Monika
Griefahn zu ihrer Wiederwahl als Vorsitzende des Auschusses für Kultur
und Medien des Deutschen Bundestages:
"Über diese Bestätigung im Amt freue ich mich sehr. So können wir
gemeinsam die konstruktive und erfolgreiche Arbeit des letzten Legislaturperiode
fortsetzen.
Insbesondere freue ich mich auch auf die weitere Arbeit mit Bundesaußenminister
Joschka Fischer und mit der neuen Kulturstaatsministerin Christina
Weiss. Mit ihrer Berufung und der Arbeit unseres Ausschusses wird
ein klares Zeichen gesetzt: Kulturpolitik gewinnt immer mehr an Bedeutung.
Aspekte der Kulturpolitik werden kontinuierlich auch in anderen Ressorts
berücksichtigt, so etwa bei der Auswärtigen Kulturpolitik und bei
der Verbesserung der sozialen Situation der Künstler. Die Arbeit unseres
Ausschusses bildet dabei die Klammer zwischen der Außenpolitik im
Bereich der Auswärtigen Kulturpolitik und den innenpolitischen Aspekten
der Kulturpolitik von Bund und Ländern.
In der Auswärtigen Kulturpolitik wird die zivile Konfliktprävention
durch den Dialog der Kulturen weiter im Mittelpunkt stehen. Denn der
Dialog ist die beste Krisenprävention. Die neuen Strukturen bei den
Mittlerorganisationen, etwa die Fusion von Goetheinstitutes und Inter
Nationes bewähren sich bereits. Auf diesem Wege werden wir weitergehen.
Eine wichtige Funktion kommt hier auch der Deutschen Welle zu. Der
Sender wird durch eine erneuertes Deutsche Welle Gesetz noch mehr
Planungssicherheit erhalten sowie den Programmauftrag novellieren.
Schließlich wird fast ein Drittel des Haushaltes für die Auswärtige
Kulturpolitik in die Förderung der Auslandsschulen fließen. Damit
wird abgesichert, dass die Auslandsschulen Orte der Begegnung und
des interkulturellen Dialoges bleiben, denn die Schüler sind gleichzeitig
Botschafter für Deutschland.
Bei den innenpolitischen Aspekten wird ein Schwerpunkte unserer Arbeit
in der nächsten Legislaturperiode die weitere Verbesserung der rechtlichen
Rahmenbedingungen für Kunst und Kultur sein. Dazu streben wir eine
Ausstellungsvergütung für bildende Künstlerinnen und Künstler an und
werden die Idee eines neuen Künstlergemeinschaftsrechts - "alte Meister
unterstützen junge Künstler"- verfolgen.
Ganz oben auf der Agenda steht zudem die Novellierung des Filmförderungsgesetzes.
Damit werden sich die Produktionsbedingungen der deutschen Drehbuchautoren
und Regisseure verbessern. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit des
deutschen Filmes zu stärken aber gleichzeitig deutlich zu machen,
daß der Film auch ein Kulturgut ist.
Im Bereich der Medienpolitik wird es vor allem darauf ankommen, die
begonnene Arbeit an einer kohärenten Medien- und Kommunikationsordnung
fortzusetzen. Bund und Länder sind gehalten, angesichts der fortschreitenden
Konvergenz der Medien deren Ordnungs- und Rechtsrahmen soweit wie
möglich zu vereinheitlichen.
Neben dem kulturellen Engagement für die Hauptstadt Berlin wird das
Kulturförderprogramm für die Neuen Länder, -ausgestattet mit dreißig
Millionen Euro pro Jahr-, fortgesetzt.
Die mit allen Bundesländern aufgenommenen Gespräche zur Systematisierung
der Kulturförderung werden wir konstruktiv weiterführen, mit dem Ziel,
eine klare Verantwortungsteilung im kooperativen Kulturförderalismus
zu erreichen, denn erfolgreiche Kulturpolitik kann nur in gemeinsamer
Anstrengung und im Konsens zwischen Bund und Ländern entstehen. |