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Am 22. September ist Bundestagswahl!
In Talkshows und Fernsehduellen, in Hallen und auf Plätzen in allen
Städten Deutschlands herrscht Wahlkampf. Es wird diskutiert, agitiert
und überzeugt. Doch worum geht es wirklich am 22. September. Es
geht um mehr als Edmund Stoiber oder Gerhard Schröder. Es geht um
die Richtung der Politik in diesem Land und damit um die Zukunft
Deutschlands.
Dieser Faden zieht sich durch alle Felder der Politik. In der Außenpolitik
tritt dies besonders deutlich zutage. Die Frage ist nicht die der
uneingeschränkten Solidarität mit den Vereinigten Staaten, es geht
um die Frage vernünftiger, nachhaltiger Politik mit Konzepten statt
militärischer Schnellschüsse. Mit einer Intervention im Irak besteht
die Gefahr, dass sich ein Flächenbrand in der Region entfacht, der
auch vor vermeintlich stabilen, moderaten islamischen Staaten nicht
haltmachen wird. Die Konsequenzen für die Weltwirtschaft wären dramatisch,
der Frieden für Jahre nicht mehr herzustellen. Ich sage es ganz
deutlich: Freundschaft ist kein bedingungsloser Gehorsam! Gleiches
gilt im Bereich der Energiepolitik. Auch hier stellt sich die Frage,
wie die Energieversorgung für zukünftige Generationen gesichert
werden kann. Der Einstieg in den Ausstieg befreit Deutschland von
den nicht kalkulierbaren Gefahren der Atomenergie, die massive Förderung
der erneuerbaren Energien und der Kraft-Wärme-Kopplung weisen den
Weg in eine zukunftsfähige Energiepolitik, die darüber hinaus auch
ein immer größeres Wirtschafts- und Wachstums- und sogar Exportpotenzial
entwickelt. Die Windenergie ist heute der größte Nachfrager für
Stahl. In Deutschland beschäftigt sie bereits insgesamt 35000 Menschen.
2050 müssen wir im Solarzeitalter sein. Ein weiteres Beispiel ist
die Familienpolitik. Förderung von Kindern und jungen Frauen, um
wirkliche gesellschaftliche Gleichberechtigung zu ermöglichen oder
die Abschaffung von altmodischen und überholten Vorstellungen von
Familie, bei denen die Frau zuhause bleiben muss statt selbst zu
entscheiden, ist auch volkswirtschaftlich sinnvoll, da die hohe
Qualifizierung von Frauen ansonsten verlorengeht. Die Förderung
der Ganztagsbetreuung (allein hier gibt es 40 Milliarden von Bundesregierung)
ist ein zentrales Element, um Gleichberechtigung von Frauen zu erreichen
und der Verelendung Alleinerziehender und der Kinderarmut entgegen
zu wirken. Das Familiengeld, das Stoiber und Co. Vorschlagen, ist
nicht anderes als eine Küchenprämie, die den gesellschaftlichen
Realitäten längst nicht mehr entspricht. Auch darum geht es am 22.
September! Noch ein Wort zum Verlauf dieses Wahlkampfes. Die CDU/CSU
betreibt Schwarzmalerei und spielt mit den Ängsten der Menschen
in unserem Land. Es muss im Wahlkampf um Konzepte und Ideen für
die Zukunft gehen, ein Rückblick in schwarz-weiss reicht nicht aus,
die Probleme zu lösen, schon gar nicht mit dem Personal, das ein
Erbe von 4,5 Millionen Arbeitslosen 1998 hinterlassen hat. Weiter
in die Zukunft oder zurück in die Vergangenheit, das ist die Frage,
die wir alle bei der Bundestagswahl beantworten können.
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