Die Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans
geht zügig voran, der mit Spannung erwartete Referentenentwurf des
Bundes wurde heute vorgestellt und den Ländern zugeleitet. In der
Zeit von 2001 bis 2015 wird der Bund mehr als 150 Milliarden Euro
in Verkehrsinfrastruktur verbauen. 76 Milliarden Euro gehen in den
Ausbau der Autobahnen und in Ortsumgehungen, 76,8 Milliarden Euro
werden in den Aus- und Neubau der Schienenwege investiert und ca.
7 Milliarden Euro verbessern die Effizienz der Bundeswasserstraßen.
Das von der Bundesregierung angekündigte Konjunkturprogramm für
die Kommunen gibt darüber hinaus noch zusätzlichen Schub für Investitionen
in kommunale Verkehrsinfrastruktur.
Die vom Land Niedersachsen als wichtigste
Maßnahmen angemeldeten Projekte konnten im Entwurf des neuen Bundesverkehrswegeplans
in den "Vordringlichen Bedarf" übernommen werden.
Mit dem heutigen Tag liegt nun der
Referentenentwurf zum Bundesverkehrswegeplan vor. Dieser Entwurf
geht jetzt in die Ressortabsprache, an die Bundesländer und an die
Verbände. Nach 16 bilateralen Gesprächen mit den Bundesländern und
der Auswertung wird dann ein offizieller Regierungsentwurf gefertigt,
der im Juni oder Juli 2003 vom Bundeskabinett beschlossen werden
soll. Parallel dazu erarbeitet das Bundesverkehrsministerium aus
dem Bundesverkehrswegeplan die Ausbaugesetze für die Straße und
die Schiene. Der Bundestag hat dann im Herbst die Aufgabe, den Bedarfsplan
und die beiden Ausbaugesetze zu beschließen.
Die örtliche SPD-Bundestagsabgeordnete
Monika Griefahn erklärt zum Referentenentwurf für den neuen Bundesverkehrswegeplan:
"Der neue Bundesverkehrswegeplan
bringt deutliche Verbesserungen für die Verkehrsinfrastruktur im
Landkreis Harburg. Die Gemeinden haben Planungssicherheit; der Bundesverkehrswegeplan
ist realistisch finanziert. Die Finanzierung der Verkehrswege erfolgt
wie üblich aus Haushaltsmitteln des Bundes. Konkret enthält der
Referentenentwurf für den Bundesverkehrswegeplan nun die Weiterführung
der A 26 bis Hamburg, die Ortsumgehung Neu Wulmstorf (=Anbindung
der B 3 an die A 26), den mindestens sechsspurigen Ausbau der A
1 fast im gesamten Kreisgebiet, sowie die Ortsumgehung B 75 neu
Dibbersen/Buchholz. Das schon im Anti-Stau-Programm enthaltene 3.
Gleis zwischen Stelle und Lüneburg steht in keiner Form mehr zur
Disposition und wird sicher im neuen Bundesverkehrswegeplan enthalten
sein. Man rechnet mit Projektkosten für das 3. Gleis in Höhe von
229,6 Millionen Euro. Mit dem 3. Gleis investiert der Bund allein
im Gebiet des Landkreises Harburg bis 2015 über 300 Millionen Euro
in die Verkehrswege. Der neue Bundesverkehrswegeplan ist damit ein
großer Schritt nach vorn für die Verkehrsinfrastruktur im Landkreis
Harburg!"
Verkehrsprojekte, die in den Vordringlichen
Bedarf eingestuft sind, haben gute Chancen, bis spätestens 2015
finanziert und verwirklicht zu werden. Bei Projekten des Weiteren
Bedarfs ist dieses nicht sichergestellt; sie haben jedoch eher als
andere Projekte die Chance, bei einer Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans
dann in den Vordringlichen Bedarf aufgenommen zu werden.
Bei den Schienenwegen
ist als "Laufendes und fest disponiertes Vorhaben des Vordringlichen
Bedarfs Schiene" das 3. Gleis zwischen Stelle und Lüneburg,
"Ausbaustrecke Stelle - Lüneburg", mit Investitionskosten von 229,6
Millionen Euro enthalten. Als "Neues Vorhaben des Vordringlichen
Bedarfs Schiene (mit Planungsreserve)" ist die "Y-Trasse",
im Amtsdeutsch "Neubaustrecke / Ausbaustrecke Hamburg / Bremen -
Hannover", mit Investitionskosten in Höhe von 1.283,9 Millionen
Euro enthalten.
