Die SPD-Bundestagsabgeordnete Monika
Griefahn und die SPD-Landtagsabgeordnete Silva Seeler besuchten
jetzt die Waldklinik Jesteburg zu einem Gespräch mit der Klinikleitung.
Für die Waldklinik nahmen an dem Gespräch Herr Dr. Hans-Heinrich
Aldag (Geschäftsführer der Klinik), Herr Aldag senior und Herr Dr.
Hans-Peter Neunzig (Ärztlicher Leiter der Klinik) teil. Herr Dr.
Neunzig ist zugleich in der "Arbeitsgemeinschaft Neurologische Frührehabilitation
in Niedersachsen und Bremen" aktiv.
Auf dem Foto vor dem neuen Anbau
der Waldklinik sind zu sehen (v.l.n.r.):
Dr. Hans-Peter Neunzig, Silva Seeler MdL,
Monika Griefahn MdB, Herr Aldag senior
und Dr. Hans-Heinrich Aldag. |
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Die SPD-Landtagsabgeordnete Silva
Seeler hat sich in der Vergangenheit immer wieder für die Waldklinik
stark gemacht. Mit einer Förderung des Landes Niedersachsen allein
2002 in Höhe von 1.329.353 Euro kann demnächst ein neuer Anbau der
Waldklinik fertig gestellt werden; schon in der Vergangenheit sind
mehrmals Landesmittel in den Aus- und Umbau der Waldklinik geflossen,
insgesamt ca. 5 Millionen Euro. Deshalb ist das Interesse am Weiterbestehen
der Klinik groß.
Herr Dr. Hans-Heinrich Aldag stellte
zunächst klar, dass Gerüchte, die Klinik stehe vor dem Aus, jeder
Grundlage entbehrten. Es gebe jedoch ab 2004 die Existenz der Klinik
bedrohende Probleme mit dem Fallpauschalensystem in dem speziellen
Bereich der neurologischen Frührehabilitation, die der Tätigkeitsschwerpunkt
der Waldklinik Jesteburg sei. Herr Dr. Neunzig ergänzte, der derzeitige
Fallpauschalenkatalog bilde die neurologische Frühreha nicht ab,
sondern bisher nur die Akutversorgung. In der neurologischen Frühreha
seien die Patienten rund um die Uhr pflegebedürftig. Aufwand und
Verweildauer der Patienten sei unabhängig von deren Diagnose, sondern
abhängig vom Schweregrad einer Erkrankung und dem Umfang der Funktionsstörungen.
Die Verweildauer liege im Durchschnitt bei 60 Tagen, sie schwanke
aber zwischen einer Woche und über einem Jahr. Maximalziel sei die
Herausnahme der neurologischen Frühreha aus dem DRG-System und die
weitere Abrechnung nach Tagessätzen.
Herr Dr. Neunzig äußerte weiterhin
die Befürchtung, Akutkrankenhäuser könnten in einem neuen Abrechnungssystem
mit wenig Aufwand ebenfalls Leistungen abrechnen, die aber nicht
den Anforderungen an eine hoch spezialisierte und ausdifferenzierte
neurologische Frührehabilitation gerecht würden.
Monika Griefahn machte darauf aufmerksam,
dass sich das DRG-Fallpauschalensystem noch in der Einführung befindet
und bisher erst rund 70 % der erbrachten Leistungen abbildet. Die
Einführung des Systems wird wissenschaftlich vom Selbstverwaltungsinstitut
"Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus gGmbH (InEK)" begleitet.
Die Kliniken seien aufgefordert, bis zum 31.03.2003 Vorschläge an
das InEK für den Fallpauschalenkatalog 2004 einzureichen. Der Katalog
werde jährlich fortgeschrieben. Monika Griefahn und Silva Seeler
regten an, von Seiten der Kliniken und Ärzte auf möglichst breiter
Grundlage zu einem Vorschlag zur Fortentwicklung des DRG-Systems
zu kommen. Nachdem Monika Griefahn von den Problemen der Waldklinik
Jesteburg mit dem neuen Abrechnungssystem aus der Zeitung erfahren
hatte, hat sich die SPD-Bundestagsabgeordnete sofort an den zuständigen
Staatssekretär Dr. Klaus Theo Schröder im Gesundheitsministerium
gewandt und mit der Klinikleitung Kontakt aufgenommen. Der Staatssekretär
und das Bundesgesundheitsministerium haben in Schreiben an die Arbeitsgemeinschaft
Neurologische Frührehabilitation und die Waldklinik Jesteburg eine
Prüfung zugesagt, ob neue Abrechnungsschlüssel zur Vergütung von
Leistungen der neurologischen Frührehabilitation benötigt werden.
Herr Dr. Hans-Heinrich Aldag berichtete,
dass die "Arbeitsgemeinschaft Neurologische Frührehabilitation in
Niedersachsen und Bremen" am 05. Februar 2003 in der Waldklinik
tagt und an entsprechenden Vorschlägen für das Selbstverwaltungsinstitut
InEK zur Fortschreibung des Fallpauschalensystems arbeitet.