Auf der Einladung der örtlichen
SPD-Bundestagstagsabgeordneten Monika Griefahn und des SPD-Ortsvereins
Stelle war jetzt der Parlamentarische Staatssekretär Gerd Andres
MdB zu Gast in Stelle und referierte fachkundig zum Thema "Die neue
Rente: Solidarität mit Gewinn".
Parlamentarischer Staatssekretär
Gerd Andres MdB in Stelle
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Die Veranstaltung fand in der Aula
der Grundschule Stelle statt, und der Veranstaltungsort bot gleich
einen Aufhänger zur Problematik des Abends. Durch den Geburtenrückgang,
die Veränderungen der Alterspyramide gibt es tendenziell immer weniger
junge Leute und Erwerbstätige auf der einen Seite und bei steigender
Lebenserwartung immer mehr Rentner auf der anderen Seite. Während
zur Zeit noch ca. drei Beitragszahler auf einen Rentner kommen,
sind es in dreißig Jahren nur noch zwei.
Diese Veränderungen haben dazu geführt,
dass die Bundesregierung eine behutsame Reform des solidarischen
Systems der gesetzlichen Rentenversicherung in Angriff genommen
hat. Der Parlamentarische Staatssekretär Gerd Andres MdB erläuterte
die Kernpunkte der Reform:
Das Rentenniveau bleibt weitgehend
stabil und wird von ca. 69 % heute auf etwa 68 % im Jahr 2030 nur
geringfügig reduziert. Die Renten steigen weiter mit den Nettolöhnen,
nur geringfügig langsamer als bisher. Die alte Blüm-Reform sah dagegen
eine deutliche Absenkung des Rentenniveaus auf ca. 64 % vor. Dies
hätte viele Rentnerinnen und Rentner sehr getroffen.
Der Beitragssatz zur Rentenversicherung
bleibt weitgehend stabil; dies kommt den Arbeitnehmern und Betrieben
zugute.
Ein Kernelement der Reform ist die
neue betriebliche oder private Eigenvorsorge, die ab 2002 bis 2008
eingeführt wird und in der letzten Stufe eine staatliche Förderung
der zusätzlichen Altersvorsorge in Höhe von über 20 Milliarden DM
jährlich bedeutet. Die Eigenvorsorge besteht aus dem Eigenanteil
und der staatlichen Förderung. In der Endstufe ab 2008 erhält jeder
Berechtigte eine Grundzulage von 300 DM (154 Euro), Verheiratete
können erhalten je beide diese Grundzulage. Für jedes Kind gibt
es dann noch eine maximale jährliche Kinderzulage von 360 DM (185
Euro).
Der Parlamentarische Staatssekretär
Gerd Andres MdB riet dringend dazu an, bei der Eigenvorsorge keine
überstürzten Entscheidungen zu treffen. Die Förderung beginnt erst
im Jahr 2002; entsprechende zertifizierte Verträge könnten auch
noch im Dezember 2002 abgeschlossen werden. Derzeit gebe es noch
keine zertifizierte Anlageform.
Förderfähig sind nur zertifizierte
Verträge und Anlageformen, die
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zu Beginn der Auszahlungsphase mindestens die
eingezahlten Beträge zusichern (Nominalwerterhaltung), |
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gewährleisten, dass die Leistungen erst mit
Beginn einer Altersrente, aber nicht vor dem 60. Lebensjahr
ausgezahlt werden, |
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lebenslange Leistungen garantieren, etwa in
Form einer Leibrente oder eines Auszahlungsplanes, der auch
für das hohe Alter absichert (Restkapitalverrentung) und die
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vor Abtretung und Pfändung sowie Anrechnung
in der Arbeitslosen- und Sozialhilfe geschützt sind. |
Wer bereits Verträge zur Altsvorsorge abgeschlossen
hat, sollte bei dem Anlageberater prüfen lassen, ob diese auf einen
staatlich geförderten Vertrag umgestellt werden können. Bei derzeit
ca. 70 Millionen Lebensversicherungen in der Bundesrepublik mit sehr
unterschiedlichen Vertragsgestaltungen ist dieses nicht für alle Fälle
möglich und durch den Staat regelbar. Die Anlageberater sind verpflichtet,
im Einzelfall auf die Möglichkeit der Umstellung hinzuweisen, es besteht
aber kein Rechtsanspruch auf die Umstellung.
Eine weitere Neuerung: Ab 2004 erhält
jeder Beitragszahler über 26 Jahre einmal im Jahr schriftlich Auskunft
über den individuellen Rentenkontostand.
Der Parlamentarischer Staatssekretär
Gerd Andres MdB verstand es, das schwierige Thema Rentenversicherung
anschaulich darzustellen und stand den Bürgerinnen und Bürgern in
der anschließenden Fragerunde kompetent Rede und Antwort.
Monika Griefahn und der Stelle SPD-Ortsvereinsvorsitzende
Siegfried Meyer bedankten sich beim hohen Gast mit einem Glas Heidehonig,
einem Blumenstrauß und einer Flasche Rotwein.
Viele weitere Fragen beantwortet
die Broschüre "Die neue Rente: Solidarität mit Gewinn", die beim
Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung unter der Telefonnummer
0180 / 5151510 kostenlos angefordert werden kann.