"Den
Kabinettsbeschluss für den integrierten Bundesverkehrswegeplan erwarten
wir für das Frühjahr 2003", erläuterte die Parlamentarische Staatssekretärin
Angelika Mertens den niedersächsischen Bundestagsabgeordneten den
Fortgang der aktuellen Arbeiten am Bundesverkehrswegeplan: "Mit dem
90-Milliarden-‚Zukunftsprogramm Mobilität' werden wir die Steigerung
der Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur des Bundes in diesem
Jahrzehnt verstetigen." Nachdem das Land die Plausibilitätsprüfung
der Rohdaten vorgenommen und die Wünsche der Bezirksregierungen an
den Bund weitergeleitet hat, informierten sich die niedersächsischen
Parlamentarier in Berlin über den Stand ihrer örtlich wichtigen Projekte.
Der neue Bundesverkehrswegeplan soll Planungssicherheit gewährleisten.
Deshalb sind alle Projekte für den vorrangigen Bedarf gesetzt, die
im Investitionsprogramm des Bundes als begonnene oder fertig geplante
Maßnahmen enthalten sind. Gleiches gilt für das aus den UMTS-Zinseinsparungen
finanzierte Zukunftsinvestitionsprogramm und das aus der LKW-Maut
zu finanzierende Anti-Stau-Programm. "In unserer Region gehört dazu
das aus dem Anti-Stau-Programm finanzierte 3. Gleis zwischen Stelle
und Lüneburg, dessen Inbetriebnahme in diesem Jahrzehnt damit gesichert
sein dürfte", erklärt dazu die SPD-Bundestagsabgeordnete Monika Griefahn.
Für Erhaltungsarbeiten an den Bundesverkehrswegen wird der Mittelbedarf
in einem eigenen Kapitel des Bundesverkehrswegeplans ausgewiesen.
Dies trägt wesentlich zur Transparenz und Haushaltsehrlichkeit bei.
Die von den Bezirksregierungen für den vorrangigen Bedarf neu angemeldeten
Maßnahmen haben besonders gute Chancen, wenn sie der Engpassbeseitigung
dienen, der Erhöhung der Lebensqualität, der Sicherheit und Entlastung
von Ortskernen dienen. Planungsstand und Abhängigkeiten zu anderen
Maßnahmen, wie etwa zu- und ablaufender Verkehr von Autobahnen werden
dabei mit berücksichtigt. Die Feinarbeiten dazu dauern noch an, Ressortabsprachen
und eine endgültige Rückkopplung der Prioritätsvorschläge des Bundes
mit den Ländern sind notwendig.
Alle nachfolgend aufgeführten Maßnahmen in Block 1 sind indisponibel
und werden im neuen Bundesverkehrswegeplan enthalten sein. Dies sind
Maßnahmen mit einem Planfeststellungsbeschluss bis zum 31.12.1999
und solche, die einem der oben erwähnten Programme enthalten sind
(IP - Investitionsprogramm, ZIP - Zukunfts-Investitionsprogramm, ASP
- Anti-Stau-Programm, Betreibermodell)
Die in Block 2, 3 und 4 genannten Projekten sind zwar "disponibel",
haben aber sehr gute Chancen, in den neuen Bundesverkehrswegeplan
aufgenommen zu werden, unter anderem deshalb, weil sie ein hohes Nutzen-Kosten-Verhältnis
von > 4 aufweisen.
In den Block 5 eingestufte Projekte haben wegen eines geringen Nutzen-Kosten-Verhältnis
von < 4 und auch eines geringen Planungsstandes kaum eine Chance auf
Aufnahme in den neuen Bundesverkehrswegeplan.
Verkehrsprojekte Landkreis Harburg
Folgende Verkehrsprojekte aus dem Landkreis Harburg und der näheren
Umgebung werden aller Voraussicht nach im neuen Bundesverkehrswegeplan
enthalten sein:
| |
Maßnahme |
NKV |
Länge
in km |
Kosten
aktuell
in Mio. €
|
Kosten
ab 2003
in Mio. € |
| Block
1, Maßnahmen in Bau |
| A
250 |
AS
Winsen-O - Lüneburg-N |
|
15,3 |
76,387 |
4,626 |
| Block
1, Maßnahmen nach dem Zukunfts-Investitionsprogramm ZIP |
| A
26 |
SO
Stade (B 73) - Horneburg (1. FB + 2. FB) |
4,1 |
11,7 |
0 |
21,418 |
| Block
1, Maßnahmen ZIP, "normale" HBT |
| A
26 |
SO
Stade (B 73) - Horneburg (K 36 n) (1. FB + 2. FB) |
4,1 |
11,7 |
176,496 |
136,131 |
| Block
1, Maßnahmen A-Modell |
| A
1 |
AD
Buchholz - W AS Rade
[= 6-streifiger Ausbau der A 1]
|
4,7 |
6,0 |
24,239 |
24,239 |
| A
1 |
W
AS Rade - O AS Sittensen
[= 6-streifiger Ausbau der A 1]
|
4,7 |
18,2 |
73,625 |
73,625 |
| Block
1, Maßnahmen Presseerklärung BMVBW / MW v. 06.06.02 |
| A
1 |
L-GR
HH / NI - Horster Dreieck
[= 8-streifiger Ausbau der A 1]
|
13,6 |
7,3 |
77,818 |
77,818 |
| A
26 |
Horneburg
- NO Buxtehude (K 40) |
4,1 |
9,9 |
0 |
110,0 |
| A
26 |
NO
Buxtehude (K 49) - Rübke |
4,1 |
5,0 |
48,782 |
65,0 |
| A
26 |
Anbindung
der B 3 an die A 26 |
4,1 |
3,7 |
16,256 |
10,0 |
| Block
2, Disponible Maßnahmen, NKV > 4, fortgeschrittener
Planungsstand |
| B
75 |
OU
Dibbersen |
9,5 |
3,6 |
|
13,3 |
| Block
3, Disponible Maßnahmen, NKV > 4, geringer Planungsstand |
| B
75 |
OU
Tostedt / Wistedt |
7,3 |
5,8 |
|
12,9 |
Die Zahlen stammen von der Bezirksregierung Lüneburg,
Stand: 01.08.2002.
