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Meine Meinung
Donnerstag, 10. April 2003
 
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Eine starke UNO brauchen wir!

Schon stehen amerikanische Militärs für eine Übergangsregierung im Irak in Kuwait bereit. Schon scheinen die Aufträge für den Wiederaufbau an amerikanische und britische Firmen verteilt zu sein, schon kommt der Ruf, dass sich die kriegsunwilligen Staaten wenigstens finanziell am Wiederaufbau beteiligen sollen - wie bereits 1991 im Golfkrieg Deutschland auch nicht aktiv mit focht, aber 17,2 Mrd. DM (rund 8,65 Mrd. Euro) an die USA überwies. Doch langsam scheint auch den Europäern klar zu werden, dass sie nur zusammen mit einer Stimme etwas erreichen können und Tony Blair versucht die Brücke über den Atlantik für die UNO zu schlagen. Nur zur Erinnerung: Die USA haben vor rund 55 Jahren die UNO mitbegründet, damit eben kein Unilateralismus entsteht. Vielen Ländern wird durch den Krieg im Irak klar, dass nur die Staatengemeinschaft gemeinsam für eine Weltordnung eintreten kann und auch als Weltpolizei auftreten kann. Die Bundesrepublik hilft direkt - mit der Verdoppelung der humanitären Hilfe von 40 auf 80 Mio. Euro. Aber Bundeskanzler Schröder hat klar gemacht, dass Deutschland nur die UNO für die Nachkriegsordnung im Irak für angemessen hält - natürlich mit ihrem Mitglied USA. Schnell müssen die Europäer zu einer gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik finden, um sich mit den USA, Russland, China, Japan und den 191 Mitgliedsstaaten der UNO für Wiederaufbau, demokratische Entwicklung und Stabilität in der Nahostregion einzusetzen. Dazu gehört natürlich auch, nicht weiter Syrien und den Iran mit einem nächsten Krieg zu bedrohen und aktiv an einer Lösung des schmerzlichen Israel-Palästina-Konflikts zu arbeiten. Wie die Geschichte Europas zeigt, die die Amerikaner sehr erfolgreich gemanagt haben, gehört dazu eine aktive Mischung aus wirtschaftlicher Entwicklung, Bildung, Institutionen (Nationbuilding) und Anerkennung kultureller Vielfalt. Ob dazu die Akzeptierung von föderalen Strukturen notwendig ist (Kurden-Shiiten-Sunniten) wie eben auch in Deutschland, Europa und in jüngster Zeit in Ex-Jugoslawien, wird die UNO verhandeln müssen. Ich hoffe sehr, wir schaffen es, als Deutsche und Europäer gemeinsam mit den Amerikanern den Weg in eine starke UNO zu gehen. Und ich hoffe für die Menschen im Irak, die unter Hunger, Wassermangel und Verletzungen leiden, dass sie nicht zusätzlich zu den Kriegslasten noch zu Opfern unserer Ablehnung des Krieges werden. Lassen Sie uns spenden - damit wenigstens das Nötigste sofort getan werden kann - von den internationalen Organisationen, die unabhängig von Hautfarbe und Religion zusammenarbeiten wie das Internationale Rote Kreuz und der rote Halbmond, UNICEF und viele andere.

 
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