Mit großem Nachdruck wurde in der Vergangenheit
dafür gesorgt, daß sowohl die Bundesgrenzschützer selbst als auch
die zivilen Beschäftigten des BGS-Standorts Winsen (Luhe) möglichst
schnell "abgewickelt" wurden und der Standort möglichst schnell
frei wurde.
In Gesprächen mit dem örtlichen Personalrat und
mehreren Bundesgrenzschutzbeamten hat sich die SPD-Bundestagsabgeordnete
Monika Griefahn ein Bild über die derzeitige Situation verschafft.
Sie hat weiterhin in dieser Angelegenheit ein Schreiben an Bundesinnenminister
Otto Schily gerichtet, um im Sinne der Beschäftigten und auch der
betroffenen Familien für Klarheit über die zukünftigen Verwendungen
und die entsprechenden Einsatzorte zu sorgen.
Ein großes Problem war nämlich die ungewisse Situation
vieler Bundesgrenzschützer. Viele Bundesgrenzschützer des ehemaligen
BGS-Standorts Winsen sind jetzt nach Uelzen oder anderen Standorten
abkommandiert, ohne daß die entsprechenden Dienstposten und Verwendungen
dort vorhanden wären.
Mittlerweile hat Monika Griefahn in einem Gespräch
mit dem Bonner Innenministerium, an dem auch der Staatssekretär
Henning Schapper und der Parlamentarische Staatssekretär Fritz Rudolf
Körper beteiligt waren, in Erfahrung gebracht, daß die Stellenausschreibungen
laufen und sie bald zu endgültigen Versetzungen führen werden, so
daß dann die bestehenden Unklarheiten beseitigt sein werden.
Monika Griefahn: "Auch wenn das Verfahren für die
Beschäftigten nicht befriedigend gelaufen ist, bin ich froh, daß
jetzt für die Bediensteten Klarheit geschaffen wird."
Bundesgrenzschutz: Leistungsfähigkeit
gesichert
(Pressemitteilung des Bundesministerium des Innern
vom 24. Februar 1999)
Bundesinnenminister Otto Schily hat heute den Innenausschuß
des Deutschen Bundestages über das Ergebnis der Überprüfung der
Neuorganisation des Bundesgrenzschutzes unterrichtet. Zum Ergebnis
dieser Überprüfung erklärte Bundesinnenminister Schily:
"Ziel der Neuorganisation des Bundesgrenzschutzes
ist die Sicherung seiner Leistungsfähigkeit für die Zukunft. Wir
wollen den Beschäftigten klare und attraktive Perspektiven bieten.
Dazu ist die Verbesserung der Personal- und Stellenstruktur, die
Schaffung optimaler Arbeitsbedingungen in den Dienststellen sowie
eine zügige Bereitstellung von moderner polizeilicher Einsatzausstattung
für die veränderten Aufgabenfelder des BGS bei der Fortsetzung der
BGS-Neuorganisation notwendig.
Ein wichtiges Ergebnis der Überprüfung ist die
in Übereinstimmung mit den Gewerkschaften und Berufsverbänden gewonnene
Erkenntnis, daß die Planstellenstruktur des BGS erhebliche Defizite
aufweist. Deshalb ist es mein Ziel, im BGS-Haushalt eine deutliche
und kontinuierliche Verbesserung der Personal- und Stellenstruktur
herbeizuführen.
Hierzu hat das Bundeskabinett in einem ersten Schritt
meinen Vorschlag auf Verdopplung der ursprünglich (von der Vorgängerregierung)
vorgesehenen Planungszahlen im Haushalt 1999 zugestimmt und damit
neue Akzente für die Personalentwicklung im BGS gesetzt.
Für 1999 ergeben sich daraus rd. 2.700 Beförderungsmöglichkeiten
in allen Laufbahnen. Um den Personalmangel im gehobenen Dienst des
BGS schneller abzubauen, habe ich außerdem veranlaßt, daß mehr Beamte
des mittleren Dienstes in den gehobenen Dienst aufsteigen können;
davon werden alleine in den beiden nächsten Jahren rd. 1.000 Beamte
profitieren.
Weiterer Schwerpunkt meiner Bemühungen ist die
Beschaffung moderner, leistungsfähiger Ausstattung für den BGS.
Es werden alle Anstrengungen unternommen, die im Haushaltsentwurf
1999 hierfür vorgesehenen rd. 200 Mio. DM (dies entspricht einer
Steigerung von rd. 20 % gegenüber 1998) trotz der allgemeinen Sparzwänge
unbedingt zu halten.
Dies sind zukunftsweisende Maßnahmen, auf die angesichts
der Haushaltslage und der eindeutigen Aufgabenschwerpunkte des BGS
alle gegenwärtigen Anstrengungen konzentriert werden müssen.
Die Neuorganisation wird jetzt zügig und umsichtig
fortgesetzt. Dabei ist mir die Rücksichtnahme auf die sozialen Belange
der Beschäftigten ein besonderes Anliegen; es werden verstärkte
Anstrengungen unternommen, für die in den aufgelösten Standorten
noch verbliebenen Arbeiter geeignete Anschlußverwendungen zu finden,
um Kündigungen unter allen Umständen zu vermeiden. Der Bundesgrenzschutz
hat mit dieser Neuorganisation alle Möglichkeiten, sich auf absehbare
dynamische Veränderungen im Bahn- und Luftverkehr, die Einrichtung
weiterer Grenzübergänge sowie Auswirkungen der Schengen- und EU-Politik
jeweils situationsgerecht einzustellen und anzupassen.
Gerade bei den jüngsten Einsatzanlässen im Anschluß
an die Festnahme des PKK-Führers Öcalan ist erneut deutlich geworden,
welcher besondere Stellenwert dem BGS im Sicherheitsgefüge der Bundesrepublik
- auch hinsichtlich der Unterstützung der Länderpolizeien - zukommt.
Die noch von der alten Bundesregierung eingeleitete
BGS-Reform habe ich unmittelbar nach meinem Amtsantritt überprüfen
lassen. In einer Vielzahl von Gesprächen mit Gewerkschaften und
Berufsverbänden, Bundestagsabgeordneten und kommunalen Mandatsträgern
wurden alle maßgeblichen Fakten nochmals eingehend geprüft und bewertet.
Mit der Gewerkschaft der Polizei (GdP) wurde ein weiteres Mal ausführlich
die Personalsituation des BGS und die Organisationsstruktur der
Einsatzverbände diskutiert.
Das Ergebnis stellt klar, daß die BGS-Neuorganisation
sich primär an polizeifachlichen Aspekten zu orientieren hat. Unumstritten
ist die damit einhergehende Verstärkung des Einzeldienstes und die
damit verbundene Reduzierung der Verbandsstrukturen. Da ein polizeifachlicher
Bedarf und die erheblichen Mehrkosten für weitere Standorte nicht
zu begründen sind, bleibt es bei den nach bisherigem Konzept vorgesehenen
Verbandsstandorten des BGS.
Der Bundesgrenzschutz hat nach einer baldigen
Umsetzung dieser tiefgreifenden Reform eine Phase der Konsolidierung
nötig, um seinen wichtigen Beitrag für die Innere Sicherheit der
Bundesrepublik auch weiterhin professionell und effektiv leisten
zu können. Dazu ist es wichtig, daß der BGS auch in der Öffentlichkeit
die Anerkennung und Unterstützung erfährt, die er für seine schwierige
Aufgabe im Dienste aller Bürger verdient."