Der General kam, sprach und siegte:
Meisterhaft verstand es SPD-Generalsekretär Franz Müntefering, den
rund 200 Genossinnen und Genossen und Bürgerinnen und Bürgern die
sozialdemokratische Regierungsbilanz und einige Punkte des Regierungsprogramms
für die neue Wahlperiode zu vermitteln.
SPD-Generalsekretär Franz Müntefering
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Der SPD-Generalsekretär war anlässlich
eines Bürgerforums zu Gast in der voll besetzten Burg Seevetal,
auf Einladung von Monika Griefahn MdB, Hedi Wegener MdB und der
SPD-Unterbezirke Harburg und Lüneburg. Der Buchholzer Bürgermeister
Norbert Stein moderierte die Veranstaltung. Monika Griefahn betonte
in ihrer Einleitung, es komme nun darauf an, den Schwung vom SPD-Parteitag
mitzunehmen und die Erfolge der sozialdemokratischen Regierungsarbeit
noch besser zu vermitteln.
Franz Müntefering kam gleich zur
Sache: Es gelte, die Menschen zu überzeugen. Gerhard Schröder bleibe
Kanzler, die SPD die stärkste Partei, die erfolgreiche Regierungsarbeit
müsse fortgesetzt werden.
Als Erfolge der Regierungsarbeit
zählte Müntefering auf: die Rückgängigmachung der CDU-Einschnitte
beim Kündigungsschutz, bei Lohnfortzahlung und beim Schlechtwettergeld,
die dreimalige SPD-Erhöhung des Kindergeldes, die Verbesserungen
beim Wohngeld, beim Erziehungsgeld und beim BAFöG, die Senkung der
Rentenversicherungsbeiträge, die Senkung der Körperschaftssteuer
und die große Steuerreform mit der umfassenden Entlastung von Arbeitnehmern,
Familien und Unternehmern. Die SPD stehe für eine moderne Familienpolitik
und die nicht nur rechtliche, sondern auch tatsächliche verbesserte
Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Der Bund werde in der neuen
Wahlperiode deshalb verstärkt die Ganztagsbetreuung fördern. Das
Stoibersche Familiengeld werde dagegen nur 3 Jahre gezahlt und sei
unbezahlbar; es würde rund 30 bis 35 Milliarden Euro kosten. Gerade
bei der Kinderbetreuung gebe es Nachholbedarf in den "Südstaaten",
in Bayern gebe es nur 1 Krippenplatz auf 100 Kinder.
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Das Foto zeigt: SPD-Generalsekretär Franz
Müntefering,
Monika Griefahn MdB, Hedi Wegener MdB, den Moderator
und Buchholzer Bürgermeister Norbert Stein sowie den
SPD-UB-Vorsitzenden Klaus-Dieter Feindt (v.l.n.r.)
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Die zukünftige SPD-Politik werde
verstärkt die kleinen und mittleren Unternehmen fördern, durch die
Gründung einer Mittelstandsbank und von Wissensbörsen zum Technologietransfern.
Hilfestellungen zur Unternehmensnachfolge seien ebenfalls wichtig.
Die Arbeitslosigkeit sei im Vergleich
zu 1998 gesunken, die Beschäftigung gestiegen, auch wenn man sich
noch einen stärkeren Rückgang der Arbeitslosigkeit erhofft habe.
In der neuen Wahlperiode soll mit der Fortführung des JUMP-Programms
unter dem Stichwort "JUMP plus" jedem Schulabgänger ein Angebot
für Arbeit und Ausbildung gemacht werden, denn nichts sei schlimmer
als der unmittelbare Übergang in Arbeitslosigkeit und Sozialhilfe.
Die Haushaltssanierung sei unter
Finanzminister Hans Eichel ein gutes Stück vorangekommen; man müsse
den Kindern etwas anderes hinterlassen als nur Schuldscheine und
Hypotheken.
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Die Burg Seevetal war anlässlich
des Bürgerforums voll besetzt.
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Ein wichtiges Thema sei auch die
neue Rolle Deutschlands in der Welt. Es komme darauf an, auch im
Hinblick auf die EU-Osterweiterung eine leistungsfähige europäische
Wirtschaftsregion und Wohlstandsregion zu schaffen. Die Globalisierung
sei eine Realität, der man sich stellen müsse. Dabei komme es aber
darauf an, den Sozialstaat zu bewahren.
Müntefering kritisierte scharf den
Angriff der Union auf den Flächentarifvertrag und die geplante Schlechterstellung
älterer Arbeitnehmer beim Kündigungsschutz. Die CDU habe mit ihrem
"3 x 40"-Programm Vorstellungen vorgelegt, die zum Ruin der öffentlichen
Haushalte und zur Handlungsunfähigkeit des Staates führen würden.
Nun plane die Union, entgegen ihren Ankündigungen, die Rentenbeiträge
um über 1 % zu erhöhen (Ankündigung Seehofer + 0,4 - 0,5 % zur Senkung
des Staatszuschusses, + 0,3 % bei Nichteinführung der 4. Stufe der
Ökosteuer, + 0,4 % bei Befreiung des Niedriglohnsektors von Sozialabgaben.).
Die SPD habe dagegen den Rentenversicherungsbeitrag von 20,3 % auf
19,1 % gesenkt. Die CDU wolle laut Fraktionsvorsitzendem Merz einen
Selbstbehalt von 500 Euro pro Jahr im Gesundheitswesen einführen.
Dies betreffe insbesondere Geringverdiener. Gesundheit dürfe sich
nicht danach richten, wie dick das Portemonee sei, so Müntefering.
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Abschliessende Ovationen für den SPD-Generalsekretär
Franz Müntefering
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Stoiber habe sich in all den Jahren
immer wieder unsolidarisch gezeigt, so bei den Klagen gegen den
Länderfinanzausgleich (vorm Bundesverfassungsgericht verloren) und
gegen den Risikostrukturausgleich. Stoiber habe vorgeschlagen, die
Arbeitslosen- und die Krankenversicherung auf die Bundesländer zu
regionalisieren, um so dem Osten weniger Geld zukommen zu lassen.
Und dies alles, nachdem Bayern 36 Jahre mehr Geld aus dem Länderfinanzausgleich
bekommen habe als es eingezahlt habe.
Auch die FDP kam in der aktuellen
Antisemitismusdebatte nicht gut weg. Es zeige sich immer deutlicher,
so Müntefering in Anspielung auf die FDP-Kampagne, dass Westerwelle
nur Schuhgröße 18 habe und sich gegen Möllemann nicht durchsetzen
könne.
Nach dem Vortrag stand SPD-Generalsekretär
Franz Müntefering noch für mehrere Fragen aus dem Publikum zur Verfügung.