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Meine Meinung
Donnerstag, 17. Juli 2003
 
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Europäische Verfassung verabschiedet!

Am 10. Juli trafen sich Mitglieder von Regierungen und Parlamenten der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union und haben den Entwurf einer ersten gemeinsamen europäischen Verfassung beschlossen. Nun muss dieser Entwurf noch ab Oktober in weiteren Beratungen der Staatschefs und in den Ländern abgesegnet werden, bis die Verfassung im Jahre 2006 in Kraft treten kann. Neben rechtlichen Fragen sind in dem Dokument auch gemeinsam verbindende Elemente enthalten wie der EURO als gemeinsame Währung, die „Ode an die Freude“ von Beethoven als gemeinsame Hymne und die Festschreibung der kulturellen Vielfalt als Ziel Für mich macht das die eigentliche Stärke von EUROPA aus.

Von 1000 Schülern in Bayern befragt, was für sie Europa sei, antwortete die Mehrheit „Einheit in der Vielfalt“. Mit diesem Merkmal, der Sprachenvielfalt, den unterschiedlichen Wurzeln und der dadurch begründeten Kreativität kann Europa wirklich in der Globalisierung ein Beispiel setzen, wie es funktionieren könnte. Wenn wir es dann noch schaffen, in der gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) eine gemeinsame Position zu erarbeiten und nicht als vielstimmiger Chor (wie jüngst bei der Irak­frage) aufzutreten, können wir in der UNO und in der Kräftebalance zwischen USA und Asien mehr bewirken als durch die Koordinierung von Waffensystemen und Polizeikräften.

Dafür ist es aber auch notwendig die Auswärtige Kulturpolitik zu koordinieren und als einen wichtigen Teil von Prävention, das heißt Vorbeugung, vor einem Krieg zu verstehen. Wer miteinander spricht, lernt einander verstehen und verringert die Wahrscheinlichkeit, mit Waffen aufeinander einzuschlagen.

Die Dialogfähigkeit fängt natürlich bei uns zu Hause an: Ich wünsche mir, dass wir auch die kulturelle Bildung nutzen, um unsere und andere Kulturen kennenzulernen. Dabei ist die Theater AG in der Schule ebenso wichtig wie die Musikschulen in den Gemeinden die unseren Kindern nicht nur unsere Volkslieder, sondern auch unsere Kulturgeschichte vermitteln.

Wir brauchen unsere eigenen Wurzeln, damit wir auch andere tolerieren und akzeptieren können.

Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass unsere Kinder sowohl die Fähigkeiten, die in der PISA-Studie gefordert werden, erlangen, als auch Kulturwerte wie zum Beispiel Musik vermittelt bekommen. Denn wie schon die BASTIAN-Studie an Berliner Grundschulen zeigte:
Die Kinder, die intensiv Musikunterricht hatten, waren auch in den anderen Fächern konzentrierter und lernfähiger und darüber hinaus in der Gruppe arbeitsfähiger als in der Vergleichsgruppe ohne intensiven Musikunterricht!

 
Diese Kolumne finden Sie auf: www.monika-griefahn.de