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Pressemitteilung
Sonntag, 26. März 2006
 
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Kompromisse finden ist nicht einfach


Die SPD-Bundestagsabgeordnete Monika Griefahn diskutierte mit
Schülern der Fachoberschule Technik an der Berufsbildenden
Schule in Winsen über das deutsche Gesundheitssystem.

BBS-Schüler aus Winsen suchten zusammen mit der SPD-Bundestagsabgeordneten Lösungen für ein zukünftiges Krankenversicherungssystem

WINSEN. Die Schülerinnen und Schüler der Fachoberschule Technik an der BBS Winsen hatten unter der Anleitung von Politiklehrer Uwe Wehmhörner Vorarbeit geleistet: Im Unterricht hatten sie sich Gedanken über die Umstrukturierung im Gesundheitssystem gemacht und überlegt, wie ein Kompromiss aus Kopfpauschale und Bürgerversicherung aussehen könnte. Diese beiden Modelle werden derzeit von den beiden Parteien in der großen Koalition vertreten – und auch in Berlin muss in den kommenden Monaten ein Kompromiss gefunden werden. Als die SPD-Bundestagsabgeordnete Monika Griefahn am vergangenen Freitag zu den Schülern in die Berufsschule kam, konnten Abgeordnete und Schüler gleich in die Diskussion einsteigen.

Für die Schüler galt, aus der von der CDU/CSU favorisierten Kopfpauschale, bei der jeder unabhängig von seinem Einkommen einen festen Betrag in die Krankenversicherung einzahlt, und dem SPD-Vorschlag der Bürgerversicherung, die das jetzige System noch um die Säule der Kapitaleinkünfte erweitert, einen Kompromiss zu schmieden. Eine Idee war es, eine Grundversorgung für bestimmte Leistungen anzubieten und besondere Leistungen über Zusatzversicherungen zu finanzieren. Doch schon begann die Diskussion darüber, was denn zur Grundversorgung gehören sollte. Soll ein Diabetiker Insulin bekommen, auch wenn er seine Krankheit mit Bewegung und einer vorsichtigen Ernährung ebenfalls in den Griff bekommen kann? Welche Grundversorgung erhalten Menschen, die gefährliche Sportarten ausüben, wie kann der Lebensstil von Rauchern bewertet werden? Eindeutige Antworten darauf gab es nicht und so mussten die Schüler schon zu Beginn feststellen: „Kompromisse finden ist gar nicht so einfach.“

Es zeigte sich, dass in der FOS Schüler unterrichtet werden, die das Berufsleben bereits kennen gelernt haben. Im allgemeinen Konsens hatten sie sich in ihrer Vorarbeit dafür ausgesprochen, den Arbeitgeberanteil an den Krankenkassenbeiträgen auf 6,5 Prozent festzusetzen. „Wir müssen den Lohnnebenkostenanteil gering halten, um den Standort Deutschland zu stärken“, begründete ein Mädchen diese Entscheidung. Angeregt durch diesen Einwand, schloss sich eine breite Gesellschaftsdiskussion an, die das Bildungssystem, die Rente und die Frage des Kinderkriegens berührte.

Wenn dies eines zeigte, so, dass alle Fragen der sozialen Sicherheit eng zusammenhängen und genau dieser Umstand es nicht leichter macht, das derzeitige Krankenversicherungssystem zu überarbeiten. Monika Greifahn bekannte sich in der Diskussion zum derzeit geltenden paritätischen System und sprach sich dagegen aus, eine Grundversorgung über einen hohen Steuersatz zu finanzieren, wie das in Skandinavien der Fall sei. „Eine zusammenhängende Gesellschaft braucht ein Solidarsystem“, erklärte sie.

 
Diese Pressemitteilung finden Sie auf: www.monika-griefahn.de