Einweg-„To go“ echt uncool

Von Monika Griefahn

Die Zahlen, die die Deutsche Umwelthilfe (DUH) ermittelt hat, sind beängstigend: 3 Milliarden Einwegbecher fallen jedes Jahr in Deutschland an. Allein 460.000 davon werden Tag für Tag in Berlin benutzt und weggeworfen. Rein rechnerisch also kauft jeder siebte Bewohner der Hauptstadt täglich einen Kaffee to go und produziert damit Müll, Müll, Müll.

Rohstoffe (Holz, Kunststoffe, Wasser, Energie) für drei Milliarden Becher, Transportwege für drei Milliarden Becher, Umverpackungen für drei Milliarden Becher – und dann wird das Gefäß im Schnitt 15 Minuten lang gebraucht und anschließend weggeworfen. Im allerbesten Fall wird es zu irgendetwas recycelt, im schlechtesten Fall besteht es aus einem Material oder Materialmix, bei dem Recycling unmöglich ist.

Müll, Müll, Sondermüll. Nur weil wir zu faul sind, uns den Kaffee zu Hause für die Thermoskanne zu brauen. Oder weil es irgendwie nicht „in“ ist. Das kann nicht gut gehen! Die Deutsche Umwelthilfe will mit der Kampagne „Becherheld – Mehrweg to go“ aufklären und Alternativen deutlich machen. Wer Zeit hat, könnte sich einfach die 15 Minuten in einem Café gönnen und stilvoll aus einer Porzellantasse trinken. Wer auf dem Sprung ist, kann sich einen Mehrwegbecher zulegen – ebenfalls etwas mit Stil – und seinen Kaffee dort hinein füllen lassen. Lassen Sie sich nicht von Ausreden – („Dürfen wir nicht“, „Hygiene“ etc.) ausbremsen. Wer Ihnen nichts in den Mehrwegbecher füllt, kann auch nichts an Ihnen verdienen! Die DUH empfiehlt für Kaffeehausketten auch ein Poolsystem. Wer einen Mehrwegbecher in Filiale 1 bekommt, kann ihn in Filiale 2 wieder abgeben. Bei Mietwagen ist das längst Usus – das wäre echte Verbraucherfreundlichkeit!

Ich persönlich hänge an meiner roten Thermoskanne. Das liegt daran, dass sie mich über viele Stationen meines Berufslebens begleitet hat, aber auch daran, dass ich mit ihr keinen Müll mache. Es ist ein gutes Gefühl, meinen Tee to go ressourcenschonend zu trinken. Ich hasse die Situationen, in denen ich sie nicht dabei habe und meinen Durst dann doch über Getränke in Plastikflaschen oder eben aus dem Einwegbecher stillen muss.

Was die Deutsche Umwelthilfe versucht, ist ein Stück kultureller Wandel. Ich weiß nicht, ob es jetzt cool ist, mit Müll machenden Einwegbechern herumzulaufen. In jedem Fall muss es cool sein und werden, mit Mehrwegbechern oder Thermoskannen unterwegs zu sein. Es würde das Bild dieser Gesellschaft verändern und es wäre ein Mosaikteilchen auf dem Weg hin zu einer wirklich nachhaltigen Welt, in der – wie es in der Definition heißt – auch zukünftige Generationen die Wahlmöglichkeit zur Gestaltung ihres Lebens haben.

Also, nicht zögern – mitmachen ist echt einfach!

Zur Deutschen Umwelthilfe und der Becherheld-Kampagne

Foto oben: Sascha Krautz

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