"Das erste Zusammentreffen der Musikwirtschaft
mit der Bundespolitik hat sich gelohnt", sagte Monika Griefahn,
Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Medien und Mitinitiatorin
des Kongresses. Die Kulturpolitische Gesellschaft und der Bundesverband
der Veranstaltungswirtschaft e.V. führten den Kongreß durch, der
vom Staatsminister für die Angelegenheiten der Kultur und der Medien
sowie vom Bundeswirtschaftsministerium und dem Berliner Senat unterstützt
wurde.
In einem vielschichtigen Programm
haben sich 250 Menschen aus internationaler Veranstaltungswirtschaft,
Musik, Tonträgerproduktion, Forschung, Musikproduktion und aus Wirtschafts-
und Kulturpolitik aus Bund und Ländern das erste Mal zusammengefunden,
um deutlich zu machen, dass die Musikwirtschaft als Teil der Unterhaltungsindustrie
einen entscheidenden Wirtschaftsfaktor in Deutschland darstellt
und um weitere Perspektiven für wirtschaftliches und politisches
Handeln aufzuzeigen.
Eine der ersten Schlußfolgerungen
war die "ausgestreckte Hand" des Staatsministers Julian Nida-Rümelin:
er ist bereit, über einen Fond zu beraten, der gemeinsam von Wirtschaft
und Politik betrieben wird, um den Nachwuchs besser fördern zu können.
Weitere wichtige Ergebnisse eines spannenden Tages sind:
Wir wollen auf der einen Seite die
Vielfalt der nationalen Identitäten in Europa erhalten und daneben
die Bedingungen für einen gemeinsamen Markt in Europa schaffen.
Das betrifft Steuern, Regulierungen aber auch Exportförderung. Die
"inländische Repertoirekrise", die Leslie Mandoki, Musiker und Produzent,
konstatiert, ist nicht alleine auf den verbreiteten Gebrauch von
CD-Brennern zurückzuführen, sondern auf eine mangelnde Nachwuchsförderung,
die bereits beim Schulunterricht beginnen sollte. Deshalb ging von
der Konferenz der Appell an die Länder, in der Umsetzung der Schlußfolgerung
der PISA-Studie für den Schulunterricht nicht nur Nachmittagsangebote
in Mathematik, Informatik oder ähnlichem anzubieten, sondern das
kulturelle Angebot zu verstärken. Dabei soll an Schulen mehr Musikunterricht
sowie Orchester- und Theaterarbeit zusätzlich angeboten werden,
denn solche Förderungen sind investive Ausgaben. Bisher wurden diese
von den Ländern als leicht zu streichende Konsumptivausgaben behandelt.
Thomas M. Stein, Präsident vom
BMG Europe, gab zwei Mahnungen mit auf den Weg: Eltern müßten erstens
ihre Kinder stärker dazu erziehen, dass sie Eigentumsrechte berücksichtigen
(das Brennen und gewerbliche Verteiben von CD's ist strafbar) und
zweitens mit ihnen Kinderlieder singen.
Monika Griefahn: "Allen Teilnehmern
war klar, dass die Zukunft und Stärke in einer eigenen Identität
auch der deutschen Rock- und Popmusik liegt, wie Beispiele aus Hip
Hop, Techno und Rave zeigen (so ist Kraftwerk noch heute eine Kultband
in amerikanischen Colleges). Die "McDonaldisierung" der Musikwirtschaft
kann nicht das Ziel von Förderungen sein, um die Identität und die
Vielfalt der heimischen Szene zu stärken."