Archiv für den Monat: Oktober 2015

Arbeit am Atomausstieg wird konkret

Von Monika Griefahn

Der Atomausstieg geht vom Beschluss in konkretes Handeln über – und ich kann dabei sein. So viele Jahre habe ich mich für ein Ende der Atomenergie eingesetzt! Dann kam der Ausstiegsbeschluss durch Rot-Grün, die Rücknahme des Ausstiegs, wir demonstrierten weiter, und nach Fukushima kam die endgültige Wende!

Jetzt kann ich mitwirken in der Kommission zur Überprüfung der Finanzierung des Kernenergieausstiegs (KFK), die Empfehlungen erarbeiten soll, „wie die Sicherstellung der Finanzierung von Stilllegung, Rückbau und Entsorgung so ausgestaltet werden kann, dass die Unternehmen auch langfristig wirtschaftlich in der Lage sind, ihre Verpflichtungen aus dem Atombereich zu erfüllen.“ Die Einsetzung dieser Kommission geht einher mit dem „Gesetz zur Nachhaftung für Rückbau- und Entsorgungskosten im Kernenergiebereich“, das jetzt zunächst im Bundeskabinett beschlossen wurde. Damit sollen Haftungslücken geschlossen werden.

Ich bin gespannt auf die Aufgabe, die mich erwartet. Für mich ist der Ausstieg aus der Atomenergie, für den ich mich seit den 1970er Jahren einsetze, ein Teilaspekt der großen Energiewende, von der ich möchte, dass sie gelingt. Ich möchte nicht, dass Steuer- und Gebührenzahler für Rückbau und Entsorgung zahlen müssen, und ich hoffe, dass ich in der Kommission an diesem Ziel tatkräftig arbeiten kann. Der Beschluss zur Nachhaftung zeigt, dass es erklärter Wille der Bundesregierung ist, weder den Steuerzahler noch die öffentlichen Haushalte damit zu belasten. Meiner ist es auch.

Zur Pressemitteilung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie

This year’s ‘Alternative Nobels’ announced

Press Release Right Livelihood Award Foundation

A Pacific island state foreign minister who has challenged the world’s nuclear powers through unprecedented legal action; an indigenous leader who fights to protect the Arctic in the face of climate change; an Ugandan human rights activist working against the discrimination of lesbian, gay, bisexual, transgender and intersex (LGBTI ) communities in Africa; and an Italian doctor who has saved countless lives in war-torn countries are this year’s Laureates of the Right Livelihood Award, widely known as the ‘Alternative Nobel Prize’

De Brum & Todd SternThe 2015 Right Livelihood Honorary Award goes to

Tony de Brum and the people of the Marshall Islands “in recognition of their vision and courage to take legal action against the nuclear powers for failing to honor their disarmament obligations under the Nuclear Non-Proliferation Treaty.” (Foto: public domain; Tony de Brum (l) with US Special Envoy for Climate Change Todd Stern)

Sheila Watt-CloutierThree Laureates will share the cash award of SEK 3 million (ca. EUR 320 000):

The jury recognizes Sheila Watt-Cloutier (Canada) “for her lifelong work to protect the Inuit of the Arctic and defend their right to maintain their livelihoods and culture, which are acutely threatened by climate change.” (Foto: Stephen Lowe)

Kasha Jaqueline NabageseraThe Jury awards Kasha Jacqueline Nabagesera (Uganda) “for her courage and persistence, despite violence and intimidation, in working for the right of LGBTI people to a life free from prejudice and persecution.” (Foto: Christine Dierenbach)

The Jury recognises Gino Strada , co-founder of Emergency, (Italy) “for his great humanity and skill in providing outstanding medical and surgical services to the victims of conflict and injustice, while fearlessly addressing the causes of war.” (Foto: Emergency)

Gino StradaThe 2015 Right Livelihood Awards were recently announced in Stockholm at the Swedish Foreign Office International Press Centre by Ole von Uexkull, Executive Director, and Dr Monika Griefahn, Chair of the Board of the Right Livelihood Award Foundation. The Awards will be presented at a ceremony in Stockholm on 30 November2015, hosted by the Society for the Right Livelihood Award in the Swedish Parliament.

Ole von Uexkull said: “This year’s Right Livelihood Laureates stand up for our basic rights – be it the rights of indigenous peoples or LGBTI communities, or the right of all citizens to live in a world free from the scourges of war and climate chaos. With their tireless work, on the frontlines and in courts, the Laureates uphold the values that led to the creation of the United Nations seventy years ago. In this year of global humanitarian crises, they provide an inspiring response to the defining challenges of our time.”

