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Pressemitteilung 56/2004
Dienstag, 26. Oktober 2004
 
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Patienten diskutierten mit Experten zur Gesundheitsreform

Auf einer gut besuchten Podiumsveranstaltung im Tostedter "Meierhof" diskutierten (auf dem Foto von links) Herr Pelz von der Barmer Ersatzkasse, Herr Dr. Hennecke, Facharzt für Allgemeinmedizin, und Monika Griefahn, Bundestagsabgeordnete, über erste Erfolge der Gesundheitsreform. Die Diskussionsleitung hatte Margarete Ziegert aus Jesteburg, Vorsitzende der AG SPD 60 plus im Landkreis Harburg. Die anwesenden Zuhörer meldeten sich in der sich anschließenden Diskussion zu den Themenbereichen der Experten als Patienten zu Wort und es fand ein interessanter Informationsaustausch statt.


Von den Podiumsteilnehmern ergriff Monika Griefahn als erste das Wort und stellte die Erfolge der Gesundheitsreform heraus, wie z.B. die Einsparungen im Jahre 2004 von 2,5 Milliarden bei den Krankenkassen. Damit sei das Ziel, die Lohnnebenkosten zu senken, erreicht. "Anstatt der 10,- Euro Praxisgebühr (dieses Modell entstand durch einen Kompromiss mit der CDU), müsse für die Zukunft das "Hausarztmodell" gestärkt werden, um insbesondere Doppeluntersuchungen zu vermeiden. Dieses gilt auch für die Einrichtung von Gesundheitszentren. wo zur Erleichterung der Patienten mehrere Arztpraxen "unter einem Dach" zu erreichen sind.

Herr Pelz von der Barmer Ersatzkasse geht davon aus, dass in diesem Jahr insgesamt mit Einsparungen von 3,6 Milliarden bis Jahresende zu rechnen ist. 300 Millionen von den erzielten Überschüssen werden bei der Barmer Ersatzkasse benötigt, um Defizite (Schulden) abzubauen.

Neu angelaufen ist die sog. "Integrierte Versorgung", d.h. von der Diagnose bis zur Nachsorge ist eine enge Zusammenarbeit aller beteiligten Ärzte in Abspreche mit dem Patienten erforderlich. Dazu gehört auch eine hohe Qualitätssicherung, aber eine Verwaltungskostenerhöhung läßt sich u.U. nicht vermeiden, In bezug auf die demografische Entwicklung gibt es nach wie vor keine Prognosen auf die zukünftige Kostenentwicklung. Aus der Sicht der Barmer Ersatzkasse hat Prävention einen hohen Stellenwert im Gesundheitswesen. Deshalb gibt es einen umfangreichen Katalog über präventive Maßnahmen, erhältlich in den Geschäftsstellen der Barmer Ersatzkasse, Fazit des bisherigen Verlaufs der Gesundheitsreform: "Nicht nur positiv, denn die bisherigen Änderungen können nur ein erster Schritt sein, weitere müssen folgen", so die Bewertung von Herrn Pelz, Geschäftsführer der Barmer Ersatzkasse.

Herr Dr. Hennecke, Facharzt für Allgemeinmedizin in Winsen, stellt die Sinnhaftigkeit einer Gesundheitsreform keinesfalls in Frage; allerdings müsste die Verteilung anders sein. "Die Rahmenbedingungen der Politik sind so nicht umsetzbar", so Dr. Hennecke. Hier sind Nachbesserungen dringend erforderlich, denn wenn leitliniengerechte Behandlungen durchgeführt würden, wären sofort alle Beteiligten pleite. Viele Veränderungen sind mit hohem Verwaltungsaufwand verbunden, wenn man allein an die Entrichtung der Praxisgebühr denkt, die in den Arztpraxen erfolgt. "Das Versorgungsprinzip können Ärzte bei dem jetzigen System kaum noch einhalten", so Dr. Hennecke.

Auf Prävention setzt auch Dr. Hennecke, denn es kann nicht sein, dass 73 Milliarden Euro für übergewichtige Menschen ausgegeben werden, während Kurse für Ernährungsberatung und sportliche Betätigung nicht in dem Maße in Anspruch genommen werden, wie es für manchen Einzelnen nötig wäre. Hier ist die Eigenverantwortung der Patienten gefragt.

Über drei Dinge herrschte auf dem Podium Einvernehmen: die Kostenexplosion im Gesundheitswesen zu drosseln, Eigenverantwortung zu forcieren und die demografische Entwicklung stärker in den Vordergrund zu rücken.

In der sich anschließenden Diskussion wurden viele Fragen aus dem Publikum durch die Experten fachgerecht beantwortet.

Auch die Veranstalter, Margarete Ziegert, AG SPD 60 plus, und der SPD-Ortsverein Tostedt, vertreten durch den stellv. Vorsitzenden Reinhard Hinrichs, und Hanscarl Hoffmann, Seniorenbeauftragter für Tostedt, zeigten sich zufrieden mit dieser informativen Veranstaltung.

 
Diese Pressemitteilung finden Sie auf: www.monika-griefahn.de