| Anrede,
die heutige Mitgliederversammlung ist eine besondere: die erste nach den überstandenen Turbulenzen der letzen Zeit und in den neuen Strukturen.
Nun geht es vor allem um die Frage wie es weitergeht und in welche Richtung. Dies ist eine große Herausforderung für alle Beteiligten. Der Kulturausschuss des Deutschen Bundestages wird den Prozeß der Erneuerung weiterhin begleiten und sich für die Fortführung der Arbeit einsetzen.
Das Schwerste scheint ja nun hinter Ihnen zu liegen und auch die Gemeinnützigkeit ist wohl gerettet. Damit haben Sie eine gute Basis für die Zukunft, die aber auch in der thematischen Erweiterung zu sehen ist. Ich bin sehr dafür, und darin unterstütze ich Sie alle, die von Ihnen beabsichtigte Öffnung gegenüber der populären Musik wirklich zu betreiben. Sie ist ein wesentlicher Teil des musikalischen Schaffens und natürlich nicht unbeträchtlich als Wirtschaftsfaktor.
Die neue Struktur des Musikrates, so sieht es aus, deckt die Breite des Musiklebens und –schaffens in Deutschland ab. Was mir persönlich besonders am Herzen liegt, ist die musikalische Bildung, die ja nun einen großen Raum in den Aktivitäten des Musikrates einnehmen wird. Deshalb begrüße ich den „Berliner Appell“ vom September. Er legt den Grundstein für eine öffentlichkeitswirksame Auseinandersetzung mit musikalischer Früherziehung, musikalischer und kultureller Bildung.
Gerade im Rahmen der neu entstehenden Ganztagsschulen sollte musikalische Bildung einen viel größeren Raum einnehmen, als sie das bisher getan hat. Wer sich damit auseinandersetzt, in einem Team zu spielen oder sich mit den Tücken eines Musikinstruments abmüht, der kommt vielleicht weniger schnell auf andere Gedanken, die dann nicht mehr so produktiv sind. Ich zitiere in diesem Zusammenhang gerne Innenminister Schily, der einmal gesagt hat: „Wer Musikschulen schließt, der gefährdet die Innere Sicherheit“.
Es ist also dieser präventive Gedanke, den ich besonders hervorheben möchte. Musik generell hat ein großes präventives Potenzial, musikalische Förderung ist deshalb eine Investition in die Zukunft.
Die Bastian-Studie hat ja sehr deutlich gemacht, dass Kinder, die in der Schule intensiv Musikunterricht gehabt haben, auch in anderen Fächern besser waren, weil eben soziale Kompetenz vermittelt wird, weil man miteinander etwas tut. Deswegen halte ich die musikalische Bildung für eine fast zwingende Aufgabe, weil ganz andere Sinne angesprochen werden, ganz andere Kompetenzen geschult werden, als es in anderen Fächern der Fall ist. Alles was mit Bildung zu tun hat, ist unglaublich wichtig für die Zukunft. Es ist doch abartig, wenn man bedenkt, dass eine Straße als Investition gilt, obwohl sie sich abnutzt und alles was mit Bildung zu tun hat, dazu gehören auch die Musikschulen, gilt als Konsum, den man dann einschränken kann. Das halte ich für eine falsche Systematik. Das ist ein Thema, das wir auf der Bundesebene in den Vorschriften und den Finanzrichtlinien auch wirklich ändern wollen.
In diesem Sinne Wünsche ich Ihnen eine erfolgreiche Mitgliederversammlung und einen guten Start in die Zukunft.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.
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