Monika Griefahn extended her thanks not only to the winners of the Right Livelihood Award, but was also glad to hear that the National Dialog Quartet Tunisia received the Nobel Peace Prize 2015. She wishes the quartet all the best for their efforts to build up a pluralistic democracy.

For further information about the Right Livelihood Award please visit www.rightlivelihood.org

Please klick for the Swedish, Spanish, Italian or French version of the press release.

Please klick here for the German version.

„Alternative Nobelpreise“ gehen nach Italien, Uganda, Kanada und an die Marshallinseln

Aus der Pressemitteilung der Right Livelihood Award Stiftung

Der Außenminister der Marshallinseln, der mit den Mitteln des Völkerrechts die Atommächte herausfordert; eine Inuit-Aktivistin, die für die Erhaltung der Arktis im Angesicht des Klimawandels kämpft; eine ugandische Menschenrechtlerin, die sich gegen die Diskriminierung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender und Intersexuellen in Afrika einsetzt und ein italienischer Arzt und Kriegsgegner, der zahllose Menschenleben in bewaffneten Konflikten gerettet hat, sind die diesjährigen Preisträger des Right Livelihood Award, auch bekannt als „Alternativer Nobelpreis“.

De Brum & Todd SternDer Ehrenpreis geht in diesem Jahr an

Tony de Brum und das Volk der Marshallinseln, „in Anerkennung ihrer Vision und ihres Mutes, mit rechtlichen Mitteln gegen die Atommächte vorzugehen, weil diese ihren Abrüstungsverpflichtungen aus dem Atomwaffensperrvertrag nicht nachkommen”. (Foto: Public domain; Tony de Brum (l.) with US Special Envoy for Climate Change Todd Stern)

Sheila Watt-CloutierDrei Preisträger teilen sich das Preisgeld in Höhe von umgerechnet rund 320.000 Euro:

Die Jury ehrt Sheila Watt-Cloutier aus Kanada „für ihren lebenslangen Einsatz für die Rechte der Inuit und für den Erhalt ihrer Lebensgrundlage und Kultur, die vom Klimawandel akut bedroht sind“. (Foto: Stephen
Lowe)Kasha Jaqueline Nabagesera

Die Jury zeichnet Kasha Jacqueline Nabagesera aus Uganda aus, „weil sie sich trotz unerträglicher Einschüchterung und Gewalt mit Mut und Hartnäckigkeit für das Recht von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender und Intersexuellen auf ein Leben ohne Vorurteile und Verfolgung einsetzt“. (Foto: Christine DierenbGino Stradaach)

Gino Strada, Mitgründer der Organisation EMERGENCY (Italien), erhält den Preis „für die Schaffung hervorragender medizinischer und chirurgischer Nothilfe für die Opfer von Konflikt und Ungerechtigkeit und für seinen furchtlosen Einsatz gegen die Ursachen von Krieg“. (Foto: Emergency)

Die Preisträger wurden unlängst von der Vorsitzenden der Right Livelihood Award Stiftung, Dr. Monika Griefahn, und dem Stiftungsdirektor Ole von Uexküll in Stockholm bekannt gegeben. Die Stiftung übergibt die Preise am 30. November feierlich im schwedischen Parlament.

Ole von Uexküll zeigte sich beeindruckt von den persönlichen Leistungen und dem unerschütterlichen Engagement der Preisträger: „Die vier tun nicht weniger, als für unsere Grundrechte zu kämpfen – für die Rechte von indigenen Völkern oder Homosexuellen und für das Recht aller Bürger auf ein Leben frei von Krieg und Klimachaos. Mit ihrer unermüdlichen Arbeit, an den Schauplätzen globaler Krisen und in Gerichtssälen, verteidigen sie die Werte, die vor 70 Jahren zur Gründung der Vereinten Nationen führten. Im Angesicht sich zuspitzender humanitärer Notstände bieten sie konkrete Antworten auf die großen Herausforderungen unserer Zeit wie Krieg, Klimawandel und Diskriminierung.“

Monika Griefahn zollte den eigenen Preisträgern ihren Respekt, freut sich aber auch darüber, dass der Friedensnobelpreis 2015 an das Quartett für den Nationalen Dialog aus Tunesien ging. Der Gruppe wünscht sie viel Erfolg in ihren Bemühungen um eine pluralistische Demokratie. Das sei eine schwere Aufgabe.

Weitere Informationen zu den Preisträgern des „Alternativen Nobelpreises“ gibt es auf der Internetseite der Right Livelihood Award Stiftung.

Die Mitteilung ist in Schwedisch, Spanisch, Italienisch oder Französisch verfügbar. Klicken Sie bitte jeweils auf die Sprache.

Für die englische Version klicken Sie bitte hier.