel fossile Energie ersetzen oder Böden schonen.

Klar ist aber auch: Kompensation sollte immer nur das letzte Mittel der Wahl sein. Ein „Freikaufen“ aus der Verpflichtung, für sich uns die Welt zu sorgen, ist nicht der richtige Weg. Bei AIDA haben wir vieles entwickelt, das Emissionen verringert – zurzeit werden Filtersysteme in AIDA-Schiffe eingebaut, die Schwefel, Stickoxide und Rußpartikel herausfiltern. Die LNG-Hybrid-Barge wird in dieser Saison im Hamburger Hafen ihren Dienst aufnehmen und Strom für Kreuzfahrtschiffe produzieren, damit sie weniger CO2, keinen Schwefel und Ruß emittieren. Außerdem hat das Unternehmen seit jeher in Maßnahmen investiert, die den Treibstoffverbrauch generell verringern. Diese Anstrengungen werden auch weiterhin gemacht, CO2-Kompensationen sind ein ergänzendes Element.

In meiner eigenen Firma, dem Institut für Medien Umwelt Kultur, verfahren wir nach dem gleichen Muster. Auf Dienstreise gehen wir sehr oft mit dem Zug, aber wenn IMUK-Dienstreisen nur per Flugzeug möglich sind, dann kompensieren wir auch über Atmosfair – für sinnvolle Klimaprojekte.

Was ich damit sagen will: Jeder kann etwas tun! Jeder muss etwas tun.

Es ist neben den eigenen Bemühungen, weniger Klimagase auszustoßen, wirklich eine einfache Art zu helfen, und Atmosfair ist auch nicht der einzige Anbieter, der die Förderung von Klimaschutzprojekten durch Kompensation organisiert. Auf den Internetseiten der Anbieter gibt es Rechner, mit denen sich der CO2-Ausstoß bestimmen lässt und die dann den Betrag errechnen, der überwiesen werden müsste.

Wenn Unternehmen und Privatpersonen in dieser Reihenfolge handeln – vermeiden, einsparen, kompensieren -, dann ist eine Kompensation von CO2-Emissionen eine hilfreiche Sache. Es ist die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen. Das Klima wirkt global, und hier haben wir einen globalen Ansatz des Klimaschutzes.

Zum Nachhaltigkeitsbericht von AIDA Cruises.

Klima. Wandel. Gerechtigkeit. Welchen Fußabdruck willst du hinterlassen?

Von Moritz Petersmann, Leuphana-Student

Podium mit Monika GriefahnDrei Tage lang elektrisierende Stimmung auf dem Campus der Leuphana Universität Lüneburg: Die jährlich stattfindende Konferenzwoche hat es wieder geschafft, viele junge Menschen in ihren Bann zu ziehen. Sie ist ein beeindruckender Höhepunkt des Studienmoduls „Wissenschaft trägt Verantwortung“  an unserer Universität.

Vom 25.  bis zum 27. Februar machten sich in Lüneburg etwa 1500 Studierende des ersten Semesters bei der Konferenz auf verschiedene Wege des Wandels, um den Herausforderungen und Chancen einer nachhaltigen Entwicklung zu begegnen. Es lockten große Arenen mit prominenten Gästen wie Klaus Töpfer, langjähriger Direktor bei den Vereinten Nationen, Stefan Wenzel, niedersächsischer Umweltminister, Katharina Fegebank, Landesvorsitzende der Grünen in Hamburg, Menschenrechtsaktivistin Ruth Weiss, Club of Rome-Mitglied Uwe Schneidewind, Starköchin Sarah Wiener oder dem Yale-Philosophen Thomas Pogge.

Doch auch die Studierenden selbst prägen mit der Präsentationen ihrer Forschungsergebnisse die Konferenz maßgeblich mit. Der „Gallery Walk“ verwandelt zum Beispiel den Hörsaalgang dann in eine bunte Messe mit viel Ideenreichtum. Ein beeindruckendes Beispiel aus diesem Jahr ist das Projekt „Papp Dich“. Inspiriert durch den „Cradle to Cradle“-Gedanken will die Projektgruppe mit einem flexiblen und nachhaltigen Möbelsystem ein klares Statement setzen für Kreativität und Wirtschaften in Kreisläufen.

Neben den geläufigen Formaten einer Konferenz bietet die Leuphana Konferenzwoche immer auch einige Spezialitäten. So kann man auf der Spielwiese dem Konferenztrubel entfliehen und neben einem wunderbaren Angebot veganer und vegetarischer Köstlichkeiten das Thema gesellschaftliche Verantwortung erkunden. Kunst, Musik und interaktive Formate kultureller und sozialer Initiativen finden dort Platz.

Gast am dritten Konferenztag war auch Monika Griefahn. Zum „Kampf der Strategien“ hatten sich neben ihr auch BUND-Ehrenvorsitzende Angelika Zahrnt, Leonie Bellina, Expertin u.a. zum Thema Environmental Justice (umweltbezogene Gerechtigkeit) und der Dekan der Lüneburger Nachhaltigkeitswissenschaften Leuphana-LogoDaniel Lang auf dem Podium zusammengefunden. Dort wurde klar: Wir brauchen eine integrierende Strategie, die sich Gerechtigkeit zum Ziel (und zum Weg) macht. Das Nebeneinander von Suffizienz-, Konsistenz-, Effizienz- und weiteren Strategien des Wandels reicht also nicht aus. Gefordert ist vor allem auch das Engagement jedes Einzelnen!

Zum Abschluss der Konferenz spürten wir Studenten neben der Erschöpfung dreier intensiver Tage voller Lernen und Begegnung eine Aufbruchsstimmung auf dem Campus. Die wollen wir mitnehmen in das nächste Semester und darüber hinaus. Damit ist klar: Die Konferenzwoche hat ihr Ziel erreicht. Sie setzt Impulse für Transformation – im Kleinen wie im Großen.

Nächstes Jahr, Ende Februar 2016, ist es wieder soweit. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen und willkommen. Wir sehen uns!

Zur Leuphana-Konferenzwoche