Monika Griefahn MdB, kultur- und medienpolitische
Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, erklärt zur Verabschiedung
des Gesetzes zur Sicherung der nationalen Buchpreisbindung:
"Mit der Verabschiedung des Gesetzes zur Sicherung
der nationalen Buchpreisbindung ist die Koalition einen großen Schritt
im Kampf gegen die McDonaldisierung der Kultur vorangekommen. Mit
dem Gesetz werden Reimporte aus anderen Ländern der Europäischen
Union zum Zwecke der Unterwanderung der nationalen Buchpreisbindung
verhindert.
Vor allem betroffen ist der Handel über das Internet.
Hier hat gerade die Libro AG eine Kampagne gestartet, mit dem klaren
Ziel, die nationale Buchpreisbindung zu attackieren. Das Gesetz,
das nun verabschiedet wurde, schiebt derlei Aktivitäten einen Riegel
vor. Für die Fraktion der SPD wie für die Bundesregierung ist das
Buch mehr als nur Handelsgut. Vielmehr ist es das Element, mit dem
Sprache vermittelt und Kultur weitergegeben wird.
Hier den zunehmenden Prozessen der Liberalisierung
keinen Widerstand zu leisten, hätte schwerwiegende Verschiebungen
in der kulturellen Landschaft Deutschlands zur Folge: Zum einen
würde es eine Konzentration des Marktes auf hohe Auflagezahlen geben,
bei der gerade die kulturell wertvollen Bücher und die kleinen Verlage
nicht mehr mithalten könnten. Zum anderen würde sich mit einer zunehmenden
Ausbreitung des Buchhandels über das Internet die Struktur des Buchhandels
deutlich verändern. Sind es bisher noch überwiegend mittelständische
Buchhändler mit fachkundigem Personal, so geht der Trend hin zum
Kulturkaufhaus, in dem eine qualitativ hochwertige Beratung nicht
mehr möglich ist. Nur Dank der nationalen Buchpreisbindung ist es
für diese kleineren Läden möglich zu überleben.
Die Regierungskoalition und die Bundesregierung
haben dieser desaströsen Entwicklung nun einen Riegel vorgeschoben."