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Pressemitteilung 05/2002
Mittwoch, 24. April 2002
 
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Musikwirtschaft ist harter Standortfaktor -
Erster gemeinsamer Kongreß von Musikwirtschaft und Politik in Berlin

"Das erste Zusammentreffen der Musikwirtschaft mit der Bundespolitik hat sich gelohnt", sagte Monika Griefahn, Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Medien und Mitinitiatorin des Kongresses. Die Kulturpolitische Gesellschaft und der Bundesverband der Veranstaltungswirtschaft e.V. führten den Kongreß durch, der vom Staatsminister für die Angelegenheiten der Kultur und der Medien sowie vom Bundeswirtschaftsministerium und dem Berliner Senat unterstützt wurde.

In einem vielschichtigen Programm haben sich 250 Menschen aus internationaler Veranstaltungswirtschaft, Musik, Tonträgerproduktion, Forschung, Musikproduktion und aus Wirtschafts- und Kulturpolitik aus Bund und Ländern das erste Mal zusammengefunden, um deutlich zu machen, dass die Musikwirtschaft als Teil der Unterhaltungsindustrie einen entscheidenden Wirtschaftsfaktor in Deutschland darstellt und um weitere Perspektiven für wirtschaftliches und politisches Handeln aufzuzeigen.

Eine der ersten Schlußfolgerungen war die "ausgestreckte Hand" des Staatsministers Julian Nida-Rümelin: er ist bereit, über einen Fond zu beraten, der gemeinsam von Wirtschaft und Politik betrieben wird, um den Nachwuchs besser fördern zu können. Weitere wichtige Ergebnisse eines spannenden Tages sind:

Wir wollen auf der einen Seite die Vielfalt der nationalen Identitäten in Europa erhalten und daneben die Bedingungen für einen gemeinsamen Markt in Europa schaffen. Das betrifft Steuern, Regulierungen aber auch Exportförderung. Die "inländische Repertoirekrise", die Leslie Mandoki, Musiker und Produzent, konstatiert, ist nicht alleine auf den verbreiteten Gebrauch von CD-Brennern zurückzuführen, sondern auf eine mangelnde Nachwuchsförderung, die bereits beim Schulunterricht beginnen sollte. Deshalb ging von der Konferenz der Appell an die Länder, in der Umsetzung der Schlußfolgerung der PISA-Studie für den Schulunterricht nicht nur Nachmittagsangebote in Mathematik, Informatik oder ähnlichem anzubieten, sondern das kulturelle Angebot zu verstärken. Dabei soll an Schulen mehr Musikunterricht sowie Orchester- und Theaterarbeit zusätzlich angeboten werden, denn solche Förderungen sind investive Ausgaben. Bisher wurden diese von den Ländern als leicht zu streichende Konsumptivausgaben behandelt.

Thomas M. Stein, Präsident vom BMG Europe, gab zwei Mahnungen mit auf den Weg: Eltern müßten erstens ihre Kinder stärker dazu erziehen, dass sie Eigentumsrechte berücksichtigen (das Brennen und gewerbliche Verteiben von CD's ist strafbar) und zweitens mit ihnen Kinderlieder singen.

Monika Griefahn: "Allen Teilnehmern war klar, dass die Zukunft und Stärke in einer eigenen Identität auch der deutschen Rock- und Popmusik liegt, wie Beispiele aus Hip Hop, Techno und Rave zeigen (so ist Kraftwerk noch heute eine Kultband in amerikanischen Colleges). Die "McDonaldisierung" der Musikwirtschaft kann nicht das Ziel von Förderungen sein, um die Identität und die Vielfalt der heimischen Szene zu stärken."

 
Diese Pressemitteilung finden Sie auf: www.monika-griefahn.de