"Aktiv für den Mittelstand" - unter
diesem Motto hatte die SPD-Bundestagsfraktion, vor Ort vertreten
durch die SPD-Bundestagsabgeordneten Monika Griefahn und Kurt Palis,
Mittelständler, Handwerker und Unternehmer in die Stadthalle Walsrode
eingeladen, um die Politik der Bundesregierung zur Förderung des
Mittelstands zu diskutieren.
Monika Griefahn führte in das Thema
ein (Redetext siehe unten) und hob die Bedeutung des Mittelstands
bei der der Sicherung von Arbeit und Beschäftigung hervor.
Prominenter Gastreferent war dann
Dr. Ditmar Staffelt MdB, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister
für Wirtschaft und Technologie.
Monika Griefahn MdB, Parl. Staatssekretär
Dr. Ditmar Staffelt, Kreishandwerksmeister
Klaus Jürgen Geselle, Kurt Palis MdB
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Dr. Staffelt
kam sogleich zur Sache und sprach die Themen an, die den Mittelständlern
zur Zeit am meisten unter den Nägeln brennen: die Themen Kreditvergabe,
die zum Teil mangelnde Zahlungsmoral der Kunden und die Existenzgründungsförderung.
Leider sei zu beobachten, dass sich
viele Geschäftsbanken unter dem Vorwand der neuen Ratingvorgaben
(Stichwort: Basel II) aus dem Kreditgeschäft mit den kleinen und
mittleren Unternehmen (KMU) zurückzögen. Der Grund sei aus der Sicht
der Banken eine zum Teil zu kleine Gewinnmarge und zu großes Risiko.
Dies habe besondere Bedeutung, weil der Mittelstand das Rückgrat
der deutschen Wirtschaft sei und rund 70 % aller Beschäftigten und
80 % aller Auszubildenden umfasse. Die Bundesregierung habe sich
dafür eingesetzt, dass die in den USA unüblichen, hierzulande aber
üblichen langfristigen Finanzierungen für den Mittelstand nicht
teurer würden und dass kleinere Unternehmen nicht einem kostenträchtigen
externen Rating unterzogen werden müssten, wenn die Einschätzung
der Hausbank ausreiche.
Die Bundesregierung werde in der
neuen Wahlperiode die erfolgreiche Politik zur Förderung des Mittelstandes
fortsetzen. Es werde eine Mittelstandsbank gegründet, die bei einfachen
Antragsmodalitäten über das Filialnetz anderer Banken Kredite vergibt.
Weitere wichtige Punkte seien der Abbau von Bürokratie, die Erschließung
ausländischer Märkte auch für KMU (im Euro-Raum jetzt ohne Währungsrisiko)
und der Anschluss an Informations- und Kommunikations-Techniken.
Gerade bei dem letzten Punkt, den IuK-Techniken, habe Deutschland
unter der rot-grünen Bundesregierung mit der Initiative "D 21" und
dem Aktionsplan von 1999 enorm aufgeholt. Von einem Platz im Mittelfeld
sei Deutschland in die Spitzengruppe aufgerückt. Inzwischen haben
89 % der Firmen einen Internetzugang, 44 % sogar ein firmeninternes
Intranet, 72 % sind mit einem Informationsangebot im Internet präsent,
20 % setzen auch auf Onlinevertrieb und 23 % auf direkte Verbraucherbeziehungen
über das Internet (B2C = business to customer).
Von CDU/CSU werde häufig die Zahl
der Insolvenzen aufgebauscht. Mangelnde Inanspruchnahme der fachlich
hervorragenden Beratung durch IHKs, Handwerkskammern und Banken
sowie unzureichende Geschäftskonzepte seien oft der Grund für eine
Insolvenz. Zu berücksichtigen sei aber, dass der Insolvenzfall nach
dem neuen Insolvenzrecht sinnvollerweise sehr viel früher eintrete
und eine Insolvenz nicht in jedem Fall mit Konkurs und Pleite gleichzusetzen
sei. Häufig gelinge im Insolvenzfall bei rechtzeitigem Eingreifen
eine Rettung des Unternehmens und der Arbeitsplätze.
Vom 1.1. 1999 bis zum 31.12.2001 gabe es in Deutschland rund 87.000
Insolvenzen, dageben aber rund 1,4 Millionen Gewerbeanmeldungen.
Es gebe einen positiven Gründungssaldo, die Zahl der Arbeitslosen
sei im Jahresdurchschnitt von 1998 bis 2001 um 427.652 gesunken
(-10 %), die Zahl der Erwerbstätigen um 1,16 Millionen gestiegen.
Die große Massen der Personengesellschaften
sei durch in mehreren Stufen in Kraft tretende Einkommenssteuerreform
auf breiter Front entlastet worden. die Lohnnebenkosten, insbesondere
die Beiträge zur Rentenversicherung, wurden gesenkt.
Die Bundesregierung habe ferner
in 3 Jahren über 55 Berufsbilder überarbeitet und modernisiert sowie
20 neue Ausbildungsberufe geschaffen.
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Stadthalle Walsrode: Monika Griefahn MdB,
Parl. Staatssekretär Dr. Ditmar Staffelt,
Kreishandwerksmeister Klaus Jürgen Geselle
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Weitere Themen des Vortrags sowie
in der anschließenden Diskussion waren die Bekämpfung von Schwarzarbeit,
das geplante und an CDU/CSU im Bundesrat gescheiterte Tariftreuegesetz
sowie die schlechte Zahlungsmoral vor allem im Baugewerbe.
Klaus Jürgen Geselle, Kreishandwerksmeister
Soltau-Fallingbostel, hatte durchaus einige kritische Anmerkungen
z.B. zur Ökosteuer und zur aus seiner Sicht unzureichenden Bekämpfung
der Schwarzarbeit parat.