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Reden und Vorträge
28. März 2001
 

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Ausstellungseröffnung "Zeitspiel"
Schwedische Botschaft Berlin

Verehrter Herr Botschafter,
sehr geehrter Herr Botschaftsrat,
meine Damen und Herren,

ich danke Ihnen für die Möglichkeit, heute abend anläßlich der Ausstellung "Zeitspiel" ein paar Bemerkungen machen zu können.

Ich möchte die Ratspräsidentschaft Schwedens zum Anlass nehmen, über Kultur und Kulturpolitik in Europa zu sprechen. Ich habe eine besondere Beziehung zu Ihrem Land, da ich mich mindestens zweimal im Jahr dort aufhalte, um mit darüber zu entscheiden, wer den sogenannten Alternativen Nobelpreis erhalten wird.

Ich bin jedes Jahr überrascht und erfreut, welche Ideen, Initiativen und welcher persönliche Einsatz von Menschen möglich sind, um uns allen Möglichkeiten zu einer besseren, verträglicheren Lebensführung aufzuzeigen. Das hat viel mit Kultur zu tun, und Schweden hat sich hier grosse Verdienste erworben, weil es dieses Ereignis jedes Jahr unterstützt.

In Europa gibt es in der Kulturpolitik noch viel zu tun. Meine Fraktion hat beispielsweise vorgeschlagen, die Kultur als integralen Bestandteil der "Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik" zu etablieren und darüber hinaus EU-weit zu einer konsistenten Kulturpolitik zu kommen. Das diesjährige "Jahr der Sprachen" in Europa und das "Jahr des Dialogs zwischen den Kulturen" der Vereinten Nationen sind Anlass genug, darüber zu debattieren.

Wir sind bemüht, mehr und mehr Dialogstrukturen in der Auswärtigen Kulturpolitik zu schaffen und so die sogenannte Zivilgesellschaft zu einer neuen Basis kulturpolitischer Maßnahmen zu machen. Dazu soll auch ein verstärkter Austausch von Künstlern aller Sparten kommen; Ihre Ausstellung heute abend ist ein Beispiel dafür, wie wir uns über das Kunstschaffen in anderen Ländern informieren und darüber ins Gespräch kommen können.

Ich freue mich deshalb über Ihre Einladung, da sie mir die Möglichkeit bietet, als Kulturpolitikerin mich mit der Kunst und den Künstlern, um die es ja schließlich geht, auseinanderzusetzen. In unserem täglichen Betrieb im Parlament nicht immer einfach!

Aber ich möchte noch weiter gehen und hier dafür werben, den Dialog nicht abreissen zu lassen und gegenseitiges Interesse für unsere Gesellschaften und ihre "Produkte" zu zeigen. Ich glaube, dass wir nur über den Dialog und über den Austausch kreativer Ideen es erreichen können, nicht nur uns besser kennenzulernen, sondern ich hege die Hoffnung, dass ein kultureller Dialog dazu beiträgt, die Welt friedlicher zu machen.

Nun haben wir zwischen Schweden und Deutschland nicht gerade einen kriegerischen Zustand, aber dennoch glaube ich, dass es auch in unserem Verhältnis immer noch Vorurteile und Missverständnisse gibt, die wir auch über die Auseinandersetzung mit Kunst beseitigen können. Es ist doch interessant zu sehen, wie bestimmte Themen in Deutschland und in Schweden künstlerisch verarbeitet werden. Da kann man viel voneinander lernen.

In diesem Sinne wünsche ich der Ausstellung und natürlich den Künstlern viel Erfolg. Ihnen allen wünsche ich einen schönen Abend. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.