In einem Pressegespräch nahm jetzt
der Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, Dr. Manfred
Stolpe, in Dibbersen zur Verkehrspolitik der Bundesregierung und
örtlichen Verkehrsprojekten Stellung. Mit seinem Besuch wollte Dr.
Stolpe zugleich die beiden örtlichen SPD-Landtagsabgeordneten Silva
Seeler und Brigitte Somfleth unterstützen.
Auf dem Foto sind zu sehen (v.l.n.r.):
Monika Griefahn MdB, Bundesminister Dr. Manfred Stolpe,
Brigitte Somfleth MdL, Silva Seeler MdL,
der Rosengartener Bürgermeister Dietmar
Stadie,
der Buchholzer Bürgermeister Norbert Stein,
Herr Albers und SPD-Kreistagsfraktionsvorsitzender
Prof. Dr. Jens-Rainer Ahrens.
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Die örtliche SPD-Bundestagsabgeordnete
Monika Griefahn betonte zunächst in ihrer einleitenden Rede, dass
sie sich freue, dass bei den Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur
nach Jahrzehnten der Bevorzugung des Südens - rund 44 % der Verkehrsinvestitionen
flossen bis 1998 nach Bayern und Baden-Württemberg - nun endlich
auch der Norden an der Reihe sei. Unter der SPD-geführten Bundesregierung
habe sich einiges zum Positiven geändert und seien einige Verkehrsprojekte
wie die Ortsumgehung B 75 neu Dibbersen gut vorangekommen.
Bundesminister Dr. Manfred Stolpe
betonte die besondere Rolle der Infrastruktur- und Verkehrsprojekte
sowie des Bausektors für die gesamte Wirtschaft wie auch für eine
bessere Erreichbarkeit und Entwicklung von benachteiligten Regionen.
Die Verkehrspolitik habe für die Bundesregierung einen hohen Stellenwert;
es würden rund 1.800 Projekte in den nächsten 10 Jahren verwirklicht,
allein im Jahr 2003 würden rund 13 Milliarden Euro für den Verkehrsbereich
ausgegeben. Kriterien für die Bewertung von Verkehrsprojekten seien
insbesondere das Nutzen-Kosten-Verhältnis, die Dringlichkeit des
Bedarfs, ökologische Faktoren sowie die Stauanfälligkeit bestehender
Verkehrswege und Gesichtspunkte der Raumentwicklung. Ortsumgehungen
sind für die Bundesregierung Vorrangprojekte. Sie dienen der Verbesserung
des Verkehrsflusses ebenso wie der Rückgewinnung von Lebensqualität
in den Städten. Dr. Stolpe stellte dann einige für den Landkreis
Harburg bedeutsame Verkehrsprojekte vor:
Die in der Region dringend gewünschte
Ortsumgehung "B 75 neu Dibbersen" habe ein sehr hohes Nutzen-Kosten-Verhältnis
von 9,5. Das Land Niedersachsen und die örtlichen SPD-Landtagsabgeordneten
Silva Seeler und Brigitte Somfleth unterstützen das Verkehrsprojekt.
Die Ortsumgehung habe sehr gute Chancen auf baldige Verwirklichung.
Ein weiteres wichtiges Verkehrsprojekt sei der 6-streifige Ausbau
der stauanfälligen A 1. Vom Buchholzer Dreieck bis Bremen könne
dies durch eine private Finanzierung nach dem sogenannten "Betreibermodell"
geschehen, wodurch eine zeitnahe Realisierung möglich sei. Vom Autobahndreieck
Buchholz bis zum Horster Dreieck sei eine staatliche Finanzierung
denkbar.
Vor Ort bedeutsam seien auch die
B 75-Ortsumgehung Tostedt / Wistedt, die A 26 sowie die Diskussion
um die A 20, die Nordwestumfahrung Hamburgs mit einer Elbquerung
bei Glückstadt. Wichtig für Norddeutschland sei auch der Bau der
A 39 zwischen Lüneburg und Wolfsburg in Zusammenhang mit der A 14
Magdeburg - Schwerin. Neben dem 3. Gleis sei auch die Y-Trasse ein
wichtiges Verkehrsprojekt; die Y-Trasse findet die Unterstützung
auch des Bahnchefs Helmut Mehdorn.
