Der SPD-Gesundheitsexperte Hubertus Heil MdB aus
Peine und die heimische Bundestagsabgeordnete Monika Griefahn informierten
sich über die Arbeit des Fachkrankenhauses Hansenbarg in Hanstedt.
Mit von der Partie waren auch Ruth Zuther, die Vorsitzende des Sozial-
und Gesundheitsausschusses im Kreistag, und Traute Müller, die SPD-Fraktionsvorsitzende
im Samtgemeinderat Hanstedt.
Das Fachkrankenhaus ist eine Entwöhnungsklinik
für Alkohol- und Medikamenten-abhängige. Der Leiter des Fachkrankenhauses,
der Nervenarzt Dr. Gerhard Lempke, stellte auf einem Rundgang fachkundig
die Einrichtung und die Arbeit des Hauses vor.
Das Fachkrankenhaus Hansenbarg wird von der staatsnahen
Hamburger Alida-Schmidt-Stiftung getragen und beschäftigt rund 40
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Darunter sind 2½ Arztstellen und
10 Therapeutenstellen. Kennzeichnend für das Fachkrankenhaus mit
rund 80 Therapieplätzen ist die familiäre Atmosphäre, die die Therapie
unterstützt. Auch nach einer erfolgreichen Entziehungskur halten
viele Ehemalige Kontakt zu der Einrichtung, so z.B. bei den regelmäßig
stattfindenden Flohmärkten und den Ehemaligentreffen.
Das Krankenhaus nimmt vorwiegend Patienten aus
Hamburg sowie den Landkreisen Harburg, Lüneburg, Lüchow-Dannenberg,
Soltau-Fallingbostel und Stade auf. Dies hat den Vorteil, dass der
Kontakt zu den Angehörigen auch während der Therapie aufrecht erhalten
werden kann. Viele der Patienten haben bereits eine ambulante Therapie
hinter sich oder werden von ihrem Arbeitgeber zur Entziehungskur
angehalten. Ein Problem sind vor allem die Mehrfachabhängigkeiten
einiger Patienten. Außerdem führe der Alkoholmissbrauch nicht selten
zu gravierenden gesundheitlichen - körperlichen und geistigen -
Beeinträchtigungen, die erst nach längerer Zeit zurückgingen oder
zum Teil sogar irreparabel seien.
Als ein Problem erwies sich die zu kurze Therapiedauer
von sechs bis acht Wochen für eine Entziehungskur, während es vor
ein paar Jahren noch zwölf bis sechzehn Wochen waren. Die kürzere
Therapiedauer erhöhe die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls und
damit letztendlich auch die volkswirtschaftlichen Kosten. Der SPD-Gesundheitsexperte
Hubertus Heil und Monika Griefahn sagten zu, sich für die Überprüfung
der Therapiedauer einzusetzen.
Anschließend diskutierten die SPD-Bundestagsabgeordneten
Hubertus Heil und Monika Griefahn mit den Guttemplern in der alten
Schule in Wistedt über das Thema Suchtprävention und Gesundheitsreform.
Der Gesundheitsexperte Hubertus Heil MdB stellte
die Maßnahmen vor, die die Bundesregierung seit 1998 auf den Weg
gebracht hat. Besonders hervorzuheben sind dabei die finanzielle
Unterstützung von Präventionsgruppen. Dieser Etat ist im ersten
Anlauf auf 4 Millionen Mark erhöht worden und soll weiter steigen.
Der Bundestag hat ein Programm für betreute Drogenräume auf den
Weg gebracht, um auch den Schwerstabhängigen zu helfen. Immer noch
unterschätzt werden aber die legalen Drogen. Bei rund 40.000 Alkoholtoten
pro Jahr bundesweit sei es notwendig, auch zu prüfen, ob die Werbung
dafür eingeschränkt werden könne. Die Kampagne „Keine Macht den
Drogen“ habe jedenfalls dies Aufgabe nicht erfüllt.
Insgesamt ist das deutsche Gesundheitssystem jedoch
eines der besten der Welt. Dies zeigt sich, wenn man es z.B. mit
dem maroden englischen Staatssystem oder dem privaten teuren amerikanischen
System vergleicht. Die Gesundheitsreform sei notwendig gewesen,
da tatsächlich 30 % der Leistungen überflüssig seien und die Verteilung
für die übrigen Mittel bislang nicht optimal funktioniert habe.
Die aktuelle Gesundheitsreform sieht dennoch mehr
Geld für die Gesundheitspolitik vor als im Vorjahr. Mit dem Globalbudget
werden die zur Verfügung stehenden Mittel entsprechend den Einnahmen
weiter wachsen. Die Anbindung der Ausgaben an die Grundlohnentwicklung
bedeutet bei einem durchschnittlichen Grundlohnanstieg von ca. 2
% pro Jahr jedes Jahr ca. 5 Milliarden DM mehr im System. Es kann
also keine Rede von einer Kürzung der Finanzmittel sein.