Zur Unterzeichnung der Verwaltungsvereinbarung
über das Investitionsprogramm „Zukunft Bildung und Betreuung“ 2003
– 2007 erklärt die SPD-Bundestagsabgeordnete Monika Griefahn:
„Mit der am 12.5.2003 von Bund
und Ländern unterzeichneten Verwaltungsvereinbarung wird ein zentrales
Wahlkampfversprechen von Bundeskanzler Gerhard Schröder eingelöst:
Das Vier-Milliarden-Euro-Programm zum Aufbau von Ganztagsschulen.“
Zu begrüßen ist vor allem, dass
nach anfänglichem Widerstand nun auch die von CDU/CSU geführten
Bundesländer das Angebot des Bundes zu einer Finanzhilfe nach Art.
104 a Abs. 4 Grundgesetz angenommen haben. Damit stellt der Bund
den Ländern für den Zeitraum 2003 bis 2007 insgesamt 4 Mrd. Euro
zur Verfügung, die die Länder nach dem in der Vereinbarung festgelegten
Schlüssel für Investitionen zum Aufbau neuer Ganztagsschulen, zur
Weiterentwicklung bestehender Schulen zu Ganztags-schulen, zur Schaffung
zusätzlicher Ganztagsplätze an bestehenden Ganztagsschulen sowie
zur qualitativen Weiterentwicklung bestehender Ganztagsschulen verwenden
können. Gefördert werden Ganztagsschulen im Sinne der jeweiligen
Landesregelungen, die über ein pädagogisches Konzept verfügen. Ferner
werden Schulen einschließlich angegliederter Horte sowie Kooperationsmodelle
zwischen Schule und Trägern der Jugendhilfe auf der Grundlage eines
gemeinsamen pädagogischen Konzepts gefördert, wenn die Weiterentwicklung
zu einem in die Schule integrierten Ganztagsangebot angestrebt wird.
Gegenstand der Förderung sind Investitionen wie Neubau-, Ausbau-,
Umbau- und Renovierungsmaßnahmen, Ausstattungsinvestitionen sowie
die mit den Investitionen verbundenen Dienstleistungen.
Es sollen dabei allerdings nicht
nur Schulen an so genannten sozialen Brennpunkten entstehen, um
Schülerinnen und Schüler nachmittags von den Straßen zu holen, sondern
Ganztagsschulen sollen im ganzen Bundesgebiet möglichst breit gestreut
sein und alle sozialen Schichten erreichen.
Die Vergabe der Mittel liegt in
der Verantwortung der Länder. Daher sind Förderanträge an die Länder
zu richten, und die Länder entscheiden über die Auswahl der Vorhaben
sowie die Regelung und Durchführung des Verfahrens. Da die Vereinbarung
rückwirkend zum 1. Januar 2003 in Kraft getreten ist, können die
für 2003 angesetzten Haushaltsmittel von 300 Mio. Euro bereits in
diesem Jahr verwendet werden.
Deshalb fordert die SPD-Bundestagsabgeordnete
Monika Griefahn vor allem die Landesregierung auf, die Verwaltungsvereinbarung
mit Leben zu erfüllen und die Chancen zur Schaffung von Ganztagsschulplätzen
zu nutzen. „Ich erwarte, dass die Länder nun in einen produktiven
Wettstreit um das beste Netz an Ganztagsschulen eintreten und eine
intensive Debatte um die richtigen pädagogischen Konzepte einsetzt“,
so Monika Griefahn. Im gesamten Landkreis Harburg wurde nur in der
Elbmarsch ein einziger Antrag für die Schaffung einer Ganztagsschule
gestellt.
Der Aus- und Aufbau von Ganztagsschulen
ist ein wichtiger Schritt zur Verbesserung unseres Bildungssystems,
dem durch die PISA-Studie deutliche Mängel bescheinigt wurden. Ganztagsschulen
mit pädagogischem Profil machen eine gezielte individuelle Förderung
möglich und tragen somit zur Verwirklichung von Chancengleichheit
bei. Darüber hinaus wird mit Ganztagsschulen eine wesentliche Voraussetzung
für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf geschaffen.