Auf Einladung des SPD-Ortsvereins
Buchholz und der Buchholzer SPD-Bundestagsabgeordneten Monika Griefahn
war Marion Caspers-Merk, Parlamentarische Staatssekretärin bei der
Bundesministerin für Gesundheit und Soziale Sicherung, gekommen,
um über die Gesundheitsreform zu informieren und zu diskutieren.
Die Veranstaltung war mit rund 60 Teilnehmern gut besucht. Zahlreiche
Ärzte, Apotheker, Vertreter von Krankenkassen und Bürgerinnen und
Bürger waren der Einladung gefolgt. Nach der Begrüßung durch die
Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Buchholz, Birgit Schlüter, und Monika
Griefahn MdB ging es direkt in das Thema „Gesundheitsreform“.

Das Foto zeigt (von rechts): Marion Caspers-Merk
MdB
und Monika Griefahn
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Die Parlamentarische Staatssekretärin
Marion Caspers-Merk MdB hielt zunächst einen Vortrag zur Gesundheitsreform
(siehe Anlage).
Im Anschluss an den Vortrag stellte
sich die Parlamentarische Staatssekretärin Marion Caspers-Merk den
Fragen aus dem Publikum. Sie betonte, dass es das Ziel der Bundesregierung
sei, den Kostenanstieg im Gesundheitswesen zu begrenzen und damit
die Beitragssätze in der Gesetzlichen Krankenversicherung stabil
zu halten und sogar zu senken. Mittelfristig sei ein Beitragssatz
von 13 % anvisiert; bei ungebremster Entwicklung ohne die jetzigen
Maßnahmen würde der Beitragssatz schon die 15 %-Marke überschritten
haben. Die Begrenzung der Lohnnebenkosten sei wichtig, um den Faktor
Arbeit nicht noch mehr zu verteuern und damit die Arbeitslosigkeit
noch zu erhöhen. Sie wies darauf hin, dass die Verwaltungskosten
in der Privaten Krankenversicherung (PKV) ungefähr doppelt so hoch
sind wie in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). In der PKV
sei auch ein Kassenwechsel, insbesondere im Alter, schwierig, weil
die Altersrückstellung bisher nicht portabel seien. Beim Gesundheitskonsens
zwischen der Bundesregierung und CDU/CSU habe die SPD sich naturgemäß
nicht in allen Punkten durchsetzen können. So habe die CDU/CSU eine
stärkere Kostendämpfung bei der Pharmaindustrie z.B. durch die Einführung
einer Positivliste und die Abschaffung der Kassenärztlichen Vereinigungen
verhindert. Gerade die Arzneimittelkosten seien in den letzten 4
Jahren um rund 25 % sprunghaft angestiegen; deshalb seien hier besondere
Anstrengungen zur Kostendämpfung erforderlich. Gleichwohl habe man
mit verschiedenen Maßnahmen für mehr Effizienz im System sorgen
können. Die Krankenkassen müssen in Zukunft Bonussysteme und disease
management-Programme (qualitätsgesicherte Behandlung bei chronischen
Erkrankungen / Volkskrankheiten) anbieten. Vehement widersprach
Marion Caspers-Merk dem Vorwurf, die Patienten würden einseitig
belastet. Über die Gesundheitsreform, aber auch über das schon zuvor
verabschiedete Beitragssatzsicherungsgesetz und über langfristig
eintretende finanzielle Effekte von Strukturreformen im Gesundheitssystem
würden auch alle Leistungsanbieter an den notwendigen Sparmaßnahmen
beteiligt.

Das Foto zeigt (von rechts): Marion Caspers-Merk
MdB,
Monika Griefahn und Birgit Schlüter
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Sozialhilfeempfänger sollen in Zukunft in der GKV versichert und
behandelt werden; die Kommunen erstatten den Krankenkassen die Kosten.
Alle Regelungen werden auf Beamte, Abgeordnete und Minister übertragen.
Dieses bedarf einer gesonderten gesetzlichen Regelung, die noch
erarbeitet wird.
Monika Griefahn MdB und Birgit Schlüter
dankten Marion Caspers-Merk für die lebhafte, aber sachliche Diskussion.
