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Liebe Falken,
vielen Dank für die Einladung zur Bezirksversammlung, zu der ich leider nicht persönlich erscheinen kann. Ich unterstütze jedoch Euer Engagement und den Beitrag, den Ihr für die politische Bildung und für die persönliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen leistet. Gerade nachdem eine Diskussion um die so genannte „neue Unterschicht“ und das Thema „Armut“ in der Öffentlichkeit entbrannt ist, kann man Bildungsarbeit gar nicht genug Bedeutung beimessen.
Ganz offensichtlich gibt es eine zu große Gruppe armer und benachteiligter Menschen in Deutschland, für die die Chancengleichheit und soziale Gerechtigkeit nicht mehr besteht - entweder in der eigenen subjektiven Wahrnehmung, sicher auch oft in der objektiven Realität. Das spielt letztlich auch keine Rolle, denn so oder so ist es Aufgabe von Gesellschaft und Politik, dieses Problem anzunehmen und nach Lösungen zu suchen.
Für mich geht das - legt man zugrunde, welche Möglichkeiten der Staat hat - in allererster Linie über Bildung. Sinnvoll ist es auch, jungen Eltern schon durch die Hebamme jegliche Hilfe bei der Suche nach Rat zukommen zu lassen. Mit einem auf Chancengleichheit ausgerichteten Bildungssystem können aber noch größere Weichen gestellt werden.
Das fängt sicherlich schon im Krippenalter an, aber lasst mich ein bereits begonnenes Beispiel nennen, das ich für wirklich Erfolg versprechend halte: Ich war und bin eine vehemente Verfechterin der Ganztagsschule - sie ist eine richtige Antwort auf die sich verändernde Gesellschaft mit ihren Patchworkfamilien, den Haushalten, in denen beide Elternteile arbeiten, und der großen Zahl von allein erziehenden Elternteilen. Die SPD hat das Ganztagsschulprogramm mit insgesamt 4 Milliarden Euro iniitiiert. Kinder werden meiner Meinung nach in Ganztagsschulen auf das Leben vorbereitet - mit Sport, mit sozialen Kontakten, mit musischen Angeboten. Vieles davon bietet Anreize zur Entfaltung eigener Kreativität, die in vielen Familien aufgrund von Sorgen oder Verpflichtungen vielleicht zu kurz kommt.
Wir dürfen nicht vergessen, dass wir ja nicht nur über ein finanzielles Problem reden, wenn wir über Armut oder „die Unterschicht“ diskutieren. Da geht es zum Beispiel auch um soziale Armut - darum, dass soziales Verhalten in der Familie nicht mehr erlernt wird, oder darum, dass Werte nicht mehr vermittelt werden. Die Ganztagsschule kann hier gegensteuern, darum finde ich sie wichtig.
Genauso wichtig ist aber auch das Engagement von Jugend-Organisationen wie Ihr es seid. Denn ein persönliches Vorbild durch eigenes Engagement sein, das kann eine Ganztagsschule nicht. Ihr könnt eine Einbindung auch benachteiligter Kinder und Jugendlichen in die Gesellschaft leisten, die ebenfalls einen großen Beitrag zur Chancengleichheit und Selbstentfaltung bietet.
Besonders das Engagement der Betreuer finde ich bewundernswert, denn ich weiß aus Erfahrung aus Freizeiten mit meinen Kindern, dass es nicht immer ganz leicht ist, mit den Unterschieden umzugehen.
In diesem Sinne ziehen wir am gleichen Strang! Darum wünsche ich Euch und der Gesellschaft, dass Euer Engagement nicht nachlässt. Ich habe mich über Eure Einladung gefreut und wünsche ein gutes Gelingen Eurer Bezirkskonferenz.
Herzlichen Dank und viele Grüße
Eure Monika Griefahn
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