Freundschaft,
die arbeiten muss |
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Die Begründung der deutsch-französischen
Zusammenarbeit jährt sich in der nächsten Woche zum vierzigsten
Mal. Das Verhältnis beider Länder ist über Jahrhunderte auf immer
andere Art und Weise besonders und lange von Krieg geprägt gewesen.
In diesem Jahr schauen wir auf 40 Jahre friedvolle, fruchtbare und
effektive aber auch schwierige Zusammenarbeit zurück. Schwierig,
weil der Abschluß des Elysée-Vertrages der Aussöhnung beider Staaten
vor dem Hintergrund der jahrhundertelangen wechselvollen Geschichte
dienen sollte, aber auch großartig, weil es zeigt, dass Dialoge
und Kooperation auch nach Kriegen und unter Anerkennung kultureller
Unterschiede möglich sind und stark machen, wie man in Europa sehen
kann. Bei uns im Landkreis sind die Städtepartnerschaften - ein
entscheidender Aspekt des Vertrages zwischen Adenauer und de Gaulle
- sehr erfolgreich: Buchholz und Canteleu, Stelle und Plouzane,
Winsen und Pont de Claix und Tostedt und Morlaàs sind nur wenige
Beispiele für deutsch-französische Pärchen der kommunalen Partnerschaften.
Besonders berührt hat mich auch das Zusammentreffen der Chöre aus
Buchholz und Canteleu: gemeinsame Musik statt Waffengerassel. Gerade
diese Partnerschaften haben in den Jahren nach dem Krieg, aber auch
teilweise viel später, dazu beigetragen, das Verhältnis unserer
beiden Länder zu verbessern und das gegenseitige Verständnis zu
vertiefen. Es ist erstaunlich und schön, dass auch jetzt immer noch
Partnerschaften neu begründet werden; es gibt immer noch etwas zu
entdecken bei unseren so vertrauten Ländern. Ich glaube, das wir
tatsächlich noch viel mehr über einander wissen und miteinander
erleben können und sollten, und dass nach 40 Jahren noch längst
nicht alles gesagt ist. So ist auch ein Grundpfeiler der Zusammenarbeit
der Alltag und die Kultur der Menschen. Die Regierungsarbeit in
beiden Ländern ist deshalb auch von Anfang an durch die Unterstützung
der Menschen in ihren Kontakten untereinander gewesen. Die Einrichtung
des deutsch-französischen Jugendwerks durch den Elysée-Vertrag ist
nur das herausragendste Beispiel dafür. Die deutsch-französische
Partnerschaft ist insgesamt so erfolgreich, das sie Vorbild für
die Partnerschaft mit anderen europäischen Ländern ist und auch
ein Modell der europäischen Kooperation insgesamt sein kann. Grundlage
dafür sind die diversen Begegnungen zwischen Jugendgruppen, Gemeinderatsmitgliedern,
Sportlern etc. in beiden Ländern. Diese Kontakte sind auch die Basis
für die anstehenden Projekte der europäischen Einigung, die sich
u.a. auf den Erhalt der kulturellen Vielfalt in Europa richten werden.
Auch hier ziehen Deutschland und Frankreich grundsätzlich an einem
Strang, leben und diskutieren aber die Unterschiede wie z.B. in
Fragen der Landwirtschaftspolitik. Sie zu überwinden, zeichnet die
deutsch-französische Partnerschaft aus. So hat sich in der wechselvollen
Geschichte der europäischen Einigung immer wieder gezeigt, dass
das deutsch-französische Gespann in Europa durch die erfolgreiche
Bewältigung der Spannungen Motor der EU ist und die großen Bevölkerungen
beider Länder stets das Auf und Ab der Beziehungen getragen haben.
Vielleicht sind aber gerade diese Gegensätze - auch im Landkreis
- der Grund, dass man neugierig auf das Andere, die andere Kultur,
den anderen Alltag und das andere Leben ist. Für unsere Länder jedenfalls
wünsche ich mir weiter offene Neugier und viele Begegnungen, damit
der europäische Motor auch im erweiterten Europa rund läuft.
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