Die Bundestagsabgeordnete Monika Griefahn teilt
mit, daß auf der gestrigen Sitzung der SPD-Bundestagsfraktion einstimmig
entschieden wurde, daß der Weiterbau der beiden Atomkraftwerke K2/R4
in der Ukraine nicht finanziert werden soll.
Ein entsprechender Antrag wurde gestern auf der
Fraktionssitzung der SPD verabschiedet. In diesem wird die Bundesregierung
aufgefordert, sich bei den Verhandlungen der Europäischen Entwicklungsbank
dafür einzusetzen, den Weiterbau nicht zu finanzieren. Statt dessen
soll Geld für Alternativen ohne Atomkraft, vor allem Gas- und Dampfkraftwerke
sowie Maßnahmen zur Energieeinsparung, bereitgestellt werden.
"Ich habe mich sofort gegen die Finanzierung dieses
Atomkomplexes ausgesprochen, als ich davon hörte, daß praktisch
vor unserer Haustür wieder einmal neue Atomkraftwerke gebaut werden
sollen", sagte Monika Griefahn. "Wir haben mit dem Koalitionspartner
einen Antrag formuliert, der nun die Bundesregierung auffordert,
sich in den Verhandlungen der Europäischen Entwicklungsbank und
zwischen den G7/G8-Staaten gegen die Finanzierung eines Weiterbaus
dieser Atomkraftwerke zu wenden."
Monika Griefahn und Horst Kubatschka, ebenfalls
SPD, setzen sich dafür ein, daß die G7/G8-Staaten das "Memorandum
of Understanding" von 1995 erfüllen und eine Lösung für die Abschaltung
von Tschernobyl finden, die schnell umsetzbar und effektiv ist.
Eindeutig ist der Bau eines Gas- und Dampfkraftwerkes billiger und
schneller zu erreichen (für 1 Milliarde US-Dollar in 2 Jahren) als
der Weiterbau der unsicheren Atomkraftwerke (1,4-1,8 Milliarden
US-Dollar, frühestens fertig zwischen 2004 und 2006). "Daneben würden
in der Ukraine Standards angelegt, die bei uns nicht genehmigungsfähig
wären", ergänzt Monika Griefahn. "Zudem hat sich die Bevölkerung
in der Ukraine eindeutig gegen den Bau der Kraftwerke K2/R4 ausgesprochen.
Wir können nicht bei uns in Deutschland über Atomausstieg diskutieren
und in unserer europäischen Nachbarschaft dafür sorgen, daß neue
AKW gebaut werden", meinten Monika Griefahn und Horst Kubatschka
am Dienstag in Bonn.