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Das Regierungsprogramm der rot-grünen
Koalition, festgelegt im Koalitionsvertrag, sieht ein umfassendes
Einsparprogramm in fast allen Bereichen vor. Es hat viele Diskussionen
ausgelöst, die im Vorwurf des Wahlbetrugs gipfelten. Leider haben
viele mit ihrer Kritik nicht gewartet, bis Programm, Personen und
konkrete Gesetzesvorlagen feststanden. Nun können wir etwas klarer
sehen, auch ist einiges, was im Vorfeld vielleicht etwas vorschnell
beschlossen werden sollte, wieder zurückgenommen worden. Ich nenne
nur die Möglichkeit des Spendenabzuges bei gemeinnützigen Spenden
von Unternehmen an kulturelle, soziale und ökologische Einrichtungen.
Wäre diese Möglichkeit abgeschafft worden, hätte das schwere Folgen
nicht nur für das Kulturleben gehabt, innovative Projekte wären
stark reduziert worden, Arbeitsplätze in den Einrichtungen wären
in Gefahr geraten. Ich habe mich sehr dafür eingesetzt, dass es
bei der Abzugsmöglichkeit bleibt. In anderen Bereichen dauert die
Diskussion an. Der gesamte Gesundheitsbereich steht auf dem Prüfstand,
sonst droht der Kollaps. Die Maßnahmen, die zurzeit diskutiert werden,
sind Erste-Hilfe- Maßnahmen, um die Kosten im Jahr 2003 nicht explodieren
zu lassen. Eine Kommission à la Hartz soll grundsätzliche Vorschläge,
und zwar rechtzeitig für 2004, erarbeiten. Die Bürger in Deutschland
werden älter, aber mit zunehmendem Alter werden auch die Notwendigkeiten
von ärztlichen Konsultationen mehr. Ängste und Unsicherheiten (Wirtschaftslage,
Kriegsgefahr) führen dazu, dass Menschen mehr sparen statt zu konsumieren
und das hat inzwischen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage und
bedeutet auch weniger Geld für die Sozialkassen. Politik hat nun
die Aufgabe, sowohl kurzfristig Pflaster zu kleben als auch ein
langfristiges Heilprogramm zu finden.
Ein Balanceakt, bei dem unzählige Interessen mit einander abgewogen
werden wollen. Die Lobbies in Deutschland sind gut organisiert.
Manchmal frage ich mich, wie groß der Druck sein muß, dass wirklich
neue Konzepte eingeführt werden können. Zeitweise geht das eigentliche
Ziel dabei aus den Augen verloren. Es muß aber dabei bleiben: Wir
müssen sparen, sonst gefährden wir auch die Stabilität in Europa.
Wir wollen ein Gesundheitssystem, das aber auch von einer möglichst
breiten Schicht getragen werden sollte. Die Solidargemeinschaft
ist immer noch die stärkste Gemeinschaft. Deshalb müssen alle ran!
Und natürlich haben diejenigen recht, die wollen, dass sich dann
auch alle, also auch Beamte und Freiberufler, an dem System beteiligen
müssen. Klar ist aber: Die notwendigen Behandlungen für alle müssen
Grundlage des Systems sein. Die USA mit einem noch teureren System
als wir es haben, leisten viel weniger und das ist für mich kein
Vorbild: Ein Drittel der Amerikaner sind nicht versichert und bleiben
im Krankheitsfall auf den Krankenhaustreppen liegen. Ich setze mich
dafür ein, dass das bei uns anders bleibt. Solidarität ist ein Wert,
der wieder einen größeren Stellenwert in unserer Gesellschaft haben
muß!
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