Die Berichterstatterinnen für Auswärtige
Kulturpolitik der Regierungsfraktionen, Monika Griefahn MdB (SPD)
und Rita Grießhaber MdB (Bündnis 90/Die Grünen), stellten heute
in Berlin neue Maßnahmen für eine stärkere Rolle der Auswärtigen
Kulturpolitik vor.
Monika Griefahn und Rita Grießhaber
sagten: "Nach dem 11. September ist die Auswärtige Kulturpolitik
mehr denn je gefordert. Sie hat als integraler Bestandteil der Außenpolitik
das größte Potenzial, um einen wirklichen Dialog der Kulturen im
Sinne der gegenseitigen Verständigung, der Toleranz und vor allem
der Konfliktprävention voran zu treiben. Die Sicherheit nach innen
und außen ist nicht allein eine Angelegenheit der Polizei- bzw.
Militärkräfte. Dies ist unabdingbar. Wir sind aber der Auffassung,
dass die Sicherheit in Deutschland und anderen Ländern nachhaltig
nur zu gewährleisten ist, wenn wir den Dialog der Kulturen aktiv
und mit Maßnahmen zur demokratischen Entwicklung vorantreiben. So
erschreckend der Anlaß ist, bietet sich doch hier die Chance, gerade
jetzt auf einander zuzugehen und sich verstärkt für Toleranz und
gegenseitiges Verständnis einzusetzen."
Griefahn teilte weiter mit: "Ich
habe schon vor geraumer Zeit 30 Millionen DM aus der erhöhten Tabak-
und Versicherungssteuer gefordert, um Programme zur Verständigung
mit dem Islam sowie zur Konfliktregulierung zu verwirklichen. Die
Bundesregierung hat dem zugestimmt und nun sogar insgesamt 429 Mio.
DM zusätzliche Sondermittel aus dem Anti-Terrorpaket für entsprechende
Programme dem Auswärtigen Amt (225 Mio. DM) und dem Ministerium
für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (204 Mio. DM)
zur Verfügung gestellt. Für den Kulturhaushalt des Auswärtigen Amtes
werden zusätzlich 5 Mio. DM für Stipendienprogramme und noch mal
5 Mio. DM für die Auslandsschulen zur Verfügung gestellt. Außerdem
hat die Deutsche Welle zunächst 40 Mio. DM bis 2005 als Anschubfinanzierung
zum Start des Deutschen Auslandsfernsehens von DW, ARD und ZDF bekommen.
Daneben werden die Berliner Festspiele und das Haus der Kulturen
der Welt jeweils 5 Mio. DM zusätzlich bekommen, um ihre jeweiligen
Programme zum kulturellen Dialog verstärken zu können. Im Haushalt
2002 wurde somit ein besonderer Akzent auf die internationalen Kulturbeziehungen
gesetzt. Mich freut dies außerordentlich, wird damit doch deutlich,
dass wir zusätzliche Maßnahmen ergreifen, um den Terrorismus schon
im Kopf zu bekämpfen und damit auch andere Optionen als die rein
militärischen ausüben können und wollen."
Rita Grießhaber war nach ihren Gesprächen
mit Außenminister Fischer zuversichtlich: "Ich bin sicher, dass
für das Sonderprogramm "Dialog mit der islamisch geprägten Welt"
mehr als die vom Auswärtigen Amt bisher vorgesehenen 10 Mio. DM
zur Verfügung gestellt werden können. Insbesondere das Goethe Institut
Inter Nationes kann als hervorragend geeignete Mittlerorganisation
für diese wichtige Arbeit mit weiteren Mitteln rechnen."
Griefahn und Grießhaber betonten:
"Es geht uns nicht nur um den Dialog mit dem Islam, so wichtig er
auch ist. Wir wollen darüber hinaus einen umfassenden Dialog der
Kulturen initiieren, der uns in die Lage versetzt, Maßnahmen kultureller
Konfliktprävention zu etablieren. In Zeiten von Konflikten mit überwiegend
ethnischen und/oder religiösen, also im weitesten Sinne kulturellen
Ursachen, ist dies ein vielversprechender Weg für eine Neuorientierung
der Auswärtigen Kulturpolitik."