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Veranstaltung in Rosengarten/Nenndorf (Böttcher`s Gasthaus)
Liebe
Lieber Kollege Bürsch,
Mein sehr geehrten Damen und Herren,
Ich freue mich, dass Sie heute hier so zahlreich erschienen sind und möchte sie kurz in unser heutiges Thema- die Zukunft des Ehrenamtes- einstimmen.
„Patrioten sind amtlich Unzuständige, die sich um das Gemeinwohl kümmern“ – dieser Satz stammt von Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) dem berühmten Philosophen, Diplomaten und Juristen. Schon damals also wurde die Bedeutung freiwilliger, ehrenamtlicher Tätigkeit anerkannt und gewürdigt.
Heute und in Zukunft wird die Bedeutung des ehrenamtlichen, auch mit dem schönen Wort „Bürgerarbeit“ bezeichneten, Handelns immer mehr zunehmen.
Ein wichtiger Grund hierfür ist die demographische Entwicklung, bei uns in Deutschland und in den anderen europäischen Staaten.
Der Anteil der Älteren an der Bevölkerung steigt. Viele von Ihnen- jenseits des 60, 65 Lebensjahres wollen Ihre Rentenjahre mit anregenden und sinnvollen Beschäftigungen bereichern. Unsere Aufgabe ist es, die Rahmenbedingungen noch weiter zu verbessern und sie zu ermutigen. Es ist schön, zu beobachten, auf wie viele unterschiedliche Felder sich bürgerschaftliches Engagement erstreckt.
Exemplarisch nenne ich hier einige Bereiche:
die Jugend-, und Frauenarbeit, der Wohlfahrtsbereich, der Senioren- oder Familienbereich, der Sport, die Kultur, die (freiwillige) Feuerwehr, der Katastrophenschutz und, last but not least, die Politik und der Umweltschutz! (Bewährungshelfer, Schöffen etc)
In neuerer Zeit hinzugekommen sind weitere, ungewöhnliche Formen wie Tauschbörsen (Fahrradreparatur gegen Hausaufgabenhilfe etc) und „Leihomis“. Wie schön, wenn zum Beispiel alte Menschen, die keine eigene Familie haben, auf diesem Wege zu „Leihenkelkindern“ kommen- und wie immer beim freiwilligen Engagement- profitieren beide Seiten davon, gestresste berufstätige Mütter und Väter und die „Großmütter“, die sich gebraucht fühlen und ein wenig verlorene Großfamilie hinzu bekommen.
Das vergangene Jahr 2001-wurde von den Vereinten Nationen weltweit zum internationalen Jahr der Freiwilligen erklärt. 123 Nationen haben sich aktiv daran beteiligt und zahlreiche Initiativen gestartet.
Es ist gute Tradition, dass wir jedes Jahr am 5. Dezember – weltweit – den vorbildlichen Einsatz von Bürgerinnen und Bürgern würdigen, die sich freiwillig und ehrenamtlich engagieren.
Der deutsche Bundestag hat die Bedeutung bürgerschaftlichen Engagements mit der Einberufung einer Enquete Kommission zum bürgerschaftlichen Engagement im Internationalen Jahr der Freiwilligen 2001 unterstrichen- mein Abgeordneten Kollege Bürsch gehört der Kommission an, und wird gleich über die Arbeitsergebnisse berichten.
In Niedersachsen kümmert sich ganz intensiv das Innenministerium um die Koordinierung der freiwilligen Aktivitäten und um den Abbau auch bürokratischer Hürden.
Deutschland hat hier auch im internationalen Vergleich noch ein wenig aufzuholen. In den USA etwa ist es selbstverständlich, dass eine Großzahl der Bürgerinnen und Bürger sich aktiv für das Gemeinwohl einsetzt- etwa in Nachbarschaftsvereinen. Aber auch hier heißt es differenziert hinzuschauen- in den Vereinigten Staaten liegt der Grund hierfür in der geringen Dichte staatlicher Angebote im Sozial- und Gesundheitsbereich. In diese Richtung wird sich die Bundesrepublik nicht entwickeln. Aber wir können im positiven einiges abschauen. So wäre es etwa wichtig, schon unseren Kindern die Bedeutung sozialen, auch freiwilligen und unentgeltichen Engagements zu vermitteln, denn das Ehrenamt, das freiwillige Engagement ist eine Chance für jeden Einzelnen sich einzumischen und mitzugestalten. Freiwilliges Engagement ist nicht nur Hilfe für andere sondern bedeutet auch persönliche Weiterentwicklung.
Letzteres gilt in ganz besonderem Maße für die Arbeit freiwilliger im Jugendbereich. Ohne Ihren Einsatz wären viele Kinder- und Jugendbegegnungen, Fahrten und Ferienlager nicht möglich. Idealismus und Freude an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sind das movens- hier werden und müssen wir jede Unterstützung leisten. Ich persönlich etwa engagiere mich darum auch in Ostdeutschland in einer Stiftung, die die Arbeit mit Kindern- und Jugendlichen vor Ort, auch auf dem Land und in abgelegenen Gebieten, fördert.
Damit Engagement und das in ihm enthaltene, enorme Potential erhalten bleibt, sind wir alle gefragt. Wir müssen den Freiwilligen zeigen, wie sinnvoll und unentbehrlich ihre Aktivitäten sind und dass dies wahrgenommen und anerkannt wird- vor allem durch aktive pragmatische Hilfe.
Uns allen wünsche ich eine gelungene, anregende Veranstaltung und bitte nun meinen Kollegen Dr. Michael Bürsch das Wort zu ergreifen.
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