"Perspektiven für den Heidetourismus
- Chancen für Tourismusförderung und Tourismusmarketing in der Heideregion"
- unter diesem Titel hatte die SPD-Bundestagsfraktion auf Anregung
der SPD-Bundestagsabgeordneten Monika Griefahn und Kurt Palis zu
einer Fachkonferenz eingeladen.
Rund 60 Vertreter aus Politik und
Verwaltung, Tourismus- und Fremdenverbänden waren gekommen, um sich
dem Thema Tourismusförderung zu widmen.
Monika Griefahn begrüßte die Gäste
und merkte an, dass ihr und ihrem Kollegen Kurt Palis die Tourismusförderung
auch wegen der wirtschaftlichen Chancen für die Region ein besonderes
Anliegen sei. Auch die Heideregion müsse von der Zunahme der Deutschland-Urlaube
profitieren. Monika Griefahn hob insbesondere die Anstrengungen
des Landes Niedersachsen hervor, das unter der Adresse www.reiseland-niedersachsen.de
jüngst ein spezielles Internetportal zur Tourismusförderung geschaffen
habe. Monika Griefahn betonte besonders die Notwendigkeit eines
kooperativen Handelns und Auftretens der Heideregion, um die Perspektiven
zu verbessern.
In einem Einführungsreferat stellte
Annette Faße MdB, Mitglied des Bundestagsausschusses für Tourismus,
die Tourismusförderung des Bundes vor. Der Deutschland-Tourismus
sei im Aufwand, erläuterte Annette Faße. 2001 gab es in Deutschland
bei 113 Mio. Gästen rund 348 Mio. Übernachtungen. Dies sei ein Plus
von rund 32 Mio. Übernachtungen und + 10,9 % gegenüber 1998. Die
rot-grüne Bundesregierung unterstütze den Tourismus nach Kräften.
Die Deutsche Zentrale für Tourismus sei jetzt auch für das Inland
zuständig, die Mittel wurden von 36,7 Mio DM auf umgerechnet 44
Mio. DM aufgestockt. Konkrete Erfolge seien beispielsweise ein Tourismusförderprogramm,
Anstrengungen zum Abbau von Bürokratie, die Steuerfreiheit für Trinkgelder,
die Ausnahme der Schausteller von der LKW-Maut, die Förderung von
Fahrradwegen an Bundesstraßen, die Etablierung der Ökotourismus-Dachmarke
VIABONO, eine besser Beschilderung touristischer Sehenswürdigkeiten
an Autobahnen.
Zum Thema "Neue Wege in der Tourismusförderung
des Landes" referierte Thomas Kroemer, Ministerialdirigent und Abteilungsleiter
Dienstleistungswirtschaft des Niedersächsischen Ministeriums für
Wirtschaft, Technologie und Verkehr. Herr Kroemer berichtete, dass
bei relativ konstanten Übernachtungszahlen ca. 15 % der Übernachtungen
in Niedersachsen auf die südliche und nördliche Lüneburger Heide
entfallen. Das Land stelle über die Bezirksregierungen Fördermittel
bereit. Wichtige größere Projekte neben vielen kleineren waren:
die Bevensen-Therme, das Hotel Suderburg, die Renovierung von Schloss
Bleckede, das Rathaus Dannenberg, der Golfplatz Braasch und das
Projekt "Entwicklung der regionalen Esskultur Lüneburger Heide".
Die Niedersächsische Wirtschaftsministerin Dr. Susanne Knorre stehe
für eine Neuausrichtung der niedersächsischen Tourismuspolitik.
Schwerpunkte seien vor allem die Kulturwirtschaft, die Gesundheitswirtschaft
und die Freizeitwirtschaft. Das Land fördere insbesondere auch hochrangige
Hotellerie (4 bis 5 Sterne), die zur Zeit noch nicht ausreichend
vorhanden sei. Wichtig sei insbesondere eine verstärkte Zusammenarbeit
der rund 260 Akteure im Tourismusbereich im Raum Heide-Weser. Einen
Beitrag dazu leiste die neu geschaffene Agentur Tourismus Marketing
Niedersachsen.
Viele Denkanstöße bot das Referat
von Prof. Dr. Edgar Kreilkamp, Universität Lüneburg, Fachbereich
Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Tourismusmanagement zum Thema
"Perspektiven und aktuelle Trends des Heidetourismus". Auf Basis
von Kundenumfragen trug er Vorschläge zur Verbesserung der Vermarktung
der Region vor. Stammkunden müsse man durch Leistung überzeugen,
Neukunden dagegen durch Kommunikation. Es reiche nicht aus, wenn
eine Vielzahl von Akteuren eine Flut von Prospekten auflege, die
aber die Adressaten nicht erreiche. Wichtig sei eine Neupositionierung
und Markenpolitik, eine Strategie für die Marke "Lüneburger Heide".
Eine Stärke der Heideregion sei die bundesweit höchste Konzentration
von Freizeit- und Erlebnisparks. Wichtig sei nun vor allem eine
stärkere Zusammenarbeit und Bündelung der Mittel und die Bildung
touristischer Arbeitsgemeinschaften. Vier Kernpunkte hob Herr Prof.
Kreilkamp hervor:
- Positionierung und Profilierung der Marke "Lüneburger Heide"
- ein zielgruppengerechtes Angebot
- eine überregionale Kommunikation
- ein flächendeckender Vertrieb.
Man müsse verstärkt und gemeinsam
auf Massenkommunikation setzen. Dazu sei es erforderlich, gemeinsam
einen Werbeetat zu schaffen, der 2003 bei 107.000 Euro, mittelfristig
250.000 Euro und langfristig bei 1 Mio. Euro liegt. Nur so könne
effektiv geworben werden. Herr Prof. Kreilkamp appellierte auch
an die Kommunen, verstärkt zusammen zu arbeiten. Die Freizeitparks
in der Region kooperierten bereits intensiver als früher miteinander.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer
diskutierten anschließend angeregt mit den Podiumsteilnehmern über
das Vorgetragene.
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Das
Foto zeigt (v.l.n.r.): Herr Kroemer, Herr Prof. Kreilkamp,
Monika Griefahn MdB, Annette Faße MdB und Kurt Palis MdB
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