Es gibt noch Hoffnung für den internationalen
Klimaschutz. Nachdem nach der Den Haager Klimakonferenz im letzten
Jahr und dem Nein von George W. Bush zur Ratifizierung des Kyoto-Protokolls
die Vorzeichen für die Weltklimakonferenz in Bonn denkbar schlecht
standen, ist nun doch ein Konsens - wenn auch auf minimalster Ebene
zu verbindlichen Schritten der Länder für den Klimaschutz zustandegekommen.
Dies ist vor allem Konferenzpräsident Pronk, aber auch dem deutschen
Umweltminister zu danken, die geschickt verhandelt haben und so
auch die weniger willigen Staaten umgestimmt haben. Doch darf bei
aller Erleichterung über die Tatsache, dass es überhaupt ein Abkommen
gab, nicht vergessen bleiben, dass der Weg zum Kompromiss steinig
war. Letztendlich wird die Reduzierung deutlich geringer ausfallen,
als von den europäischen Staaten gewünscht und für Verbesserung
des Klimas notwendig. Und von dem Ziel einer deutlichen Reduzierung
der Emissionen ist man immer noch weit entfernt. Immerhin ist es
notwendig bis 2050 die Hälfte der schädigenden Gase zu reduzieren,
um das Klima wenigstens zu stabilisieren.
Klimaschutz ist aber nicht nur eine
internationale Angelegenheit, vielmehr betrifft sie jede und jeden
Einzelnen. Auch wenn Deutschland mit an der Spitze steht im Bereich
der Windenergie und anderer regenerativen Energien ist, dürfen wir
uns nicht zurücklehnen. Letztlich muss das Ziel erreicht werden,
CO2 und andere Treibhausgase so deutlich zu reduzieren, dass wir
im Jahre 2100 von Nullemmissionen reden können. Nur dann können
Pflanzen, Tiere und Menschen überleben.
Seit 1990 hat Niedersachsen neben
dem Stromeinspeisungsgesetz des Bundes viel in den Aufbau von regenerativen
Energien - insbesondere Windenergie gesteckt. Niedersachsen ist
jetzt die Nummer 1 im Bereich der Windenergie. Mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz
und der Föderung der Kraftwärmekopplung hat die Bundesregierung
und der Bundestag klare energiepolitische Zeichen gesetzt. Das Credo
heißt: bestehende Energieformen effizient nutzen, neue fördern.
Negawatt statt Megawatt. Dieser Mix zwischen Effizienzsteigerung
und Forschungs - und Markteinführungsförderung hat dazu geführt,
dass Deutschland bei den erneuerbaren Energiequellen weltweit mit
an der Spitze steht. Dies ist nicht nur energiepolitisch sinnvoll,
sondern bringt auch neue Arbeitsplätze. Schon jetzt arbeiten mehr
als 1 Mio. Menschen im Umweltschutz, ein großer-Teil davon im Neuen
Energiebereich. Da wird auch die Zukunft für die Arbeitnehmer sein,
die jetzt noch am AKW Stade arbeiten, das nach dem Energiekonsens
als erstes im Jahr 2003 abgeschaltet werden soll. Ich freue mich
über diesen ersten Schritt.
Auch bei der Energiewirtschaft scheint
langsam ein Umdenken stattzufinden. So plant z. B. BP ein großes
Solarenergiewerk in Deutschland und die RWE spricht schon von "virtuellen
Kraftwerke", d.h. viel Brennstoffzellen dezentral auf den Häuserdächern,
die bei Bedarf zusammengeschaltet werden können.
Klimaschutz bedeutet viele kleine
Schritte auf allen Ebenen zu machen, aber dabei das große Ziel nicht
aus den Augen zu verlieren: unseren Planeten für die nachfolgenden
Generationen zu bewahren.
Wir haben die Erde von unseren Kindern
nur geborgt!