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Halb Deutschland steht unter Wasser.
Die Flut auf der Elbe schiebt sich aus Sachsen in Richtung Norddeutschland.
Gott sei Dank hat sie den Landkreis Harburg nicht in dem Masse getroffen,
wie befürchtet. Ich bin froh, dass ich in meiner Zeit als Umweltministerin
in Niedersachsen sowohl Geld für die Deicherhöhung eingeworben als
auch für ausreichende Retentionsflächen gekämpft habe. Wo die Flut
hinkommt, hinterläßt sie Zerstörung nie geahnten Ausmaßes. Was bisher
nur aus Bangladesh oder China bekannt war, hat jetzt auch Mitteleuropa
getroffen. Und das Hochwasser hinterläßt Fragen: was ist zu tun,
um derartige Katastrophen zu vermeiden? Ist es der globale Klimawandel,
der zu diesem nie dagewesenen Hochwasser führt? Sind die Flußbegradigungen
schuld?
Fest steht eins: Der Mensch ist mitverantwortlich. Spät wurde reagiert,
die Klimaschutzpolitik ist erst mit der rot-grünen Bundesregierung
in den Vordergrund gerückt. Nun geht es mit der großen Umwelt- und
Entwicklungskonferenz in Johannesburg weiter. Johannesburg bietet
die Chance, weltweit verbindlich Standards festzusetzen, um dem
globalen Klimawandel auch eine globale Klimaschutzpolitik entgegenzustellen.
Ein Aktionsprogramm muss her. Doch ohne die Kooperation des weltweit
größten Energieverschwenders, den Vereinigten Staaten, wird eine
dauerhafte und nachhaltige Klima- und Wasserpolitik wohl kaum möglich
sein. Das Verhalten der USA unter George W. Bush spricht eine deutliche
Sprache: der Kampf gegen Wassermangel, für eine nachhaltige Energieversorgung
ohne fossile Brennstoffe und Atom und gegen Armut interessiert ihn
nicht! Aber auch in Deutschland ist es zwingend notwendig, die begonnene
Wende für eine nachhaltige Umwelt- und Energiepolitik konsequent
weiterzugehen. Auch wenn mit Ökosteuer, Erneuerbare-Energien-Gesetz
und Kraft-Wärme-Kopplung schon gute Grundlagen gelegt worden sind,
ist der Weg noch weit. Und Nachhaltige Entwicklung (Umwelt-, Klima-
und Energiepolitik) betrifft uns alle. Die Menschen in Sachsen,
Sachsen-Anhalt und Brandenburg waren diesmal die vorwiegend Leidtragenden;
neben den 10 Millionen Chinesen, die zu gleicher Zeit unter Überflutungen
leiden und schon Tausende Tote zu beklagen haben. Die Solidarität
und Hilfsbereitschaft mit den Flutopfern ist groß. Lassen Sie uns
diese Solidarität weitertragen für die Zukunft unserer Kinder und
die Menschen bei uns und in anderen Ländern. Klimaveränderungen
machen an keiner Grenze halt. Deshalb müssen wir in 50 Jahren vollkommen
im Solarzeitalter angekommen sein. Die Entwicklung und Verbreitung
der Technologien muss jetzt passieren - auch mit Ihrer Hilfe, mit
energiesparendem Auto, Solardächern oder Beteiligungen wie beim
Bürgerwindpark in Rosengarten.
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