Archiv für den Monat: Februar 2016

Make Nepal Green

By Monika Griefahn

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Because people are always stronger when they are united, several laureates of the Right Livelihood Award (RLA, „Alternative Nobel Prize“) recently gathered in Kathmandu (Nepal) for a two day seminar to support Shrikrishna Upadhyay of Sappros-Nepal and its partners. His new initiative is titled Make Nepal Green. Upadhyay received the award in 2010. Winners from China, Japan and India had come, or joined via Skype, to share their expertise with the activists from Nepal. For us, the RLA’s board, the week was instructive and, as so often, inspiring – to get to know the country and the people who are committed to creating a more sustainable world, even in the face of adversity.

The „Make Nepal Green“ initiative arose after the Regional Conference of RLA Laureates from Asia and the Pacific held at Mumbai in March 2015 and devastating earthquake in April and May 2015. The pressure for a renovation is great in Nepal: There is still much to do to rebuilt the country. Water shortage exists in many parts, and even historic temples are destroyed and need to be rebuilt. But in spite of all that we felt a great openness for renewable energy, organic farming and local participation in the decision making process. Having the international Laureates on site gave the initiative more attention, so that possibilities that their ideas and practical solutions will be incorporated into the reconstruction and in the future plan of Nepal, increase. At the same time everyone at the seminar benefited directly from the other’s expertise.

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Regarding the subject of renewable energy, it was fantastic to have Huang Ming from China, a solar visionary, at the seminar. Ming received the „Alternative Nobel Prize“ in 2011 for having made attractive high-tech solar systems for the masses. The entrepreneur explained his vision: “In the Paris Climate Conference, I declared that I have focused on China for the last 21 years, for the next 21 years, I want to focus on the world. I want to bring solar energy to the poorest areas in the world. I want to focus on the North of Nepal.” He also notes: “Solar technology is really practical. It’s Right Livelihood. It’s not just for the rich and middle class. It’s for the poor. It’s for everyone.”

Shrikrishna Upadhyay said he hopes to bring a “Make Nepal Green Fund” into existence. With the money, he would spread the ideas of the many small initiatives in the country already existing in the fields of renewable energy, organic farming or ecotourism and transmit technology and knowledge to the whole country. We have already made a lot of contacts with politicians, banks, diplomats and activists in our seminar and want to continue the dialogue. With the help of our wonderful award winners we want to show to the decision-makers in Nepal, what is possible, if one really wants to change things. It would be perfect if Nepal’s Prime Minister would visit the Huang Ming’s company in Solar City during his upcoming visit to China. The man convinced everyone about the potential of solar energy at the seminar. I am sure he could do the same with the Prime Minister!

Nepal grün machen

Von Monika Griefahn

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Weil man gemeinsam stärker ist, haben sich jetzt mehrere Träger des Right Livelihood Awards (RLA, „Alternativer Nobelpreis“) in Kathmandu (Nepal) zu einer Seminarwoche getroffen, um Shrikrishna Upadhyay von Sappros-Nepal und Partner zu unterstützen. Seine neue Initiative: Nepal grün machen. Upadhyay hat die Auszeichnung im Jahr 2010 erhalten. Preisträger aus China, Japan und Indien waren gekommen, beziehungsweise per Skype zugeschaltet, um ihr Know-how mit den Aktivisten aus Nepal zu teilen. Auch für uns vom RLA-Vorstand war die Woche lehrreich und – wie so oft – inspirierend, das Land kennenzulernen und die Menschen, die sich trotz aller Widrigkeiten für eine nachhaltigere Welt engagieren.

Die Initiative „Make Nepal Green“ entstand nach dem verheerenden Erdbeben im April 2015. Der Druck zur Erneuerung ist in Nepal groß: Nach wie vor gibt es noch viel zu tun beim Wiederaufbau 2016-02-21 10.26.44_blogdes Landes. Es herrscht in weiten Teilen Wassermangel, und selbst Tempel sind zerstört und müssen wiederaufgebaut werden. Da stimmt es wirklich positiv, dass wir eine große Offenheit spürten gegenüber erneuerbaren Energien, ökologischem Landbau und lokaler Partizipation an Entscheidungen. Die internationalen Preisträger vor Ort zu haben, verleiht der Initiative mehr Gehör, damit möglichst viele ihrer Ideen und Vorstellungen in den Wiederaufbau und in die Zukunft Nepals einfließen können. Gleichzeitig konnte jeder direkt vom Know-how des andern profitieren.

