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Meine Meinung
Mittwoch, 18. Oktober 2006
 
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Die Friedensmacher
Armut, Morde an Journalisten, Krisen und Fanatismus - bei den vielen erschreckenden Meldungen, die uns jeden Tag auf den Bildschirmen begegnen, tut es gut, von Menschen zu hören, die für das Gute kämpfen. Vier von diesen wurden gerade mit Preisen ausgezeichnet und ich freue mich, dass ihr Engagement und ihre Ideen damit noch stärker an die Öffentlichkeit kommen.

Wolf Lepenies erhielt den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und Orhan Pamuk den Literatur-Nobelpreis. Beide Autoren zeigen, dass in dem oft so schwierigen Verhältnis zwischen unserer europäischen und der islamischen Kultur eine Verständigung und ein gemeinsamer Dialog immer möglich sind. Der deutsche Schriftsteller und der türkische Autor bauen von beiden Seiten aus gesehen eine verbindende Brücke zwischen unseren Kulturen, Lepenies durch konkrete Wissenschaftskooperationen und Pamuk auch durch die Konfrontation mit seiner eigenen Regierung. Bei uns in Europa wecken sie Verständnis für die muslimische Türkei und in der Türkei Verständnis für die westlichen Werte.

Als weiterer Preisträger dieser Tage hat der Poet Fernando Rendon den Alternativen Nobelpreis erhalten. Seine Heimatstadt Medellín war in den 90er Jahren die wohl gewalttätigste Stadt der Welt. Der Kolumbianer hat es durch ein Festival, bei dem es beispielsweise Dichterlesungen in den Straßen gab, geschafft, dass die Menschen ihre eigene Angst besiegten und ihre Stadt von den bewaffneten Gruppen zurückeroberten.

Der vierte in meiner Aufzählung ist der mit dem Friedensnobelpreis bedachte Muhammad Yunus. Mit der von ihm gegründeten Grameen Bank werden Mikrokredite vergeben, die sich meist nur auf 50 bis 100 Dollar belaufen, die aber zur Förderung von Existenzgründungen ausreichen. Von solchen Initiativen können gerade Frauen profitieren, die in vielen Ländern als nicht kreditfähig gelten, obwohl gerade sie besonders viel Familienverantwortung tragen. Mit wenig Geld können sie sich Handwerksmaschinen wie zum Beispiel Webstühle kaufen und ihr eigenes Geschäft verwirklichen. Gleichzeitig zeigen sie durch eine hohe Rückzahlungsquote weit mehr Verantwortungsbewusstsein als so manche westliche Manager.

Alle vier Preisträger zeigen, dass man sich in einer schwierigen Situation für Frieden und Dialog einsetzen kann. Ihnen und uns allen dazu: Herzlichen Glückwunsch.
 
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