Anlage:
Vortrag der Parlamentarischen Staatssekretärin Marion Caspers-Merk:
Die Parlamentarische Staatssekretärin
Marion Caspers-Merk MdB erklärte in ihrem Vortrag am 4. November
2003 in Buchholz / Ortsteil Dibbersen:
„Gesundheit ist ein besonderes Gut.
Gesundheit ist Voraussetzung für die Teilhabe am gemeinsam erarbeiteten
Wohlstand und für die Ausübung von Freiheit. Das System der sozialen
Krankenversicherungen umfasst in Deutschland rund 90 Prozent aller
Bürgerinnen und Bürger. Bei uns haben alle Versicherten einen Rechtsanspruch
darauf, im Krankheitsfall das zu bekommen, was sie medizinisch brauchen
- und zwar auf der Höhe des medizinischen Fortschritts. Und vor
allem: unabhängig von Alter und Einkommen. Damit das so bleibt,
damit diese kulturelle Errungenschaft auch unter sich radikal ändernden
Rahmenbedingungen bewahrt und fortgeschrieben werden kann, müssen
wir handeln.
Denn die schwache Konjunktur, die
demografische Entwicklung und der medizinische Fortschritt stellen
unser Gesundheitssystem vor große Probleme. Die schwache Konjunktur
und die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit belasten die Gesetzliche
Krankenversicherung. Es gibt weniger Beitragszahler, für viele Arbeitnehmer
steigen die Löhne nicht mehr, es gibt kein 13. Monatsgehalt mehr
und das Urlaubsgeld wird gestrichen. All dies sind Beiträge, die
in der Gesetzlichen Krankenversicherung fehlen. All dies sind Beispiele,
die zeigen, welcher Druck auf unserer Krankenversicherung lastet
und dass wir eine Einnahmeschwäche haben.
Zudem stehen in Deutschland immer
weniger junge immer mehr älteren Menschen gegenüber. Und die Menschen
leben länger. Das ist natürlich erfreulich. Aber es belastet auch
unsere Krankenversicherung.
Und als drittes ist der medizinische
Fortschritt zu nennen. Neue Behandlungsmethoden und neue Medikamente
kosten Geld. Wir alle wissen: Der medizinische Fortschritt ist nötig,
ist unersetzlich. Aber auch hier entstehen Kosten für die gesetzliche
Krankenversicherung.
Würden wir nicht handeln - hätten
wir die Gesundheitsreform nicht auf den Weg gebracht, dann würde
der Beitragssatz rasant ansteigen. Das würde die Akzeptanz der solidarischen
Sozialversicherungssysteme nachhaltig schwächen. Und es würde den
Trend verstärken, den wir jetzt schon haben - dass sich schon heute
viele aus der Gesetzlichen Krankenversicherung verabschieden und
eine private Versicherung abschließen. „Jung, dynamisch und erfolgreich“
verabschiedet sich aus der solidarischen Krankenversicherung. Ältere,
chronisch Kranke und Familien bleiben zurück. Auch dies erhöht den
Druck auf die Beiträge. Deswegen müssen wir handeln. Deswegen haben
wir gehandelt.
Mit der Gesundheitsreform verfolgen
wir drei zentrale Ziele: mehr Qualität, mehr Effizienz und mehr
Mitsprache.
Mehr Qualität.
Wir haben in Deutschland ein leistungsfähiges Gesundheitssystem.
Aber es hat auch seine Schwächen. Beispielsweise wird bei uns -
im Vergleich zu anderen Ländern - zu viel geröntgt. Mehr noch: ein
Drittel der Röntgenbilder sind schlecht oder gar nicht auswertbar.
Beispielsweise haben wir jährlich rund 200.000 falsche Brustkrebsdiagnosen.
Und als Folge ist bei Brustkrebs die Todesrate von Frauen deutlich
höher als in anderen europäischen Ländern. Das sind zwei Beispiele.
Beispiele, die zeigen, dass wir trotz hoher Kosten Qualitätsdefizite
in unserem Gesundheitswesen haben.
