| Die Zukunft – auch im Beruf – gerade in einer älter werdenden Gesellschaft, gestaltet jeder selbst. In vielen Betrieben ist eine permanente Fortbildung nicht selbstverständlich obwohl diese Forderung viele Wirtschaftsvertreter erheben. Doch was beinhaltet eigentlich lebenslanges Lernen? Jeder und jede selbst ist gefragt für seine/ihre eigene Bildung fortwährend etwas zu tun. Weder die Schulzeit noch die Ausbildung danach machen uns geistig fit für das ganze Leben. Viele Menschen erleben ständig, wie schnell Kenntnisse aus der ersten Ausbildung überholt sein können. Dazu kommt, dass es heute viel seltener ist, dass jemand sein ganzes Leben in demselben Tätigkeitsfeld bleibt. Schon deshalb sind Zusatzqualifikationen notwendig, seien es Sprachen, neue Techniken und Technologien oder neue Arbeitsmethoden. Aber auch die Einstellung in neue Jobs hängt zunehmend von der individuellen Qualifikation ab. Der potentielle Arbeitgeber bemerkt also sehr genau, wer sich um die eigene Fortbildung bemüht. Aber man sollte sich auch gerade mit einem festen Arbeitsplatz für die eigene Bildung einsetzen, denn dies kann nur von Vorteil für die Sicherheit des eigenen Unternehmens sein und damit für den Arbeitsplatz. Als extremes Beispiel kann ich von einem Unternehmer erzählen, der Insolvenz anmelden musste, nachdem in seiner Firma die Weiterentwicklung zu lange unbeachtet blieb und statt Computer einzusetzen selbst die Abrechnungen noch per Hand geschrieben worden waren. Lebenslanges Lernen kann jeder nach seinen Möglichkeiten schaffen. Ob ein Sprachkurs, eine Fortbildung oder ein umfassendes Fernstudium, es gibt für jeden einen Weg am Ball zu bleiben und für die geringer Qualifizierten kann das eine gute zweite Chance sein. Die mittelständischen und kleinen Unternehmen können sich außerdem im Verbund gegenseitig auszuhelfen, wenn ihre Mitarbeiter wegen Fortbildungen ausfallen. Doch um lebenslanges Lernen voranzubringen, ist nicht nur das Engagement von jedem gefragt, sondern auch in der Politik müssen dafür die Weichen gestellt werden. Deutschland hält von seinen öffentlichen Ausgaben viel weniger für die Bildung bereit als andere vergleichbare Ländern, wie Dänemark, Frankreich oder Spanien. Verschiedene Modelle werden diskutiert: Bildungsgutscheine, Bildungsversicherung, steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten für Bildung. Wir müssen stärker begreifen, dass ein Mehr an Bildung eine wirkliche Investition in die Zukunft ist. Denn die Innovation müssen bei der demografischen Entwicklung unserer Gesellschaft nicht nur von den Jüngeren, sondern ebenso von den Älteren gemacht werden. Dabei geht es eben nicht nur um PISA und eine bessere erste Ausbildung sondern auch um lebenslanges Lernen bis ins hohe Alter. Das Durchschnittsalter der Beschäftigten wird weiter steigen und deswegen hängt die Innovationsfähigkeit immer mehr von den älteren Beschäftigten ab. Es gilt also anzuerkennen, dass Ältere weiterlernen und produktiv bleiben können. Ich merke, dass die Bildungsdebatte und damit auch die Auseinandersetzung mit dem lebenslangen Lernen in Deutschland jetzt immer stärker in Schwung kommen. Die SPD sieht in der Bildung eines der wichtigsten Zukunftsthemen und deswegen diskutieren wir Möglichkeiten der Angebotsverbesserung, der Finanzierung und Umsetzung. Lebenslanges Lernen ist ein wichtiger Baustein in diesem Prozess und einer, bei dem jeder für sich mithelfen kann. |