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Reden und Vorträge
3. Juni 2004
 

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Eröffnung Goethezentrum Pjöngyang
Anrede,

die Eröffnung dieses Lesesaals in Pjöngyang ist ein besonderer Moment der deutschen Auswärtigen Kulturpolitik.

Ich sehe gerade hier in Nordkorea, wie richtig und wichtig die kulturelle Zusammenarbeit für die internationalen Beziehungen ist. Hier wird deutlich, wie sehr die Kultur Bestandteil der Außenpolitik und der internationalen Beziehungen sein muß.

Es ist ja immer wieder hoch interessant zu beobachten, dass in abflauenden Krisensituationen die Menschen fast immer zuerst nach der Kultur rufen. Als erstes werden Kinos und Theater wieder aufgemacht, Bibliotheken werden aufgesucht und gerade hier in Nordkorea wird auch deutlich, wie sehr die Möglichkeit zur Nutzung von freien Medien und Nachrichten geradezu lebensnotwendig ist.

Halten wir uns das vor Augen, wird deutlich, wie unverzichtbar die Arbeit des Goethe Instituts ist. Es hat nicht nur außerordentlichen persönlichen Mut bewiesen, es ist auch gelungen, die Beziehungen mit Leben zu erfüllen und die grundlegende Programmatik unserer Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik, Dialog und Austausch, in bester Weise umzusetzen.

Das Goethe Institut als bisher einzige ausländische Kulturinstitution hat in Nordkorea darüber hinaus eine Pilotfunktion, weil wir sehen können, dass Kunst und Kultur eine befriedende Wirkung haben.

Wir lassen uns von Werten leiten, von denen wir überzeugt sind, dass sie zu den Grundrechten eines jeden Menschen gehören. Die freie Ausübung der Kunst und der freie Zugang zu Informationen, der Schutz von Kulturgütern und die Gleichberechtigung gehören unbedingt dazu. Naturgemäß sind dies auch die Grundpfeiler der deutschen Auswärtigen Kulturpolitik.

Wir können nur versuchen - im offenen, respektvollen Dialog miteinander – unsere kulturelle Arbeit im Ausland immer wieder zu überprüfen, sie mit dem Wertekanon der Gastgeber abzugleichen, um so am Ende zu einem Prozeß des Austausches zu kommen, der Früchte trägt.

In diesem Sinne wünsche ich dem Team des Goethe Institutes von ganzem Herzen viel Erfolg für die wirklich wichtige Arbeit. Ich danke dem Auswärtigen Amt für das Engagement in der Kultur- und in der Bildungszusammenarbeit und ich danke für die vielen beeindruckenden Momente, die ich mit zurück nach Berlin nehmen darf.

Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.