Natürlich - es gibt auch die andere
Seite. Beispielsweise ist die Überlebensquote von krebskranken Kindern
bei uns sehr hoch. Und wir haben auch eine sehr gute Akutversorgung
im Krankenhaus. Aber dennoch: Wir haben in unserem Gesundheitswesen
teilweise eine Über-, Unter- und Fehlversorgung zu diagnostizieren.
Deshalb ist eine bessere Qualität
in der Gesundheitsversorgung ein zentrales Ziel der Gesundheitsreform.
Dafür müssen zunächst einmal die Patienten besser informiert sein.
Deswegen kann - ab dem 1. Januar 2004 - jeder Patient eine Patientenquittung
verlangen. Entstandene Kosten und Behandlung können nachvollzogen
werden. Ab dem 1. Januar 2006 werden wir flächendeckend die elektronische
Gesundheitskarte einführen. Schon jetzt haben Sie als gesetzlich
Versicherter eine Karte. Darauf ist aber nur erfasst, bei welcher
Kasse Sie sind. Ihr Geburtsdatum und Ihr Namen sind aufgeführt.
Die neue Gesundheitskarte wird erstens fälschungssicher. Zweitens
wird sie mit einem elektronischen Notfalldatensatz versehen. Das
heißt, dass man beispielsweise im Notfall weiß, welche Blutgruppe
oder welche allergische Reaktionen jemand hat. Zudem kann man erfassen,
welche Medikamente verschrieben worden sind. Röntgenbilder können
ebenfalls gespeichert werden. Mit der elektronischen Gesundheitskarte
können also beispielsweise Mehrfachuntersuchungen vermieden werden.
Das ist ein wichtiges Stück Qualitätsgewinn. Und es vermeidet überflüssige
Kosten.
Darüber hinaus wird es eine Fortbildungsverpflichtung
für Ärztinnen und Ärzte und alle Berufe im Gesundheitswesen geben.
Ärztinnen und Ärzte sind alle fünf Jahre zum Nachweis ihrer Fortbildungen
verpflichtet. Und diese Fortbildungen müssen auch unabhängig von
der Pharmaindustrie sein.
Ein wesentlicher Qualitätsgewinn
ist zudem die integrierte Versorgung. Unterschiedliche Leistungsbereiche
müssen besser verzahnt werden. Gesundheitszentren sind ein Beispiel
dafür. Gesundheitszentren - das ist ein früherer Ansatz aus den
neuen Ländern - die sogenannten Polikliniken. Dieses erfolgreiche
Modell soll jetzt für die ganze Bundesrepublik ermöglicht werden.
Ein weiterer Qualitätsbaustein:
Alle Krankenkassen müssen zukünftig ein Hausarztmodell anbieten.
Das bedeutet: Patientinnen und Patienten können sich künftig für
einen Hausarzt als ständigen Partner entscheiden. Die Krankenkasse
kann die Teilnahme an einem solchen Hausarztsystem mit einem Bonus
belohnen. Indem wir den Hausarzt stärken, können wir überflüssige
und oft sogar schädliche Mehrfachuntersuchungen vermeiden. Denn
beim Hausarzt laufen die Fäden zusammen. Die gesamte Behandlung
wird besser koordiniert. Das dient der Therapiesicherheit für Patientinnen
und Patienten und vermeidet überflüssige Kosten.
Mehr Effizienz. Mehr Mitsprache.
Mit der Gesundheitsreform werden die Leistungserbringer
zu mehr Effizienz angehalten. In Zukunft wird es - statt 23 - nur
noch 17 Kassenärztliche Vereinigungen geben. Deren Vorsitzende werden
professioneller handeln müssen und ihre Strukturen werden demokratischer
sein, weil durch das Verhältniswahlrecht alle Arztgruppen berücksichtigt
werden. Zugleich müssen die Krankenkassen in Zukunft stärker als
bisher Rechenschaft über die Verwendung der Beiträge zum einen bei
den Leistungs-, zum anderen bei den Verwaltungs- und Personalausgaben
ablegen. Damit erhöhen wir die Transparenz für die Versicherten.
Sie können selbst darauf achten, ob ihre Kasse effizient arbeitet.
Und eine Kasse, die ineffizient arbeitet, die wird schlichtweg Mitglieder
verlieren. Denn die Versicherten werden „mit den Füßen abstimmen“.
