Die Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und
Medien des Deutschen Bundestages, Monika Griefahn MdB, äußerte sich
zum Urteil des Berliner Landgerichts gegen die Buchhandelskette
Libro. Libro hatte u.a. gegen den Aufbau-Verlag, Berlin mit Anträgen
auf einstweilige Verfügung geklagt. Die Verlage belegten Libro mit
einem Lieferboykott, weil die Kette Bücher mit 20% Rabatt über das
Internet verkauft und damit die nationale Buchpreisbindung in Deutschland
unterläuft. Libro argumentiert, das diese Verkäufe grenzüberschreitend
seien und damit nicht der Preisbindung unterliegen. Das Berliner
Gericht hatte den Boykott bestätigt.
"Die Entscheidung des Gerichts ist ein Etappensieg
für das Buch. Wir haben im Bundestag eindeutig für den Erhalt der
Buchpreisbindung in Deutschland und das Verbot von Reimporten votiert.
Libros Verkäufe sind Reimporte und verstossen deshalb gegen das
Gesetz, dass wir am 29. Juni verabschiedet haben. Das Urteil des
Berliner Landgerichts bestätigt dies", sagte Monika Griefahn.
Nach dem Urteil darf der Aufbau-Verlag seinen Lieferboykott
gegen 19 Filialen der Libro-Kette aufrecht erhalten. Griefahn sagte
weiter, dass die noch anstehenden Gerichtsbeschlüsse dazu führen
könnten, dass ein Verlag nicht, ein anderer dagegen sehr wohl an
Libro liefern muss. "Deshalb muss es wahrscheinlich zu einem Hauptverfahren
kommen bzw. eine Grundsatzentscheidung des BGH geben, damit der
Wille des Gesetzgebers respektiert und Reimporte verhindert werden.
Für das Buch als weithin zugängliches Kulturgut halte ich dies für
unbedingt erforderlich. Ich werde mich dafür einsetzen, dass es
nicht zu einem Unterlaufen der Preisbindung kommt. Wir setzen uns
sonst der Gefahr aus, dass es doch zum Fall der Buchpreisbindung
kommt. Wir wollen die Vielfalt des Verlags- und Buchhandelswesens
erhalten", sagte Monika Griefahn.
Griefahn will sich auch dafür engagieren, dass
andere Internet-Buchhändler sich an die Unterzeichnung des deutschen
Sammelrevers halten. Die Eröffnung eines Preiskrieges im Netz und
damit der Fall der Preisbindung wären andernfalls die Folge. Mit
der Unterzeichnung des Sammelrevers erklären sich die Firmen einverstanden,
sich an die Preisbindung zu halten.