Von einem Redakteur der Welt am Sonntag wurde in
einer von ihm veranstalteten Umfrage unter Bundestagsabgeordneten
die Frage aufgeworfen, ob es weiterhin beim Gottesbezug in der Präambel
des Grundgesetzes bleiben soll. In der Präambel des Grundgesetzes
heißt es: "Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen
[...] hat sich das Deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden
Gewalt dieses Grundgesetz gegeben."
Heraus kam ein mit fragwürdigen journalistischen
Praktiken erstellter Artikel "Politiker gegen Gott im Grundgesetz"
in der Welt am Sonntag vom 5. Dezember 1999, in dem die SPD-Bundestagsabgeordnete
Monika Griefahn und verschiedene weitere Bundestagsabgeordnete von
dem Springer-Blatt völlig falsch und sinnentstellend zitiert wurden.
Ein Redakteur der Welt am Sonntag hat unter der Vorgabe, er führe
ein Interview unter Bundestagsabgeordneten zum Thema Gott im Grundgesetz
durch, verschiedenen Bundestagsabgeordneten Äußerungen entlockt,
die daraufhin im Artikel falsch wiedergegeben oder teilweise so
aus dem Gesamtzusammenhang gerissen wurden, daß der Kontext völlig
verfälscht wurde.
Monika Griefahn wurde unterstellt, sie hätte gesagt,
der Rückgriff auf Gott in der Präambel sei "nicht angemessen und
heuchlerisch". Das falsche Zitat Monika Griefahns wurde ungeprüft
von der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung übernommen und danach
jetzt auch von der Landkreis-CDU zitiert.
Zu dem völlig falschen und sinnentstellenden Zitat
hat die SPD-Bundestagsabgeordnete Monika Griefahn schon vor drei
Wochen gegenüber der Welt am Sonntag richtiggestellt:
"In der Diskussion mit Ihrem Redakteur habe ich
festgestellt, daß der Gottesbezug in der Verfassung in vielen Fällen
mißbraucht und instrumentalisiert wird und in diesen Fällen dann
"nicht angemessen und heuchlerisch" verwandt wird. Denn das Grundgesetz
schreibt uns Handeln für das Gemeinwohl vor. Als Beispiel habe ich
die Debatte um die Novellierung des § 218 (Schwangerschaftsabbruch)
genannt. Ich habe mich niemals für die Streichung des Gottesbezuges
im Grundgesetz ausgesprochen, sondern nur die Nutzung in Frage gestellt."
Diese Aussage ist eine völlig andere als die inkorrekt
in der Presse erschienene. Richtigstellungen sind mittlerweile gegenüber
der Welt am Sonntag und der HAZ erfolgt.
Die SPD-Bundestagsabgeordnete Monika Griefahn ist
Mitglied der evangelischen Kirche und legt Wert auf eine Richtigstellung.
Im Anschluß an ihr Studium war Monika Griefahn Bildungsreferentin
beim Christlichen Verein Junger Menschen (CVJM) in Hamburg; sie
pflegt auch heute noch regelmäßige Kontakte zu den kirchlichen Institutionen.
Mittlerweile haben sich die SPD-Bundestagsabgeordneten
Eckhardt Barthel und Monika Griefahn sowie der grüne Bundestagsabgeordnete
Cem Özdemir an den Deutschen Presserat gewandt, weil der Verfasser
des Artikels gegen den Pressekodex verstoßen hat.