Die SPD-Landtagsabgeordnete Silva
Seeler machte noch einmal die Dringlichkeit der Ortsumgehung Dibbersen
deutlich: Lärm- und Abgasbelastung in Dibbersen, Zerteilung des
Dorfes durch die B 75, Beeinträchtigung der Dorfgemeinschaft und
Gefährdungen von Kindern durch den enormen Verkehr seien wichtige
Gründe, die für baldiges Handeln sprechen. Die Akzeptanz der Y-Trasse
hänge davon ab, ob es Lärmschutz für Anlieger gebe und ob es zu
keiner Beeinträchtigung des Nahverkehrs auf der Bahnstrecke durch
den zusätzlichen Fernverkehr komme.
Die SPD-Landtagsabgeordnete Brigitte
Somfleth wies auf die Bedeutung des Weiterbaus der A 26 von Buxtehude
über Rübke bis zum Anschluss an die A 7 auf Hamburger Gebiet insbesondere
für die verkehrsgeplagten Neu Wulmstorfer hin. Die unfallträchtige
B 73 platzt seit langem aus allen Nähten. Neu Wulmstorf profitiert
von dem Weiterbau der A 26 durch eine in diesem Zusammenhang zu
bauende Ortsumgehung der B 3 neu. Sie machte sich weiterhin für
eine zusätzliche Ortsumgehung der B 3 bei Elstorf stark.
Der Bürgermeister der Gemeinde Rosengarten,
Dietmar Stadie, stellte sodann Details und verschiedene Aspekte
zur Ortsumgehung B 75 neu Dibbersen dar. Wichtig sei es, die Rosengartener
Ortsteile vom Durchgangsverkehr zu entlasten und durch bauliche
Maßnahmen an den Ortseingängen die Verkehrssicherheit zu erhöhen.
Dann sei die jetzt gefundene Variante der Ortsumgehung von hoher
Vernunft. Er stellte außerdem das aktuelle Problem der Gemeinde
Rosengarten dar, dass die Gemeinde 2 vom Bund übernommene Eisenbahnbrücken
bei Klecken für etwa 400.000 Euro sanieren muss, die Gemeinde jedoch
seinerzeit nur einen Abstand von 180.000 Euro vom Bund für die Sanierung
erhalten hat.
Der Bürgermeister der Stadt Buchholz
i.d. Nordheide, Norbert Stein, ging zunächst auf den miserablen
baulichen Zustand des Buchholzer Bahnhofes ein, und betonte dann,
dass voraussichtlich 2005 im Rahmen des Landesprogramms "Niedersachsen
ist am Zug" mit einer Sanierung des Bahnsteigs zu rechnen ist und
dass ein Brücke gebaut werden kann, die dann als Verbindung der
City und der Südstadt fungiert. Er setzte sich gleichfalls für Lärmschutz
an der Bremer Strecke ein.
Die Stadt Buchholz habe jetzt die Ortsumgehung B 75 neu Dibbersen
mit Unterstützung der Landesstraßenbauverwaltung und des Straßenbauamts
Lüneburg planerisch deutlich vorangebracht und auch mit rund 300.000
Euro die Planung finanziert. Finanzielle Unterstützung kam auch
von der Fa. Möbel Kraft. Mehrere Gewerbegebiete, Möbel Kraft, ein
Logistik-Zentrum und der ganze übrige Verkehr auf der B 75 führen
zu einem enormen Verkehrsaufkommen in Dibbersen von 24.400 KFZ /
pro Tag (Verkehrszählung 2000), was die Dringlichkeit des Baus der
Ortsumgehung unterstreicht.
Bundesverkehrsminister Dr. Stolpe
hatte eine gute Botschaft im Gepäck: "Es wird laufen." Der Bund
wird die Baukosten von derzeit rund 13,3 Millionen Euro für die
Ortsumgehung tragen.
Die örtliche SPD-Landtagsabgeordnete
Silva Seeler betonte, die Ortsumgehung sei auch auf der Liste der
Bezirksregierung Lüneburg mit Platz 3 an herausragender Stelle abgesichert.
Die SPD-Bundestagsabgeordnete Monika Griefahn setzte sich zum Abschluss
der Diskussion beim Bundesverkehrsminister für die zusätzliche Autobahnabfahrt
Scharrl (Lkr. Soltau-Fallingbostel) ein.