Ähnliches gilt auch für den Apothekenmarkt.
Warum sollen die Menschen nicht selber entscheiden, ob sie zur Apotheke
um die Ecke gehen oder den Versandhandel in Anspruch nehmen? Auch
von den Apothekerinnen und Apothekern erwarten wir, dass sie sich
dem Wettbewerb stellen und nicht an „alten Zöpfen“ festhalten. Und
die Apotheken haben bereits die Chancen erkannt - und gehandelt:
Nachdem erst Millionen von Kundenunterschriften gegen die Liberalisierung
gesammelt worden sind, wollten die Apotheker-Verbände selbst mit
einem eigenen Internetportal die Ersten sein. Ich begrüße das. Wir
wollen, dass die Leistungserbringer neue Wege gehen und sich dem
Wettbewerb stellen. Sie müssen es auch. Denn ansonsten werden die
Versicherten auch hier „mit den Füßen abstimmen“.
Und damit bin ich bei einem ganz
wesentlichen Aspekt dieser Gesundheitsreform. Jeder von uns hier,
jeder Bürger, jede Bürgerin ist einerseits Versicherter und zugleich
- heute oder in Zukunft - Patient. Einerseits also das Interesse
an einem effizienten Umgang mit den Beitragsmitteln. Andererseits
das Interesse an einer guten medizinischen Versorgung. Und deshalb
wird das Gesundheitssystem durch die Gesundheitsreform transparenter...
für die Versicherten...aber auch für Patienten. Wir stellen uns
den Patienten in Zukunft als selbstbewussten Partner des Arztes
vor, der seine Rechte kennt und gegenüber den Ärzten auch kritische
Fragen stellen kann. Deshalb werden die Patientensouveränität und
die Patientenrechte gestärkt.
Die Patientinnen und Patienten werden
fortan Informationen über die beste Behandlung ihrer Krankheit finden.
Das neue Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit wird in einfacher
Sprache bei den wichtigsten Erkrankungen angeben, was zu einer guten
Behandlung dazugehört. Die Patienten sollen in Zukunft verstehen
können, "was mit ihnen passiert". Sie müssen in der Lage sein, schwierige
Entscheidungen auf der Grundlage verständlicher Informationen zu
treffen. Das ist - ebenso wie die Gesundheitskarte - ein wichtiges
Stück Transparenz.
Die Patienten und ihre Organisationen
werden bei Entscheidungen fortan beteiligt. Sie werden zur dritten
Kraft. Es wird nicht mehr über sie, sondern mit ihnen geredet werden
müssen. Zudem wird die Funktion eines Patientenbeauftragten neu
geschaffen. Er wird den Patientinnen und Patienten in der politischen
Arena „ein Gesicht geben“.
Mitverantwortung
Für den Erhalt unseres Solidarsystems in radikal gewandelten Zeiten
fordern wir die Mitverantwortung aller ein - von der Pharmaindustrie,
Ärztinnen und Ärzten, Apotheken und Krankenkassen. In einem ersten
Schritt wurden die Leistungserbringer mit dem Beitragssatzsicherungsgesetz
bereits mit einem Betrag von 3,5 Milliarden Euro belastet. Und durch
die Gesundheitsreform werden sie gezwungen, sich einem Wettbewerb
zu stellen. Solidarische Absicherung ist die Leitschnur im Gesundheitswesen.
Mit der Gesundheitsreform fügen wir den Wettbewerb als weitere Leitschnur
hinzu.
Aber wenn ich sage, dass wir die
Mitverantwortung aller für den Erhalt unseres solidarischen Gesundheitssystem
einfordern, dann meine ich das auch so. Und das heißt auch, dass
die Bürgerinnen und Bürger einen Beitrag leisten müssen. Richtig
ist, dass der Zahnersatz zu 100 Prozent von den Patientinnen und
Patienten abzusichern sein wird. Und zwar entweder bei der Gesetzlichen
Krankenkasse, oder bei der Privaten Krankenkasse. Aber: Am Leistungsumfang
ändert sich nichts. Sie bekommen also nach wie vor die gleiche Behandlung.
Richtig ist auch, dass auch das Krankengeld zukünftig alleine vom
Arbeitnehmer finanziert wird. Das sind keine „bequemen Wahrheiten“.
