Meine sehr geehrten Damen und Herren,
liebe Filmschaffende und Filmfreunde!
Ihrer heutigen ersten Fachkonferenz wünsche ich
ein sehr gutes Gelingen! Ich freue mich, dass sie sich,- gerade
als deutsche Filmproduzenten-, zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen
haben, und wünsche mir, dass unsere heute begonnene Kommunikation
sich rege und fruchtbar entwickeln möge! Das Meinige werde ich dazu
beitragen!
Es wird wieder über den deutschen Film gesprochen-
und das ist auch gut so!
Im Ausland musste ich in den letzten Jahren öfters
erleben, dass die Wahrnehmung deutscher Filmproduktionen historisch
mit dem Namen Rainer Werner Fassbinder endet- womit ich nichts gegen
die Qualität der Fassbinder-Produktionen gesagt haben will.
An unseren jüngeren Regisseurinnen und Regisseuren,
Drehbuchautorinnen und -autoren liegt das nicht, davon kann man
sich nicht nur auf der Berlinale überzeugen.
Die Produktions- und Arbeitsbedingungen aller Filmschaffenden
müssen verbessert werden.
Das Urhebervertragsrecht ist dazu nur ein Schlüssel.
Wir denken, dass es wichtig und richtig ist, hier
den Urhebern helfend zur Seite zu stehen. Seien Sie aber auch versichert,
dass wir die Bedenken der Filmwirtschaft dabei sehr ernst nehmen.
Die Sorge etwa, die Einbeziehung der Ausübenden Künstler in die
Regelung führe zu einer zu großen Diversivizierung auf der Seite
der Berechtigten, haben wir wahrgenommen und werden dies in unsere
weiteren Überlegungen einbeziehen.
Aber lassen wir doch die Kirche im Dorf!
Es geht um nicht mehr und nicht weniger als einen
(ergänzenden) - angemessenen - Vergütungsanspruch für die Urheber.
Geholfen werden soll den unerfahrenden, den freien
Künstlern, denen, die -aus welchen Gründen auch immer-, ganz ungünstige
Verträge abgeschlossen haben, mit einer Gegenleistung, die weit
unter dem marktüblichen liegt.
Das wird positive Auswirkungen auf unseren "creativen
pool" haben und- im Ergebnis profitieren wir alle davon, Film- und
Fernsehproduzenten und Konsumenten!
Sie werden heute ja auch über den internationalen
Kontext mit Fachleuten diskutieren- gerade in Europa ähneln sich
die Entwicklungen. Um nur ein wichtiges Beispiel zu nennen- unsere
französischen Nachbarn, eine der Filmnationen in der EU, deklarieren
die Filmproduzenten auch nicht zu Filmurhebern.
Für den heutigen Tag wünsche ich Ihnen anregende
Vorträge und spannende Diskussionen!