Monika Griefahn MdB, äußert sich
zum Wahlprogramm der CDU: in Ihrem Entwurf eines Wahlprogrammes
von 67 Seiten Stärke widmet die CDU dem Thema Kultur eine halbe
Seite. Bemerkenswert: Kunst und Kultur werden in der Rubrik "Identität
Deutschlands bewahren" abgehandelt. Medien kommen nur in dem Absatz
zur Mischfinanzierung vor und es wird suggeriert, man könne in der
heutigen Zeit Rundfunk und Fernsehen und Internet noch auseinander
halten.
Inhaltlich hat die CDU außer Absichtserklärungen
und rückwärtsgewandter Kritik an den Prioritäten, die der Kulturstaatsminister
gesetzt hat, nichts zu bieten. Sie schlägt die nationalen Seiten
auf und spricht allen Ernstes von der "Solidaritäts- und Schicksalsgemeinschaft"
der Mehrheit der Deutschen. Dazu paßt die Schwerpunktsetzung, etwa
das Kulturerbe der Heimatvertriebenen zu wahren. Das gerade die
Vielfalt der Kulturen in verschiedenen Staaten und Ländern unser
Land reich macht und der Dialog der Kulturen zum friedlichen Zusammenleben
zwingend notwendig ist, bleibt außen vor.
In bewußter Verfälschung der Tatsachen
werden die Interessen des Bundes und der Länder einander gegenüber
gestellt. Die Hauptstadtförderung wird als Kulturzentralismus dargestellt,
obwohl gerade diese Bundesregierung sich um die Stabilisierung der
Lage der Künstler - durch das Gesetz zur Künstlersozial-versicherung
und die Verbesserung der Besteuerung ausländischer Künstler sowie
das Stiftungsrecht - engagiert hat, sowie die gemeinsame Finanzierung
von Bund und Ländern der Gedenkstätten in Deutschland auf solide
Finanzierungsgrundlagen gestellt hat. Dabei haben der Kulturstaatsminister
und die Bundesregierung die Interessen der übrigen Bundesländer
nie aus den Augen verloren. Das zeigt sich deutlich - um nur ein
weiteres Beispiel herauszugreifen - bei dem Förderprogramm "Kultur
in den neuen Ländern", das im Jahr 2002 mit 30, 7 Millionen Euro
ausgestattet ist
Fazit: Die CDU war gegen die Entwicklung
eines Amtes des Kulturstaatsministers - im neuen Wahlprogramm will
sie es zum Amt des Kulturverwalters machen! Damit ist kein Staat
zu machen!