Aber wenn wir es ernst damit meinen, dass die Beitragssätze vertretbar
bleiben sollen, führt an diesen Maßnahmen kein Weg vorbei. Zumal
wir durchgesetzt haben, dass der Zahnersatz erst ab 1. Januar 2005
und das Krankengeld ab Januar 2006 von den Bürgerinnen und Bürgern
zu finanzieren ist. Das haben wir bewusst gewählt, denn bis dahin
wird der Beitragssatz deutlich sinken. Denn im Ergebnis wollen wir,
dass die Versicherten nicht höher, sondern geringer belastet werden
als heute. Deswegen werden die versicherungsfremden Leistungen fortan
auch aus Steuermitteln und nicht mehr durch Beitragsmittel finanziert.
Beispielsweise das Mutterschaftsgeld. Allein durch die Erhöhung
der Tabaksteuer werden über 4 Milliarden Euro für die Finanzierung
versicherungsfremder Leistungen zur Verfügung stehen.
Es wird neue Zuzahlungsregelungen
geben. Und da gibt es kein Drumherum-Reden... die neuen Zuzahlungsregelungen
stellen für die Versicherten ein Mehr an Belastung dar, fordern
eine höhere Eigenbeteiligung. Gleichzeitig ist aber auch Schluss
mit dem bestehenden Dschungel an Zuzahlungsregelungen. Das bedeutet:
Es gibt nur noch drei Zahlen, die man sich merken muss: Generell
werden 10 Prozent Eigenbeteiligung... mindestens 5 Euro... aber
höchstens 10 Euro verlangt. Die Eigenbeteiligung beim Krankenhausaufenthalt
wird auf höchstens 28 Tage begrenzt. Zuzahlungsfrei bleiben nach
wie vor alle Kinder bis 18 Jahre und alle Vorsorgeuntersuchungen
und Notfälle.
Die soziale Balance bleibt gewahrt.
Grundsätzlich gilt: Niemand muss mehr als 2 Prozent seines Jahreseinkommen
an Zuzahlungen leisten. Ist jemand länger krank, braucht jemand
teure Medikamente, muss jemand in eine teure Reha, dann darf er
oder sie nicht überfordert werden. Deswegen werden nie mehr als
2 Prozent des Einkommens zu entrichten sein. Und für chronisch Kranke
bleibt es bei 1 Prozent. Aber wir haben z.B. den Krankenhausaufenthalt
und Reha mit eingerechnet. Das ist neu. Was haben wir noch gemacht?
Familien mit Kindern erhalten einen Kinderfreibetrag.
Die Gesundheitsreform kann sich
sehen lassen. Sie ist eine gute Entscheidung für alle. Wir brechen
erstarrte Strukturen auf. Wir initiieren einen Qualitätswettbewerb.
Wir fördern die Effizienz. Und vor allem fördern wir auch die Mitspracherechte
der Versicherten. Mit der Gesundheitsreform bringen wir die Ausgabenseite
der Gesetzlichen Krankenversicherung in Ordnung.
Mit der Gesundheitsreform haben
wir die Tür ein großes Stück weit aufgestoßen. In einem nächsten
Schritt werden wir die Einnahmeseite klären müssen. Denn das Problem
bleibt, dass die Beiträge zur Krankenversicherung vom Lohn und Gehalt
erhoben werden. Alle anderen Einnahmeformen bleiben außen vor. Wir
werden die Diskussion um die langfristige Finanzierung der Krankenversicherung
führen müssen. Aber eins nach dem anderen. Mit der Gesundheitsreform
bringen wir jetzt erst einmal die Ausgaben und Struktur im Gesundheitswesen
in Ordnung.
Wir haben eine Gesundheitsreform
verabschiedet, die die drängendsten Probleme löst, die für alle
Menschen eine medizinische Versorgung auf sehr hohem Niveau sichert...
und das zu bezahlbaren Beiträgen. Wir haben eine Gesundheitsreform
verabschiedet, die ein Mehr an Qualität, an Effizienz und Mitsprache
bringt. Und daran werden sich auch alle anderen Überlegungen orientieren
müssen.“