Nach dem derzeitigen Planungsstand
(Referentenentwurf) sind im Vordringlichen Bedarf
des neuen Bundesverkehrswegeplans folgende den Landkreis Harburg
betreffenden Verkehrsprojekte enthalten:
| |
Maßnahme |
Länge
in km |
Kosten
ab 2003
in Millionen € |
| Vordringlicher
Bedarf, laufende und fest disponierte Vorhaben |
| A
1 |
AD
Buchholz - W AS Rade [= 6-streifiger Ausbau der A 1] |
6,0 |
26,7 |
| A
1 |
W
AS Rade - O AS Sittensen [= 6-streifiger Ausbau der A 1] |
18,2 |
73,6 |
| A
26 |
SO
Stade (B 73) - Horneburg |
11,7 |
102,9 |
| Vordringlicher
Bedarf, laufende und fest disponierte Vorhaben mit besonderem
naturschutzfachlichen Planungsauftrag für VB |
| A
26 |
Horneburg
- NO Buxtehude (K 40) |
9,8 |
120,2 |
| A
26 |
Anbindung
der B 3 an die A 26 |
3,7 |
10,1 |
| B
75 |
OU
Dibbersen |
3,6 |
13,3 |
| Vordringlicher
Bedarf, Neue Vorhaben mit besonderem naturschutzfachlichen Planungsauftrag
für VB |
| A
26 |
NO
Buxtehude (K 49) - Rübke |
5,0 |
61,4 |
| Vordringlicher
Bedarf, Neue Vorhaben |
| A
1 |
Lgr.
HH / NI - Horster Dreieck (A 7) [=
8-streifiger Ausbau der A 1]
|
7,3 |
77,8 |
Nach dem derzeitigen Planungsstand
(Referentenentwurf) sind im Weiteren Bedarf des
neuen Bundesverkehrswegeplans folgende den Landkreis Harburg betreffenden
Verkehrsprojekte enthalten:
| |
Maßnahme |
Länge
in km |
Kosten
ab 2003
in Millionen € |
| Weiterer
Bedarf, neue Vorhaben |
| A
1 |
Horster
Dreieck - AD Buchholz [= 6-streifiger Ausbau der A 1] |
11,4 |
49,8 |
| A
7 |
AD
Walsrode - AD Hannover/N [= 8-streifiger Ausbau der A 7] |
29,1 |
133,7 |
| A
21 |
Ostumfahrung
HH (Lgr. SH/NI - A 250)
[= 4-streifiger Neubau der A 21 entlang der B 404-Trasse]
|
13,1 |
87,5 |
| B
3 |
Ortsumgehung
Elstorf |
5,0 |
9,9 |
Keine Berücksichtigung im Referentenentwurf
hat die B 75-Ortsumgehung bei Tostedt / Wistedt
mit einer Länge von ca. 5,8 km und Kosten von rund 12,9 Millionen
Euro gefunden, obwohl die Ortsumgehung ein sehr hohes Nutzen-Kosten-Verhältnis
von 7,3 aufweist (mindestens 4 sind erforderlich) und in der Vorschlagsliste
der Bezirksregierung Lüneburg für die 10 wichtigsten Verkehrsprojekte
im Regierungsbezirk enthalten ist. Ich setze mich vorsorglich dafür
ein, dass diese Maßnahme wenigstens in den Weiteren Bedarf des Bundesverkehrswegeplans
aufgenommen wird, auch wenn vor Ort noch keine konkreten Planungen
begonnen wurden.
Gelegentlich ist es vor Ort auch
eine positive Nachricht, wenn ein Verkehrsprojekt nicht kommt oder
nicht wie angenommen realisiert wird:
1. Im Raum Hollenstedt war geraume Zeit eine Trasse
für die Anbindung der A 20 an die A 1 im Gespräch und sorgte in
der Bevölkerung für Unruhe. Bei der Fortführung der Küstenautobahn
A 20 mit der Westumfahrung Hamburgs, einer Elbquerung und der Weiterführung
bis zur A 1 ist die Hollenstedter Trassenvariante, die eine von
mehreren Alternativen war, jetzt eindeutig aus dem Rennen. Wenn
überhaupt, wird nur eine westlichere Trasse gebaut. Das Projekt
insgesamt ist aber in der Region umstritten. Alternativ wird nämlich
eine Fortführung der A 20 südlich des Elbtunnels als A 22 in Richtung
Wesertunnel diskutiert. In keinem Fall ist jedoch der Raum Hollenstedt
mehr betroffen.
2. Im Winsener Ortsteil Stöckte und der Elbmarsch
stand durch eine Festschreibung des Bundesverkehrswegeplans von
1992 lange Zeit eine Weiterführung der A 21 mit einer nordwestlichen
Umfahrung Winsens in Höhe von Stöckte und einer Anbindung der A
21 an die A 250 zwischen Winsen und Stelle im Raum. Schon wegen
der Flora-Fauna-Habitat-Fläche Osterwiesen und der baulichen Entwicklung
im Bereich Laßrönne, Stöckte und Hoopte habe ich mich wiederholt
gegen diese Trasse ausgesprochen (vergleiche meine Pressemitteilung
Nr. 16 / 2000 vom 13.7.2000). Noch im Straßenbaubericht 1999 wurde
diese Trasse erwähnt. Diese Trasse ist nun glücklicherweise mit
dem Referentenentwurf zum neuen Bundesverkehrswegeplan endgültig
vom Tisch. Stattdessen ist in den "Weiteren Bedarf" des Referentenentwurfs
für den BVWP der 4-streifige Bau der A 21 entlang der Trassenführung
der bisherigen B 404 aufgenommen worden.