NKV = Nutzen-Kosten-Verhältnis
Der Landkreis Harburg profitiert also wesentlich vom neuen Bundesverkehrswegeplan:
Ausbau der Autobahnen A 1 und A 7, Neubau der A 26, Westumfahrung
von Neu Wulmstorf, Bau der B 75-Ortsumgehungen bei Dibbersen und Tostedt
/ Wistedt.
Die B 75-Ortsumgehungen bei Dibbersen und bei Tostedt/Wistedt wurden
zudem in die Vorschlagsliste der 10 wichtigsten Verkehrsprojekte im
Regierungsbezirk Lüneburg aufgenommen, was deren Chance auf Verwirklichung
nochmals steigert.
Für die Schiene werden das 3. Gleis zwischen Stelle und Lüneburg (indisponibel,
weil Anti-Stau-Programm) und die Y-Trasse (Anmeldung des Landes Niedersachsen)
im neuen Bundesverkehrswegeplan enthalten sein.
Folgende Maßnahmen im Lkr. Harburg werden wegen eines sehr niedrigen
Kosten-Nutzen-Verhältnisses aller Voraussicht nach nicht im neuen
Bundesverkehrswegeplan enthalten sein: 6-streifiger Ausbau der A 1
zwischen Horster Dreieck und AD Buchholz (schwächer frequentiert wegen
der A 261), A 21 Ostumfahrung Hamburg und die B 3 zwischen W Neu Wulmstorf
- S Elstorf (Ortsumgehung Elstorf).
Verkehrsprojekte Landkreis Soltau-Fallingbostel
Folgende Verkehrsprojekte aus dem Landkreis Soltau-Fallingbostel werden
aller Voraussicht nach im neuen Bundesverkehrswegeplan enthalten sein:
| |
Maßnahme |
NKV |
Länge
in km |
Kosten
aktuell
in Mio. €
|
Kosten
ab 2003
in Mio. € |
| Block
3, Disponible Maßnahmen, NKV > 4, geringer Planungsstand |
| B
71 |
OU
Soltau |
6,3 |
7,4 |
|
18,0 |
| B
209 |
OU
Walsrode |
5,5 |
6,1 |
|
11,4 |
| A
7 |
AS
Soltau-O - AD Walsrode
[= 6-streifiger Ausbau der A 7]
|
5,0 |
30,0 |
|
107,7 |
Folgende Maßnahme wird wegen eines sehr niedrigen Kosten-Nutzen-Verhältnisses
aller Voraussicht nach nicht im neuen Bundesverkehrswegeplan enthalten
sein:
8-streifiger Ausbau der A 7 zwischen AD Walsrode und AD Hannover N.
Hier ist bereits ein 6-streifiger Ausbau erfolgt.
Der Landkreis Soltau-Fallingbostel profitiert also ebenfalls vom neuen
Bundesverkehrswegeplan: Der 6-streifige Ausbau der Autobahn A 7 sowie
die Ortsumgehungen Soltau und Walsrode haben Chancen, in den neuen
Bundesverkehrswegeplan aufgenommen zu werden. Näheres richtet sich
nach den Anmeldungen des Landes Niedersachsen für den neuen Bundesverkehrswegeplan.
Die SPD-Bundestagsabgeordnete Monika Griefahn: "Der neue Bundesverkehrswegeplan
wird die Verkehrsinfrastruktur in Norddeutschland und besonders auch
in den Landkreisen Harburg und Soltau-Fallingbostel ein großes Stück
voranbringen. Seit Jahren setze ich mich kontinuierlich für die Verkehrsprojekte
der Region ein und freue mich, dass zahlreiche Projekte voraussichtlich
in den neuen Bundesverkehrswegeplan aufgenommen werden."