Die Maßstäbe für einen neuen Länderfinanzausgleich
sind nun auch im Bundesrat beschlossen worden. Nachdem sich der
Bundeskanzler mit den Ministerpräsidenten der Länder unter der Führung
des Ersten Bürgermeisters Ortwin Runde auf den Rahmen für eine Neuregelung
des Länderfinanzausgleichs und des Solidarpakts bis zum Jahr 2020
geeinigt haben, ist die letzte Hürde für eine grundlegende Reform
der Finanzbeziehungen zwischen den Ländern und dem Bund überwunden.
Leitprinzipien waren dabei Eigenständigkeit, Solidarität und Kooperation.
Das Ziel ist die Angleichung der Lebensverhältnisse in ganz Deutschland.
Nachdem das Bundesverfassungsgericht
auf Antrag der Länder Bayern, Baden-Württemberg und Hessen eine
Neustrukturierung angemahnt hatte, ist die Einigung ein großer Schritt
zur Reform der Finanzbeziehungen und zu dauerhafter Planungssicherheit.
Wichtig finde ich dabei vor allem, dass es nunmehr eine stärkere
Anreizwirkung geben wird, indem bei Steuermehreinnahmen 12 Prozent
ausgleichsfrei gestellt werden und die Abschöpfung für jedes Geberland
auf 72,5 Prozent gedeckelt wird. Zusätzlich erhalten die Küstenländer,
also auch Niedersachsen einen Ausgleich für die Lasten, die durch
den Betrieb der Seehäfen entstehen.
Bei der Neuregelung spielt jedoch
auch der Bund eine größere Rolle: einerseits durch höhere Ergänzungszuweisungen,
andererseits durch Übernahme des Fonds "Deutsche Einheit" ab dem
Jahr 2020. In diesem Fond sind Altschulden der Länder in Höhe von
derzeit etwa fünfzig Milliarden DM enthalten. Ab 2020 übernimmt
der Bund diese Schulden. Zusätzlich gibt es ab 2002 eine Tilgungsstreckung,
die die Länder bereits jetzt entlastet.
Aber auch im Landkreis Harburg stehen
in nächster Zeit noch Investitionen an. So kommt zum Beispiel das
Staubekämpfungsprogramm des Bundes, das aus den UMTS-Zinsen finanziert
wird, dem Landkreis bei der A-26 direkt zugute.
Auch Hamburg hat mit dem Erhalt
des Stadtstaatenprivilegs einen Sieg davongetragen:die Einwohner
eines Stadtstaates werden nämlich mit 135 Prozent bewertet. Vater
dieses Erfolges ist vor allem der Erste Bürgermeister Ortwin Runde,
der als Bundesratspräsident bei den gesamten Verhandlungen eine
tragende Rolle gespielt hat. Bund und Länder haben hier Handlungsfähigkeit
bewiesen und die Finanzplanung auf eine solide Basis gestellt, von
der aus nun eine grundlegende Konsolidierung erfolgen kann.