ÜBERSICHT: Wahlkreisthemen > Presse aktuell > 2002

Pressemitteilung 07/2002
Donnerstag, 23. Mai 2002
 
zurück zur Übersicht Seite 1/1
Perspektiven für den Heidetourismus - Chancen für Tourismusförderung und Tourismusmarketing in der Heideregion

"Perspektiven für den Heidetourismus - Chancen für Tourismusförderung und Tourismusmarketing in der Heideregion" - unter diesem Titel hatte die SPD-Bundestagsfraktion auf Anregung der SPD-Bundestagsabgeordneten Monika Griefahn und Kurt Palis zu einer Fachkonferenz eingeladen.

Rund 60 Vertreter aus Politik und Verwaltung, Tourismus- und Fremdenverbänden waren gekommen, um sich dem Thema Tourismusförderung zu widmen.

Monika Griefahn begrüßte die Gäste und merkte an, dass ihr und ihrem Kollegen Kurt Palis die Tourismusförderung auch wegen der wirtschaftlichen Chancen für die Region ein besonderes Anliegen sei. Auch die Heideregion müsse von der Zunahme der Deutschland-Urlaube profitieren. Monika Griefahn hob insbesondere die Anstrengungen des Landes Niedersachsen hervor, das unter der Adresse www.reiseland-niedersachsen.de jüngst ein spezielles Internetportal zur Tourismusförderung geschaffen habe. Monika Griefahn betonte besonders die Notwendigkeit eines kooperativen Handelns und Auftretens der Heideregion, um die Perspektiven zu verbessern.

In einem Einführungsreferat stellte Annette Faße MdB, Mitglied des Bundestagsausschusses für Tourismus, die Tourismusförderung des Bundes vor. Der Deutschland-Tourismus sei im Aufwand, erläuterte Annette Faße. 2001 gab es in Deutschland bei 113 Mio. Gästen rund 348 Mio. Übernachtungen. Dies sei ein Plus von rund 32 Mio. Übernachtungen und + 10,9 % gegenüber 1998. Die rot-grüne Bundesregierung unterstütze den Tourismus nach Kräften. Die Deutsche Zentrale für Tourismus sei jetzt auch für das Inland zuständig, die Mittel wurden von 36,7 Mio DM auf umgerechnet 44 Mio. DM aufgestockt. Konkrete Erfolge seien beispielsweise ein Tourismusförderprogramm, Anstrengungen zum Abbau von Bürokratie, die Steuerfreiheit für Trinkgelder, die Ausnahme der Schausteller von der LKW-Maut, die Förderung von Fahrradwegen an Bundesstraßen, die Etablierung der Ökotourismus-Dachmarke VIABONO, eine besser Beschilderung touristischer Sehenswürdigkeiten an Autobahnen.

Zum Thema "Neue Wege in der Tourismusförderung des Landes" referierte Thomas Kroemer, Ministerialdirigent und Abteilungsleiter Dienstleistungswirtschaft des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Technologie und Verkehr. Herr Kroemer berichtete, dass bei relativ konstanten Übernachtungszahlen ca. 15 % der Übernachtungen in Niedersachsen auf die südliche und nördliche Lüneburger Heide entfallen. Das Land stelle über die Bezirksregierungen Fördermittel bereit. Wichtige größere Projekte neben vielen kleineren waren: die Bevensen-Therme, das Hotel Suderburg, die Renovierung von Schloss Bleckede, das Rathaus Dannenberg, der Golfplatz Braasch und das Projekt "Entwicklung der regionalen Esskultur Lüneburger Heide". Die Niedersächsische Wirtschaftsministerin Dr. Susanne Knorre stehe für eine Neuausrichtung der niedersächsischen Tourismuspolitik. Schwerpunkte seien vor allem die Kulturwirtschaft, die Gesundheitswirtschaft und die Freizeitwirtschaft. Das Land fördere insbesondere auch hochrangige Hotellerie (4 bis 5 Sterne), die zur Zeit noch nicht ausreichend vorhanden sei. Wichtig sei insbesondere eine verstärkte Zusammenarbeit der rund 260 Akteure im Tourismusbereich im Raum Heide-Weser. Einen Beitrag dazu leiste die neu geschaffene Agentur Tourismus Marketing Niedersachsen.

Viele Denkanstöße bot das Referat von Prof. Dr. Edgar Kreilkamp, Universität Lüneburg, Fachbereich Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Tourismusmanagement zum Thema "Perspektiven und aktuelle Trends des Heidetourismus". Auf Basis von Kundenumfragen trug er Vorschläge zur Verbesserung der Vermarktung der Region vor. Stammkunden müsse man durch Leistung überzeugen, Neukunden dagegen durch Kommunikation. Es reiche nicht aus, wenn eine Vielzahl von Akteuren eine Flut von Prospekten auflege, die aber die Adressaten nicht erreiche. Wichtig sei eine Neupositionierung und Markenpolitik, eine Strategie für die Marke "Lüneburger Heide". Eine Stärke der Heideregion sei die bundesweit höchste Konzentration von Freizeit- und Erlebnisparks. Wichtig sei nun vor allem eine stärkere Zusammenarbeit und Bündelung der Mittel und die Bildung touristischer Arbeitsgemeinschaften. Vier Kernpunkte hob Herr Prof. Kreilkamp hervor:

  • Positionierung und Profilierung der Marke "Lüneburger Heide"
  • ein zielgruppengerechtes Angebot
  • eine überregionale Kommunikation
  • ein flächendeckender Vertrieb.

Man müsse verstärkt und gemeinsam auf Massenkommunikation setzen. Dazu sei es erforderlich, gemeinsam einen Werbeetat zu schaffen, der 2003 bei 107.000 Euro, mittelfristig 250.000 Euro und langfristig bei 1 Mio. Euro liegt. Nur so könne effektiv geworben werden. Herr Prof. Kreilkamp appellierte auch an die Kommunen, verstärkt zusammen zu arbeiten. Die Freizeitparks in der Region kooperierten bereits intensiver als früher miteinander.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten anschließend angeregt mit den Podiumsteilnehmern über das Vorgetragene.


Das Foto zeigt (v.l.n.r.): Herr Kroemer, Herr Prof. Kreilkamp,
Monika Griefahn MdB, Annette Faße MdB und Kurt Palis MdB
 
Diese Pressemitteilung finden Sie auf: www.monika-griefahn.de