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Berlin Stadtinfos
 

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Die Kuppel des Reichstagsgebäudes

Wollten Sie mal den Bundestagsabgeordneten aufs Dach steigen? Sicherlich! Gründe gab es genug, erinnern wir uns nur an die Politik der Bundesregierung unter Helmut Kohl. In Berlin haben sie dazu die Möglichkeit. Sie müssen nur die Kuppel besuchen.

Sie ist zum beliebtesten Aussichtspunkt Berlins geworden. Gerade sie symbolisiert die neue Berliner Republik. Sie ist aber kein Selbstzweck, sondern hat vielfältige Funktionen zu erfüllen.

Die Rampe
Das Verbindungselement zwischen Dachterrasse und Aussichtsplattform stellen zwei spiralförmige gegenläufige Rampen dar, die auf je 230 m Länge die Kuppel erschließen. Sie beginnen um 180 Grad voneinander versetzt und werden bei konstanter Steigung von 8 Grad an der Innenseite der Kuppel hochgezogen.

Die Stahlkonstruktion
Die Kuppel besteht aus 24 Hauptstahlrippen, die auf einem Ringträger aufgelagert sind und oben durch einen weiteren gefaßt werden. Die Rippen haben einen Dreiecksquerschnitt. Die Horizontalaussteifung wird durch insgesamt 17 Stahlringe gebildet, die an der Außenseite der Hauptstahlrippe aufgesetzt werden. Die Horizontalprofile sind wesentlicher Bestandteil der Fassade und dienen der Auflagerung der Verglasung.

Die Hauptfassade
Die Verglasung der Kuppel (ca. 3000 m2) besteht aus 17 übereinander liegenden Reihen von Glasscheiben (24 mm) mit jeweils 24 Scheiben (5,10 x 1,70 m) . Die einzelnen Reihen sind schuppenartig angeordnet. Die sich daraus ergebenen Zwischenräume sind ebenfalls verglast. Zur besseren Durchlüftung der Kuppel bleiben die unteren vier Reihen unverglast.

Eckdaten der Bauteile
Kuppelhöhe: 23,5 Meter ab Dachterrasse, Gesamthöhe ab Straßenniveau: 47 Meter (bei Wallot: 75 Meter einschließlich Laterne), Kuppeldurchmesser: 40 Meter, Höhe Dachterrasse (Kuppelfußpunkt): 24 Meter über Gelände, Höhe Aussichtsplattform: 40,7 Meter, Höhe Scheitel: 47 Meter, Stahlkonstruktion: 800 Tonnen.

Funktionen der Kuppel
Die Glaskuppel ist nicht nur ein architektonisches Element, sie ist Teil des Energiekonzepts. Sie ist die wesentliche Lichtquelle des Plenarsaales. Tageslicht fällt nicht wie bei einem Fenster in den 10 Meter unter der Kuppel liegenden Plenarsaal, der 1.200 m2 groß ist. An dem trichterförmigen, sich nach oben öffnenden Konus, der in der Kuppel hängt, sind 30 Spiegelreihen mit jeweils 12 Spiegeln befestigt, um nicht blendendes Licht in den Plenarsaal zu leiten. Bei starkem Sonnenschein kann ein Teil der insgesamt 360 Spiegel mit einer jeweiligen Fläche von 4,20 mal 0,60 Meter durch einen mitfahrenden, computergesteuerten Sonnenschutz abgedeckt werden. Damit wird eine zu große Aufheizung verhindert und die für die Kühlung notwendige Energiemenge vermindert. Um den Sonnenschutz richtig zu positionieren, kann sich der steuernde Computer auf 24 Messstellen stützen, die auch den Einstrahlwinkel des Sonnenlichts berücksichtigen.

Natürliche Lüftung
Zugleich dient die Kuppel aber auch der natürlichen Entlüftung des Bauwerks. Die verbrauchte Luft wird über eine Abluftdüse nach oben geleitet und entweicht durch eine 10 Meter breite zentrale Öffnung. Diese liegt unscheinbar innerhalb des Konus, so dass die Entlüftung die Besucher der Kuppel nicht stört. Die Entlüftung dient der Energieeinsparung. Im Konus versteckt ist eine Wärmerückgewinnungsanlage, die der Abluft noch nutzbare Energie entzieht und für die Beheizung des Gebäudes wieder nutzbar macht. Für die Versorgung des Gebäudes mit Frischluft wurden die bereits von Wallot eingebauten Belüftungsschächte im gesamten Haus wieder freigelegt. Gleichzeitig sind die neuen Fenster des Reichstag grundsätzlich zur direkten Belüftung zu öffnen. Die Konstruktion der Fenster gleicht einer Doppelfassade: Hinter den äußeren Fenstern liegt ein durchlüfteter Zwischenraum mit Sonnenschutz. Die inneren Fenster lassen sich öffnen, so dass sich jeder Raum mit Frischluft versorgen lässt. Sensoren messen Luftqualität und Raumtemperatur und steuern die Lüftungsklappen und die unterstützende mechanische Lüftung. Bei Luftverschlechterung und bei extremen Temperaturen im Sommer und Winter wird die Fensterlüftung durch mechanische Lüftung, ergänzt durch Wärmerückgewinnung, ersetzt.