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Meine Meinung
Donnerstag, 29. August 2002
 
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Die Flut folgt dem Klima!

Halb Deutschland steht unter Wasser. Die Flut auf der Elbe schiebt sich aus Sachsen in Richtung Norddeutschland. Gott sei Dank hat sie den Landkreis Harburg nicht in dem Masse getroffen, wie befürchtet. Ich bin froh, dass ich in meiner Zeit als Umweltministerin in Niedersachsen sowohl Geld für die Deicherhöhung eingeworben als auch für ausreichende Retentionsflächen gekämpft habe. Wo die Flut hinkommt, hinterläßt sie Zerstörung nie geahnten Ausmaßes. Was bisher nur aus Bangladesh oder China bekannt war, hat jetzt auch Mitteleuropa getroffen. Und das Hochwasser hinterläßt Fragen: was ist zu tun, um derartige Katastrophen zu vermeiden? Ist es der globale Klimawandel, der zu diesem nie dagewesenen Hochwasser führt? Sind die Flußbegradigungen schuld?
Fest steht eins: Der Mensch ist mitverantwortlich. Spät wurde reagiert, die Klimaschutzpolitik ist erst mit der rot-grünen Bundesregierung in den Vordergrund gerückt. Nun geht es mit der großen Umwelt- und Entwicklungskonferenz in Johannesburg weiter. Johannesburg bietet die Chance, weltweit verbindlich Standards festzusetzen, um dem globalen Klimawandel auch eine globale Klimaschutzpolitik entgegenzustellen. Ein Aktionsprogramm muss her. Doch ohne die Kooperation des weltweit größten Energieverschwenders, den Vereinigten Staaten, wird eine dauerhafte und nachhaltige Klima- und Wasserpolitik wohl kaum möglich sein. Das Verhalten der USA unter George W. Bush spricht eine deutliche Sprache: der Kampf gegen Wassermangel, für eine nachhaltige Energieversorgung ohne fossile Brennstoffe und Atom und gegen Armut interessiert ihn nicht! Aber auch in Deutschland ist es zwingend notwendig, die begonnene Wende für eine nachhaltige Umwelt- und Energiepolitik konsequent weiterzugehen. Auch wenn mit Ökosteuer, Erneuerbare-Energien-Gesetz und Kraft-Wärme-Kopplung schon gute Grundlagen gelegt worden sind, ist der Weg noch weit. Und Nachhaltige Entwicklung (Umwelt-, Klima- und Energiepolitik) betrifft uns alle. Die Menschen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg waren diesmal die vorwiegend Leidtragenden; neben den 10 Millionen Chinesen, die zu gleicher Zeit unter Überflutungen leiden und schon Tausende Tote zu beklagen haben. Die Solidarität und Hilfsbereitschaft mit den Flutopfern ist groß. Lassen Sie uns diese Solidarität weitertragen für die Zukunft unserer Kinder und die Menschen bei uns und in anderen Ländern. Klimaveränderungen machen an keiner Grenze halt. Deshalb müssen wir in 50 Jahren vollkommen im Solarzeitalter angekommen sein. Die Entwicklung und Verbreitung der Technologien muss jetzt passieren - auch mit Ihrer Hilfe, mit energiesparendem Auto, Solardächern oder Beteiligungen wie beim Bürgerwindpark in Rosengarten.

 
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