Bezüglich des Themas erneuerbare Energien war es zum Beispiel hervorragend, dass mit Huang Ming aus China ein Solar-Visionär anwesend war, wie es hierzulande der viel zu früh verstorbene Hermann Scheer gewesen ist. Ming erhielt den „Alternativen Nobelpreis“ im Jahr 2011 dafür, Hightech-Solaranlagen für die Masse attraktiv gemacht zu haben. Der Unternehmer sparte nicht mit markigen Worten: „Bei der Klima-Konferenz in Paris habe ich gesagt, dass ich mich in den letzten 21 Jahren auf China konzentriert habe. Jetzt habe ich für die nächsten 21 Jahre die Welt im Blick. Ich will die Ärmsten der Armen mit Solarenergie ausstatten und mich hier auf den Norden Nepals konzentrieren“, sagte Ming, der sich selbst als „verrückten Solartypen“ bezeichnete. Er stellt außerdem fest: „Solarenergie ist praktisch. Sie ist nicht nur für die Reichen da oder für die Mittelklasse. Sie ist auch für die Armen. Für jeden.“

Insgesamt hoffen wir von der Right Livelihood Award Foundation, einen „Make Nepal Green Fund“ auf den Weg bringen zu können. Mit dem Geld versuchen wir dann, das, was viele kleine Initiativen des Landes schon im Bereich erneuerbare Energien, Ökolandbau oder Ökotourismus tun, auf das ganze Land zu übertragen. Wir haben bei unserer Reise schon viele Kontakte mit Politikern, Banken, Diplomaten und Aktivisten geknüpft und wollen den Dialog fortsetzen. Wir wollen den Entscheidungsträgern in Nepal mit Hilfe unserer wunderbaren Preisträger zeigen, was alles möglich ist, wenn man nur will. Perfekt wäre, wenn Nepals Premierminister einmal das Unternehmen von Huang Ming anschauen würde – der Mann überzeugt jeden!

Beirat des Cradle to Cradle e.V. besucht die „Biofach“

Von Monika Griefahn

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Da haben wir gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Der Beirat des Cradle to Cradle e.V. traf sich zu einer konstruktiven Arbeitssitzung, und gleichzeitig konnten wir uns auf der Messe „Biofach“ in Nürnberg von vielen großartigen Initiativen und Unternehmen aus dem Bereich der Biolebensmittel ein Bild machen! Die Biofach gilt als die Leitmesse für Biolebensmittel und existiert seit mehr als 25 Jahren.

Wir trafen auf der Messe auch unser neues Beiratsmitglied Ulrich Walter am beeindruckenden Stand von Lebensbaum. Daneben führte unser Rundgang uns unter anderem zu Gesprächen mit Volker Krause (Bohlsener Mühle), Stefan Voelkel (Voelkel Getränke) und Günter Scheinkönig, Geschäftsführer der Erdal-Rex GmbH am Stand von Werner & Mertz beziehungsweise der Marke Frosch. Werner & Mertz zeichnen sich durch eine langjährige Beschäftigung mit dem Umweltgedanken aus und arbeiten auch daran, die Prinzipien des Cradle-to-Cradle-Designkonzepts in ihrem Unternehmen umzusetzen. Sichtbares Zeichen dieses Bekenntnisses zum Handeln war auf der Messe das riesige „C2C“-Logo, das über dem Stand hing.

Ich persönlich habe mich auch sehr über die Präsenz von Sekem gefreut, da ich mit dieser Organisation seit langen Jahren eng verbunden bin. Sekem, eine Initiative aus der Nähe von Kairo, hat Teile der Wüste urbar gemacht, gibt tausenden Menschen Bildung und Arbeit, hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Verteilung von Pestiziden per Flugzeug in Ägypten eingestellt wurde und gehört zu den wichtigsten Herstellern von diversen biologischen Lebensmitteln im Land. Auch hier in Bioläden sind Produkte aus Sekem erhältlich – meine Mitarbeiterin schwärmt beispielsweise immer von den leckeren Datteln mit einem feinen Überzug aus Zartbitterschokolade!

Aber insgesamt war ich – waren wir – beeindruckt, wie diese größte Messe in Europa für Biolebensmittel und –kosmetika gewachsen ist und sich weiterentwickelt hat. Der Trend geht in die richtige Richtung, das stimmt optimistisch. Was gibt es auf der Biofach nicht alles: Äpfel in Sorten, die auszusterben drohen, veganes Eis in den Geschmacksrichtungen Himbeer und Schoko oder Mischungen aus beiden. Es gibt geangelten Fisch und liebevoll gefertigte Aufbackpizza.

Bio existiert also längst auch für den „modernen“ Menschen, der keine Zeit hat, selbst zu kochen. Wobei: Für mich macht Kochen ja erst ein richtiges Essen aus: frische Zutaten schnipseln – am besten mit Freunden oder Familie –, diese zubereiten und sie dann gemeinsam verspeisen. Ist das nicht das eigentliche Erlebnis? Aber zugegeben: Unser Alltag ist wie er ist, und da ist es auch gut, die schnelle Küche in gesunder Form bekommen zu können. Hauptsache, die Lebensmittelproduktion achtet die Tiere, kümmert sich um starke Böden und gesunde Luft.