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Meine Meinung
Mittwoch, 5. Mai 2004
 
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Der Strom kommt aus der Steckdose…

Wenn wir an die technischen Annehmlichkeiten unseres täglichen Lebens denken, wird eines schnell klar: ohne Strom laufen weder Waschmaschine noch Computer und auch die Telefonanlage bleibt stumm. Energieeinsparung ist zwar in aller Munde und wird auch gesetzlich gefordert- doch wie sieht es bei uns damit aus? Kehren wir zum guten alten Waschbrett zurück, um die Wäsche sauber zu bekommen? Wohl kaum.

Die Technisierung unseres täglichen Lebens im privaten wie im beruflichen Bereich bedeutet, dass wir ein hohes Maß an Energie benötigen. Woher kommt all dieser Strom? „Strom kommt aus der Steckdose“, heißt es ironisch. Doch da muss er erst einmal rein. Wir sind uns sicherlich alle darin einig, dass unsere Energie möglichst umweltschonend erzeugt werden muss. Fossile Energieträger wie Öl, Kohle und Gas haben zwei wesentliche Nachteile: sie sind nicht unendlich verfügbar und ihre Verbrennung erzeugt klimaschädliche Emissionen – mit erheblichen Folgeschäden und –kosten. Darum müssen wir immer stärker auf den Ausbau der erneuerbaren Energien setzen.

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz leistet einen wichtigen Beitrag zur Realisierung, denn damit werden Stromnetzbetreiber verpflichtet, Elektrizität aus Sonne, Wasser, Wind, Biomasse und Geothermie vorrangig abzunehmen und dafür einen festgelegten Preis zu zahlen. Dies wiederum bedeutet für Betreiber der Anlagen, die aus erneuerbaren Energien Strom erzeugen, wirtschaftliche Sicherheit. Was man auch nicht vergessen sollte, ist die Bedeutung für die Arbeitsplätze in Deutschland. Allein in der Industrie, die Windräder herstellt, sind inzwischen in Deutschland über 40.000 Menschen beschäftigt.

Viele Landwirte werden zu Energiewirten, indem sie durch Biogasanlagen und auch durch Windkraft Energie erzeugen und durch dieses zusätzliche Standbein das Überleben ihrer Höfe sichern. Biogasanlagen spielen im Landkreis Harburg allerdings kaum eine Rolle bisher. Zur Biomasse gehört auch Holz, das ebenfalls zur Energiegewinnung eingesetzt werden kann. Solarenergie hat bisher weniger bei großen Anlagen, dafür mehr bei Privatbauten Einzug gehalten, indem man mit hauseigenen Anlagen einen Beitrag zur Stromversorgung des eigenen Haushalts liefert oder bei größeren Anlagen auch in das Stromnetz einspeisen kann. Das 100.000 Dächer-Solarstromprogramm des Bundes hat dazu beigetragen, dass in Deutschland inzwischen rund 4 Millionen Quadratmeter Solarkollektoren installiert sind. Mit Windkraftanlagen wird nicht nur draußen an der Küste oder bereits auf dem Meer Strom erzeugt, sondern auch hier bei uns im Landkreis.

Einige Anlagen, wie Windkrafträder oder Biogasanlagen, sind nicht unumstritten in der Bevölkerung. Während z. B. Windkraftanlagen von vielen Menschen überhaupt nicht als Störfaktor angesehen werden, wird von anderen eine „Verspargelung der Landschaft“ beklagt. Aber an den erneuerbaren Energien geht kein Weg vorbei. Sie leisten heute etwa 2,9 % der gesamten Energiebereitstellung in Deutschland. Ziel der Bundesregierung ist es, den Anteil bis zum Jahr 2010 zu verdoppeln und Mitte des Jahrhunderts soll die Hälfte der benötigten Energie aus erneuerbaren Energieträger kommen. Der Weg ist noch weit, doch wir alle sollten daran mitarbeiten. Damit der Strom auch weiterhin aus der Steckdose kommt…

 
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