Nachdem es mit einem Treffen bei der Wirtschaftsvereinigung Metalle in Berlin nicht klappte, nahm die Bundestagsabgeordnete Monika Griefahn gerne das Angebot von Gerd Röders an, vor Ort in Soltau bei dem Unternehmen G. A. Röders ein Gespräch zu führen. Die Diplom-Ingenieure Gerd und Andreas Röders sowie Seniorchef Eckhart Röders und die stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Ulrike Meinecke stellten das Unternehmen vor, das in den Bereichen Spritz- und Druckguss sowie Werkzeugbau tätig ist. Das 1815 gegründete Unternehmen steht bereits in der sechsten Generation unter Leitung der Familie Röders.
Die rund 200 Kunden des Unternehmens sind in vielen Wirtschaftsbereichen zu finden, wie Medizintechnik, Aerospace, optische Industrie und Computerindustrie, Mess- und Regeltechnik, Automobilindustrie etc. Da werden beispielsweise Zubehörteile für die Sennheiser-Produktion gefertigt, Lampenteile für Airbus und die Dachhalterung für das neue Cabrio des Opel Astra. Sieben Personen sind in der Entwicklungsabteilung tätig. „Bei uns hat kein Kunde mehr als 5 % Anteil an der Produktion, das ist unsere Stärke“, stellte Dipl.-Ing. Gerd Röders als Beispiel für die Vielseitigkeit heraus. In dem mittelständischen Unternehmen sind rund 175 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, 10 bis 12 % sind jeweils Auszubildende, zurzeit Stahlformenbauer und kaufmännische Berufe. Auch Mädchen werden gern beispielsweise als Werkzeugmacher eingestellt. „Aber es bewerben sich leider nicht viele“, wurde bedauert. Es werden Arbeitszeitkonten geführt, um Kurzarbeit oder Überstunden auszugleichen, denn es muss flexibel auf Kundenaufträge reagiert werden.
Im Jahr 1998 wurde in Tschechien ein Betrieb eröffnet, der sehr erfolgreich arbeitet. Die Energie- und Lohnkosten sind im Gegensatz zu Deutschland günstiger. Gemeinsam mit einem Partnerbetrieb werden dort fast 140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Auch die Kunden befinden sich dort in der Nähe; gerade hat der größte Kunde nur 30 km entfernt einen Betrieb aufgebaut. Die Entwicklung findet nach wie vor in Soltau statt. „Die Arbeit in Tschechien sichert den Standort Soltau“, stellten Andreas und Gerd Röders heraus. Dass auch von einem mittelständischen Unternehmen verlangt wird, als „global player“ aufzutreten, belegt der Wunsch eines großen Kunden, die Firma Röders möge in Shanghai auch noch einen Betrieb für Abnehmer im asiatischen Raum aufbauen.
„Wo drückt denn der Schuh?“, wollte Monika Griefahn auch von der Familie Röders erfahren. Kurzfristige Bestellungen mit einem engen zeitlichen Rahmen und Stornierungen von Aufträgen verlangen hohe Flexibilität von dem Unternehmen und den Arbeitnehmern, erfuhr sie. Durch den Kündigungsschutz wird kurzfristiger Personaleinsatz in Spitzenzeiten bei Aufträgen erschwert, deshalb nehme die Leiharbeit zu. Das Wachsen der Energiekosten wirkt sich ungünstig für den Standort aus, auch einige Rohstoffkosten steigen aufgrund verstärkter globaler Nachfrage. Bei einem interessanten Betriebsrundgang erlebte Monika Griefahn das breite Spektrum der Fertigung und nutzte die Gelegenheit zu einigen Gesprächen.